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        <title>Ueber einige Eruptivgesteine aus Transvaal in Süd-Afrika</title>
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            <forname>Paul Hermann</forname>
            <surname>Dahms</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
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          <msIdentifier>
            <idno>1939494834</idno>
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        (6:

Ueber einige Eruptivgesteine

aus Transvaal in Süd- Afrika.

Inaugural-Dissertation

der

hohen philosophischen Fakultät der Universität Greifswald

ZA

Erlangung der philosophischen Doctorwürde

vorgelegt

and nebst den beigetügten "Chesen

Sonnabend den 15. März 1890, Mittags 12 Uhr
öffentlich vertheidiet

7011

Paul Hermann ‚Dahms
ans Danzig.

Ovoonenten:

Herr F. Schild, stud, rer. nat.
Herr P. Springmann, stud. math

un Or Mr I a =

Stuttgart.
. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch).
1830
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DZ
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Die in der vorliegenden Arbeit beschriebenen Gesteine
hat Herr Prof. Come in den Jahren 1872—1873 gesammelt
and mir gütigst zur Bearbeitung überlassen. Es sind:
[. Gabbros und Quarzdiabas von den Zwartkoppies,
IT. Quarzporphyre von den Makwassi-Bergen,
I. Eruptivgesteine aus dem Gebiete der Witwatersrand-GHaoldfelder.


IL Gabbros und Quarzdiabas von den Zwartkoppies in
der Gegend von Pretoria und Rustenburg.
Das Vorkommen von Gabbro in den Zwartkoppies, die
Art des Auftretens und die etwaigen Beziehungen zum Nephelinsyenit
 der Gegend wurden von Herrn Prof. CoHex schon
früher kurz erwähnt‘:
„Etwas nördlich von den Magalies-Bergen, welche in
ungefähr ost-westlicher Richtung von Pretoria über Rustenburg
 hinaus durch das mittlere Transvaal sich hinziehen,
reihen sich zahlreiche isolirte Berge zu einem zweiten parallel
verlaufenden Höhenzug, den sogenannten Zwartkoppies, aneinander.
 Dieselben bestehen fast ausschliesslich aus Gabbro,
welcher einen starken Wechsel, sowohl in der Korngrösse
ı Siehe E. A. Wüönrıne, Untersuchung eines Nephelinsyenit aus dem
mittleren Transvaal, Südafrika. (Dies. Jahrb. 1888. II. 16.)

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        und Structur, als auch im relativen Mengenverhältniss der
Bestandtheile zeigt, wie es bei dieser Gesteinsfamilie häufig
der Fall zu sein pflegt. In der Gegend von Renseburg und
am Hexriver., nordöstlich von Rustenburg, sind es z. B.
licht gefärbte, plagioklasreiche, typische Gabbros, in denen
der Diallag gelegentlich stark zurücktritt. Dieselben gehen
„echt abrupt in dunkle Gesteine von feinerem Korn über, in
welchen der Pyroxen mehr den Charakter eines gewöhnlichen
Augit zeigt; gleichzeitig stellen sich gern (Juarz und Biotit
ein. In solchen Varietäten besitzt der Augit vorherrschend
eine durchaus selbständige Begrenzung, und nur selten wird
die Structur ophitisch. Das Gestein der Zwartkoppies wird
man daher als einen Gabbro mit häufiger diabasartiger Facies
bezeichnen können. Zwischengesteine mit Diallag und Augit,
sowie mit recht reichlichem Gehalt an Biotit und Quarz treten
besonders im Osten auf, wo die Hichten typischen Gabbros
yanz zu fehlen scheinen. |
Nur an einer Stelle, nämlich dort, wo der Höhenzug in
die nordwestliche Richtung abbiegt (zwischen Renseburg
und Rustenburg), bestehen die niedrigen Ausläufer der
Zwartkoppies aus Nephelinsyenit, der in unmittelbarer Nähe
des Gabbro auftritt und von nicht unbedeutender Verbreitung
sein dürfte. Trotz der scheinbaren räumlichen Beziehung zum
Gabbro kann man aber wohl annehmen, dass ein selbständiger
yeognostischer Körper vorliegt, da Übergänge von Gabbro
in Nephelinsyenit nicht benbachtet wurden und auch -nicht
yerade zu erwarten sind.“
Die einzelnen im obigen schon kurz charakterisirten
Varietäten mögen im folgenden der Reihe nach näher heschrieben
 werden
L _ Plagioklasreicher Gabbro.

