von Victoria, welches letztere gegenwärtig der Entwickelung
der benachbarten Colonien vorausgeeilt ist, bildeten zuwandernd
entlassene Sträflinge der näher gelegenen Transportationsstation
einen nennenswerthen Bestandtheil der Bevölkerung. Die jüngste
Colonie „Königinland“ (Quéensland), deren subtropisches
Klima die Arbeit europäischer Ansiedler von der Bodenbebauung
keineswegs ausschließt, war theilweise von dem zunächst angrän—
zenden Neu-Süd-Wales aus bevölkert worden. Unabhängig von
den englischen Transportationen geschah seit 1839 die Ansiedlung
auf Neu-Seeland, dessen Bevölkerung noch gegenwärtig einen
hartnäckigen Kampf gegen den eingebornen Stamm der Maoris
zu beftehen hat. Obwohl dieser sich durch zähe Kraft vor den
Völkerschaften anderer Inseln Polynesiens auszeichnet, scheint
auch er dem Untergange geweiht, wenngleich sich sein Schicksal
weniger schnell erfüllen dürfte, als dasjenige der Ureinwohner
Tasmaniens, deren letzter Sprößling vor einigen Jahren verstarb,
ohne jene romantische Feder zu begeistern, welche dem Untergang
einiger nordamerikanischer Indianerstämme eine menschlich be—
rechtigte Klage weihte. Nachdem die australischen Kolonien zu
größerer Selbständigkeit erstarkt waren, erhob sich übrigens ein
allgemeiner Widerspruch gegen die Zufuhr englischer Verbrecher
und, zur rechten Zeit nachgiebig, entschloß sich das Mutterland
von einer Strafpraxis abzugehen, der jene Ansiedlungen ihre
Entstehung verdankten und für welche fie meistentheils bestimmt
gewesen waren. Einen Wendepunkt in der inneren Geschichte
Australiens bildete die Entdeckung der Goldfelder von Neu⸗Süd⸗
Wales und vornehmlich von Victoria, dessen Hauptstadt Mel⸗
bourne in unerhörter Schnelligkeit emporblühte. Um dieses fast
beispiellose Wachsthum zu bezeugen, genüge die Anführung einer
einzigen Thatsache: Von 800. 000 &amp; im Jahre 1833 stieg die
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