lena sei hier nur im Vorübergehen erinnert. Außerhalb der
Kreise der Geographen und Seefahrer würde das Eiland wenig
bekannt geworden sein, wenn nicht der erste Napoleon seine letz—
ten Lebensjahre daselbst in Gefangenschaft zugebracht hätte, um—
geben von jenem mächtig wirkenden Reiz des Tragischen, welcher
der Gefangenschaft seines gleichnamigen Neffen in Deutschland
gänzlich mangelt. Als die werthvollste unter den afrikanischen
Besitzungen der englischen Krone ist die Kapcolonie zu rüh—
men. Klima und Boden find europäischen Ansiedlern in hohem
Maße günstig. Der ursprünglich bewegende Grund der Besitz—
nahme war indessen nicht die Aussicht auf des Ackerbaues und
der Viehzucht lohnenden Ertrag. Den Portugiesen, welche sich
des Landes zuerst bemächtigten, und ihren Ueberwältigern den
Holländern erschien das Kap der guten Hoffnung als der Punkt,
von welchem aus der Seeweg nach Ostindien beherrscht wird.
Auch für England fiel dieser Gesichtspunkt schwer ins Gewicht.
So lange der Personen- und Güterverkehr zwischen England und
Ostindien auf den Seeweg allein angewiesen war, war die Kap—
colonie ein nahezu unentbehrliches Zwischenglied in der Indien um—
schlingenden Kette englischer Befitzungen. Wenn auch der Per—
sonen⸗ und Postverkehr seit längerer Zeit wiederum den kürzeren
Weg durch das rothe Meer und über Aegypten eingeschlagen hat,
so scheint es doch, als ob auch nach der Eröffnung des die Land—
enge von Suez durchziehenden Kanals und dessen möglicher Ver—
tiefung der große Frachtverkehr den Weg um die Kapeolonie
beibehalten wird. Auch die dem Kap zunächst liegende, dem
Ostrande des sfüdafrikanischen Festlandes angehörende Besitzung
von Natal ist wegen ihrer dem Anbau guünstigen Verhältnisse
im Aufschwunge begriffen.
Auf die politischen Beziehungen Englands zu seinen indischen
Besitzungen weisen auch die Niederlassungen auf jenen Insel—
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