Wie der Name schon andeutet, zeichnet sich diese am
Hexriver unweit Rustenburg anstehende Varietät durch
starkes Vorherrschen des Plagioklas aus, welches eine sehr
lichte Färbung des Gesteines bedingt. Derselbe bildet makroskopisch
 z. Th. ein Aggregat leistenförmiger durchaus frischer
Individuen mit stark glänzenden, recht vollkommenen Spaltungsflächen,
 welche gelegentlich deutlich vielfache Zwillings-
        <pb n="4" />
        bildung erkennen lassen, zZ. Th. sind die Individuen Kleiner
and nach allen drei Richtungen gleich entwickelt, so dass
klein- bis feinkörnige Aggregate resultiren. Im Dünnschliffe
wird der Plagioklas durch Salzsäure leicht zersetzt, wobei sich
lie Einwirkung ganz besonders kräftig längs der Spaltungs-»jsse
 erweist.
Der bräunliche Diallag, welcher an Menge sehr stark
zegen den Plagioklas zurücktritt, fehlt grösseren Partien der
vorliegenden Handstücke ganz, häuft sich dagegen local dicht
an, erbsen- bis wallnussgrosse, nesterförmige Partien bildend.
Auch der Diallag zeigt stark glänzende Spaltungsflächen und
arscheint unter der Lupe vollständig frisch.
Weitere Gemengtheile sind selbst mit Benutzung einer
scharfen Lupe nicht wahrnehmbar.
Auch unter dem Mikroskope erscheinen Plagioklas und
Diallag von bemerkenswerther Frische; ersterer enthält nur
spärlich trübe Flocken und Körner, letzterer zeigt nur Spuren
von Umwandlung in eine grünliche Substanz, welche nach
ihrer Löslichkeit in Salzsäure chloritischer Natur sein dürfte.
Von den bald schmalen, bald recht breiten Plagioklasleisten
sind viele nur aus wenigen Zwillingslamellen aufgebaut, manche
erscheinen auch als einfache Individuen oder als Zwillinge:
Zwillingsbildung gleichzeitig nach Albit und Periklingesetz
ist sehr häufig vertreten. Die Auslöschungsschiefe wurde bis
zu 30° beobachtet. Nach dem optischen und chemischen Verhalten
 liegt jedenfalls ein basischer Plagioklas vor.
Der Diallag bildet theils kleine isolirte Körner und Säulen.
theils grosse ganz unregelmässig lappig begrenzte Individuen,
welche häufig von Plagioklasleisten durchwachsen sind. Die
Spaltung ist unvollkommen, der Pleochroismus kräftig (lichtzrüne
 und lichtrothe Töne treten auf). Sprünge sind öfters
nit dünnen Häuten von Eisenhydroxyden ausgekleidet. Intervositionen
 fehlen.
In ganz untergeordneter Weise betheiligen sich an der
Zusammensetzung dunkelbrauner Biotit und Körner von Magnetit,
 welche meist in der für Diabase und (Gabbros so charakteristischen
 Weise miteinander verwachsen sind. Der
Magnetit löst sich im Dünnschliffe bei der Behandlung mit
alzeäure leicht.
        <pb n="5" />
        Die hervorragende Frische des Materials liess es zweckmässig
 erscheinen, die beiden Hauptgemengtheile zu isoliren
und zu analysiren, umsomehr als das fast völlige Fehlen
accessorischer Bestandtheile hoffen liess, ganz reines Material
zu gewinnen. Der Magnetit wurde mit dem Magneten entfernt,
 Plagioklas und Diallag liessen sich leicht durch TÜo0v-LEr’sche
 Lösung vollständig trennen. Für den Plagioklas
wurde 2,720 bis 2,723 als specifisches Gewicht ermittelt, für
den Diallag (mit der Kızmy’schen Lösung) 3,31.
Die Analysen lieferten die folgenden Resultate :

a. Plagioklas.

