wartet man von einer regelmäßigen Zufuhr afiatischer Arbeiter,
deren unter betrügerischen Formen betriebene Anwerbung einen
Ersatz für den Verlust bringenden Wegfall der Sklaverei gewäh—
ren soll.
Die bisher bezeichneten Colonien gehören sämmtlich der
nördlichen Halbkugel an, in die füdlich gemäßigte Zone fallen
nur die bisher wenig besiedelten Falklands-Inseln, deren rauhes
und nasses Klima ein im Ganzen fruchtbares und der Viehzucht
günstiges Weideland bei der Nähe des großen und zukunftreichen
La Plata-Gebietes bisher wenig begehrenswerth erscheinen ließ.
Unter den afrikanischen Colonien, welche zusammen etwa
1.200. 000 britische Unterthanen zählen, ist die Ansiedlung am
Gambiafluß die älteste. Ihre Erwerbung reicht in die Re—
gierungszeit Carls J. (1631) zurück. Gegenwärtig bildet fie einen
Bestandtheil der Gesammtgruppe weftafrikanischer Besitzungen,
zu denen das fiebergefährliche, selbst von den tapfersten Truppen
als Garnison gefürchtete Sierra Leone und Lagos gehören.
Ursprünglicher Zweck der hier begründeten Niederlassung war die
Ausbeutung des Sclavenhandels, dem einige englische Städte ihre
Reichthümer verdankten. Gleichsam zur Sühne dieses verbreche—
rischen Menschenraubes dienten die westafrikanischen Colonien
später als Stützpunkt jener Anstrengungen, welche der wirksamen
Unterdrückung des Negerhandels dienten. Nachdem der glückliche
Ausgang des nordamerikanischen Bürgerkrieges der Sklaverei in
den Unionsstaaten ein Ende gemacht hat und deren Aufhören
auch für diejenigen amerikanischen Staaten und Staatstheile
vorausgesehen werden kann, in denen sie gegenwärtig noch be—
steht (wie in Brasilien und auf Cuba), kann es fraglich werden,
ob England in der Zukunft diese ungesunden und Menschen ver—
zehrenden Standquartiere aufrecht erhalten wird. An St. He⸗
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