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ihren Lohn verkürzt sieht. Die Beobachtungen, welche in Mel—
bourne gemacht wurden, zeigen, daß es für ein Land ein zweifel—
haftes Glück ist, wenn Gold- oder Diamantenfelder innerhalb
seiner Gränzen entdeckt werden. Obwohl Victoria gegenwärtig
die reichste der australischen Colonien ist, bleibt es doch zweifel—
haft, ob es in Zukunft nicht von Neu-Süd-Wal es überflügelt
werden wird. Hier sind nämlich Steinkohlenlager entdeckt wor⸗
den, deren Ausbeutung reicheren Gewinn und nachhaltigeren
Reichthum verheißt, als die beinahe abgeernteten Goldfelder der
wegen ihres Glückes hoch gepriesenen Nachbarcolonie.
Ueberblicken wir nochmals die Geschichte der englischen Co—
lonisationen seit dem Zeitalter der Königin Elisabeth innerhalb
eines Zeitraums von beinahe dreihundert Jahren, so scheint es
uns, als ob je nach dem Grundzuge des dabei innegehaltenen
Verfahrens drei culturgeschichtlich gesonderte Perioden unterschie—
den Kerden können.
Die erste Periode reicht bis zum Frieden von Utrecht
(1713). Das Uebergewicht zur See ist noch nicht völlig zu
Gunsten Englands entschieden. Die Nebenbuhlerschaft der Fran—
zosen, Spanier und Holländer bethätigt sich erfolgreich im See—
haudel und den Seckriegen. Die Colonisationen ruhen auf
einer vorwiegend corporativen Basis. Unternehmende Specu—
lanten, thatendürstige Abenteurer, religiöse Schwärmer lassen
sich königliche Freibriefe ausstellen, durch welche sie zur Befitz—
ergreifung fremder Länder ermächtigt werden. Der Staat be—
kümmert sich unmittelbar gar nicht um Gelingen oder Mißlingen
solcher Unternehmungen. Handelsgesellschaften und Compagnien
rüsten ihre Schiffe mit Waffen und Mannschaften aus und zie—
hen die Gewinnsucht in ihr Interesse. Es sind die Ueberliefe—
rungen der deutschen Hansa, welche sich in derartigen Vorzügen
großer Handelsgesellschaften zu wiederholen scheinen. Ihr Kehr—
—1924)