Ang. Subst,
Si0,
AL O,
Fe, 0,
CaO
Mg O0
K, 0
Na, 0

).6350
49.81
32.30
0.65
14.19

Die Mg O-Bestimjun
 verunglückte

a 8

1 5 (Mittel)

0.8096'
49.97
32.36
0.32

0.8676! 0.5004
30.11

19.96
32.33
0.48
13.90
0.26:
120 1.20
552 | 259

13.61
0.24

0928

100.65

RR

_

49.94
32.02
14.12
0.26
1.17
2.49
100.00 1100.00

Da sich unter dem Mikroskope Eisenoxyd in geringer
Menge auf Spalten im Feldspath erkennen liess, so wurde
Jas Eisen zunächst eliminirt. 6 gibt die Zusammensetzung
nach Abzug des Eisens und Reduction auf 100. Führt man
Jie Berechnung des Plagioklas nach der von BuUnseEn anyegebenen
 Methode durch‘, so erhält man aus den unter 6
stehenden mittleren Werthen nach Substitution der äquivalenten
 Mengen von Kalk und Natron für Magnesia und Kali
and nach Berechnung auf 100 die nachstehenden Zahlen:
Si0, = 50.05
Al, O0, = 32,89
0aO = 14.25
Nas OO — 3.31

and hieraus die folgenden Verhältnisse von Anorthit und Albit:

1 Berechnung gemischter Feldspathe. (Ann. der Chemie und Pharmacie.
 VI. Sunpl.-Bad. 1868, p. 188—196.)
        <pb n="6" />
        Berechnet aus:

— WA
Anorthit . . . +
Albit . 0. 0-04
Anorthitmolecüle . .
Alhbitmolecüle -

310, |A10,; CaO Na, O

72.46 | 73.79
27.54 26.21
2.47 2.65
1.00 . an

29
2,27
+ nn

71,94
28.06
2.43
«nn

Aus diesen Daten ergibt sich als wahrscheinlichstes Verhältniss:

Anorthit 72,25 2,45 Molecüle
Albit 27,75 1.00 Molecüle,
welchem die oben unter 7 stehende berechnete Zusammensetzung
 entsprechen würde.
Der vorliegende Plagioklas gehört also zur Bytownitreihe
und liegt nahe der Grenze gegen die Labradoritreihe. Damit
 stimmt auch das spec. Gew. (2,720-—2,723) sehr genau
überein, welches nach den Angaben von TscHERMAK! etwa
2,721—2,722 betragen müsste.
Der zur Analyse verwendete Diallag ergab sich unter
lem Mikroskope als völlig frei von etwaigen Einschlüssen und
Verwachsungen, sowie von idealer Frische. Die Thonerde
wurde mit frisch bereitetem Schwefelammonium gefällt, das
Kisenoxydul nach der von DOoELTER angegebenen Methode?
bestimmt; nur wurde statt des durchbohrten Becherglases ein
yrosser Trichter benutzt, welcher mir manche Vortheile zu
bieten scheint. Der Aufschluss im zugeschmolzenen (Glasrohre
nach der MirscHerLich’schen Methode. welcher zuerst versucht
wurde, gelang nicht.
Die Analyse lieferte die unter 1—5 stehenden Werthe,
5 gibt das Mittel, 7 die mittlere Zusammensetzung unter Ersetzung
 des Kali durch die äquivalente Menge Natron. um
len Überblick zu erleichtern.
Schon ein fHüchtiger Blick auf die gewonnenen Zahlen
ergibt, dass die Zusammensetzung des Diallag eine ungewöhnliche
 ist. Der Kalkgehalt ist erheblich geringer, der
Kisenoxvdgehalt erheblich höher. als in irgend einem anderen

» Chemisch-mineralugische Studien. (Sitzb. d. k. Akad. d. Wissensch.
‚X. Bd. I. Abth. Juli-Hett. Jahrg. 1869. Sep.-Ahz. p. 22.)
» PSCHERMAK. Min, Mitch, 1877. v. 281.
        <pb n="7" />
        5. Diallag.

16 (Mittel)

Ang. Suhst
Si0,
ALO,
Fe, 0,
FeO
Da 0
MO
Na, 0
KO

0.8860
53.94
3.12
4.97

0,8531
53.68
3.01
5.22

6.25 6.13
18.72 | 18.83

14715
13.68
299

N 4740

251

0.589292

0,57
1.20

58.58
3.12
5.09
13,54
6.19
18,77
0.70
101.01 ‘100.94

bisher analysirten Diallag, ja in monoklinen Pyroxen überhaupt.
Versucht man die einzelnen Silicate zu ermitteln, welche sich
an der Zusammensetzung des Diallag betheiligen, und führt
zunächst die am häufigsten vorkommenden Silicate (NaK), 0.
Fe, 0, .48i0,, MgO. Si0,, Ca0O.8i0,, FeO.SiO, und (Mg
Fe)O. (AlFe), 0, .Si0, ein, so bleibt ein Überschuss von
163°, SiO,. Es müssen also kieselsäurereichere Verbindungen
vorhanden sein, etwa MgO. Al, 0, .458i0, oder die analogen
Valcium- und Eisensilicate.
Führt man diese Silicate ein. so ergibt sich aus der anyefügten
 Tabelle, in welchem Atomyerhältniss sie sich an der
Zusammensetzung betheiligen:

Na, 0 MgO!CaO|FeO Fe, 0,|A1.0, | 8i0,

0.0116 0.4704 0.1108/0.1885/0.0319' 0.0806 10.8934!

Na, 0. Fe,0,
„4810, . ./ 0.0116! 2
Mg0.ALO,
‚850, ...
MgO.ALO,
‚4810, .
MgO. Fe, 0,
.485i0, ..
Mg O0, SiO,
a0. Si0,.,
FeO0.8Si0.

!
0.0208:
0.4195°
— 0.1108

-. 0.1885

0.0116! -—- 0.0464 0.0696! 4.01
0.0255 0.0255.0.0765! 4.41
0.003110.0204 10.0806! 176

2.0208)

'0.0812/0.0218: 7.02
0.4195 04300 48.33
0.1108{0.2216! 12.76
0.1885 0.3770, 21.71
10.8923 11.7361 /1100.00
Rest 0.0011 |
        <pb n="8" />
        Der besseren Übersicht wegen mögen die Hauptverbindungen
 zusammengefasst und die Atomverhältnisse auf einfache
 Zahlen reducirt werden. Wir erhalten dann:

LNa, 0. Fe, 0,.48i0,
iMgO.ALO,.Si0,
2My O0. (AlFe), 0, .48i0,
9(Mg, Ca, Fe)O.Si0,.
In der letzteren Verbindung verhalten sich Ca0O.Si0,:
Fe0.Si0,:MgO0.SiO, etwa wie 10:17:38.
An die soeben beschriebene Gruppe plagioklasreicher
(4abbros schliesst sich eine zweite an, welche sich von der
vorigen besonders dadurch unterscheidet, dass der Diallag in
isolirten Individuen gleichmässig vertheilt ist, und letzterer,
wie auch der Plagioklas, in grösseren und schärfer begrenzten
Krystallen auftritt. Wo der Plagioklas frisch ist, zeigt er
sehr vollkommene und kräftig glänzende Spaltungsflächen, auf
denen sich schon mit unbewaffnetem Auge die vielfache Zwillingsbildung
 deutlich wahrnehmen lässt. Auch neigt diese
Varietät augenscheinlich mehr zur Zersetzung, da einzelne
Handstücke zwar frisch sind, diese aber in solche übergehen,
in welchen der Plagioklas saussuritartig, der Diallag in Hornblende
 umgewandelt ist. Die hierher. gehörigen Gesteine
stammen vom Loskop, einem isolirten Berge der Zwart-Koppies,
 etwa halbwegs zwischen Pretoria und Kustenburg.

Der augitische Gemengtheil ist hier viel schärfer als
Diallag charakterisirt: Spaltbarkeit nach dem Prisma und
Theilbarkeit nach dem Orthopinakoid treten mit grösster
Schärfe hervor. Die charakteristischen Interpositionen, welche
sich je nach der Schnittlage als feine Nadeln oder als Blättchen
 darstellen, sind in der Regel reichlich vorhanden. In
einigen Krystallen trifft man dieselben nicht nur nach dem
Orthopinakoid, sondern auch nach dem Prisma orientirt. Bemerkenswerth
 und, wie es scheint, am Diallag nicht häufig
sind regelmässige achtseitige Begrenzung einzelner Indivi-Auen
 in annähernd basischen Schnitten, sowie sehr lebhafter
Pleochroismus (6b kräftig gelblichroth, € und a grünlichgran
bis lebhaft graugrün :; Absorptionsunterschiede nicht merklich).
Entsprechend dem makroskopischen Befunde zeichnet, sich
        <pb n="9" />
        der Plagioklas auch unter dem Mikroskope durch schärfer
ausgeprägte Leistenform aus. Er enthält recht constant, aber
nicht gerade in bedeutender Menge opake Nadeln, welche
ebenso, wie die Blättchen im Diallag, in der vorigen Gruppe
vollständig fehlen.
Die Umwandlung des Plagioklas in saussuritartige Producte
 lässt sich Schritt für Schritt verfolgen. Zuerst stellen
sich vereinzelte durchsichtige Körner und Säulchen ein, von
denen ein Theil lebhafte, ein anderer "Theil matte Interferenzfarben
 zeigt, und welche man wohl als Epidot und Zoisit
deuten kann. Wenn auch die Individuen in der Regel zu
klein sind, um die übrigen für diese Mineralien charakteristischen
 Eigenschaften erkennen zu lassen, so gelang es doch
wenigstens, einige Epidote sicher zu bestimmen. Allmählich
veichern sich diese Körnchen an, bis sie schliesslich gänzlich
an die Stelle des Plagioklas treten, wobei dann auch (Quarz
in grösseren Körnern sich einstellt, der zweifellos als secundär
anzusehen ist. Die Saussuritbildung kann schon ziemlich weit
fortgeschritten sein, olme dass der Diallag Spuren von Umwandlung
 zeigt, so dass letzterer jedenfalls verändernden Einflüssen
 gegenüber der widerstandsfähigere Bestandtheil ist.
Schliesslich tritt jedoch an die Stelle des Diallag eine faserige,
 lichtgrüne Hornblende mit mässig starkem Pleochroismus
von durchaus uralitischem Habitus, und in den am stärksten
veränderten Partien ist der Diallag völlig verschwunden. Mit
dem gewöhnlich aus Diallag entstehenden Smaragdit, welcher
als eine dem Strahlsteine nahe stehende Hornblende angesehen
wird, hat das vorliegende Umwandlungsproduct keine Ähnlichkeit;
 es unterscheidet sich in keiner Beziehung von dem
normalen, aus gemeinem Augit entstehenden Uralit. Die Fasern
 des letzteren liegen theils parallel, theils ist ihre Anordnung
 eine recht wirre. Opake Erzkörnchen fehlen in der
Regel gänzlich, sind aber gelegentlich in mässiger Menge vorhanden
 und damn recht gleichmässig vertheilt.
Die uralitische Hornblende wird ihrerseits wieder in
chloritische Substanz umgewandelt, deren Menge sich erst,
nach der Behandlung der Dünnschliffe mit Salzsäure abschätzen
 lässt. Gelegentlich findet sich ansserdem Serpentin
in parallelfaserigen pleochrtoitischen Massen. bei denen in
        <pb n="10" />
        der Richtung der Längsaxe ein dunklerer blaugrüner und
senkrecht dazu ein lichterer saat- bis gelblichgrüner Farbenton
 vorherrscht.
An weiteren Bestandtheilen kommen nur in äusserst spärlicher
 Menge Biotit und opake Körnchen vor.
Da das zur Verfügung stehende Material die Gewinnung
von reinem Uralit zu gestatten schien, so glaubte ich den
Versuch der Isolirung machen zu sollen. Uralitische Hornblende
 ist überhaupt erst von wenigen Fundorten analysirt
worden und solche meines Wissens noch gar nicht, welche
nachweisbar aus Diallag entstanden ist. Hinzu kommt, dass
im vorliegenden Falle auch ein Vergleich der chemischen Zusammensetzung
 von Umwandlungsproduct und Muttermineral
ermöglicht sein würde, da der Diallag, dessen Analyse oben
mitgetheilt worden ist, aus einem Handstück stammt, welches
nach der Angabe des Herrn Prof. Comex in unmittelbarster
Nähe des vollständig uralisirten Stückes von anstehendem
(+esteine geschlagen worden ist.
Obwohl zur Isolirung des Uralit nur solche Stücke verwendet
 wurden, in denen der Diallag vollständig verschwunden,
 Chlorit nur in sehr geringer Menge nachweisbar War,
so erwies sich doch die Gewinnung eines durchaus reinen Pro-Auctes
 schwieriger und zeitraubender, als ich erwartet hatte.
Zuerst wurde versucht, aus dem auf ein sehr feines Korn
gebrachten und mit einem Magnetstabe vom Eisenerz befreiten
 Material den Uralit durch THovLgET’sche Lösung zu isoliren.
 Es gelang zwar, den grössten Theil des Feldspathes
zu entfernen und ein unralitreiches Product zu gewinnen; da
aber eine erhebliche Menge des saussuritartig umgewandelten
Plagioklas genau das specifische Gewicht des Uralit besitzt,
welches zu 3,0838 bestimmt wurde, so liess sich jener auf
diesem Wege nicht weiter abscheiden. Es wurde dann versucht,
 Uralit und Saussurit mit einem starken Elektromagneten
 zu trennen, aber ohne Erfolg, da der reine Uralit sich
-- wenigstens für die zur Verfügung stehende Stromstärke
von vier Bunsun’schen Elementen — als gänzlich unmagnetisch
 erwies. Doch gelang es immerhin bei diesen Versuchen,
alle Verwachsungen von Uralit und Magmnetit, welche durch
den Maenetstab noch nicht ausgezogen waren, zu entfernen,
        <pb n="11" />
        (ßä

Es blieb schliesslich nichts anderes übrig, als die Uralitstückchen
 unter der Lupe auszulesen, bei dem feinen . Korne
des Materials eine sehr zeitraubende und mühselige Arbeit.
Das so erhaltene Product wurde zur Entfernung des etwa
mit dem Uralit verwachsenen Chlorit eine Stunde lang mit
Salzsäure digerirt, mit heissen Wasser ausgewaschen, bis das
Waschwasser keine Chlorreaction mehr gab, und die ausveschiedene,
 zurückgebliebene Kieselsäure durch Aufkochen
mit einer concentrirten Sodalösung und sorgfältiges Auswaschen
entfernt. Auf diese Weise gelang es schliesslich, ein Material
zu gewinnen, welches sich bei der mikroskopischen, Prüfung
als vollkommen rein erwies. Die mit grösster Sorgfalt ausgeführten
 Analysen ergaben das unter I-—V stehende Resultat,
 während unter VI des bequemeren Vergleichs wegen die
oben gefundene Zusammensetzung des frischen Diallag hinzugefügt
 wurde:

Ang. Subst.
SiO,
AL O,
Fe, 0,
FeO
VaQO
MgO
Na, 0
K, 0
H, 0

0.6452
52.73
4.62
516

246
(2.59

IL

“my

yo vr

0.2655 * 0.4826 {14807

4.78
5,36
12.71

52,78
4.70
5.26
10.21
12,58
12,59
0.23 0.28
0.06 0.06
1.54

58.583
3.12
5.09
13.54
6.19
18.77
0.57
0.20
99.90 10101

10.21

| 54

Vergleicht man das Umwandlungsproduct (V) mit dem
Muttermineral (VI), so ergibt sich als wesentlichster Unterschied
 die Aufnaluıme von Wasser und die Veränderung im
(iehalt der alkalischen Erden: der Kalk hat ungefähr in
gleichem (irade zugenommen (um 6,39%), als die Magnesia
abgenommen (6,18°%,): ferner tritt noch in-merklicher Weise
die Abnahme des Eisenoxyduls hervor (3,33 %/,). während die
Zunahme der Thonerde und des Eisenoxydes, die Abnahme
der Kieselsäure. und der Alkalien kaum in Betracht kommen
Jürften. Fs tritt jedenfalls auf das deutlichste hervor. dass
        <pb n="12" />
        von einer Paramorphose, d. h. von einer molecularen Umlagerung
 ohne wesentliche Substanzveränderung nicht die Rede
sein kann, sondern dass die Uralitisirung des Diallag im vorliegenden
 Falle ein complicirter Process ist. verbunden 5s0-wohl
 mit Substanzaufnahme, als auch mit Substanzverlust,
wie denn auch schon Rot die Uralitisirung als coamplicirte
Verwitterung aufgefasst hat‘.
Versucht man die an der Zusammensetzung des Uralit
sich betheiligenden Silicate zu berechnen, so findet man, dass
(ie Einführung weder der von SCHARIZER, noch der von GROTH
in der Hornblende angenommenen isomorphen Verbindungen
ein befriedigendes Resultat liefert. In beiden Fällen ‚ergibt
sich ein beträchtlicher Überschuss an Kieselsäure. 50 dass
kieselsäurereichere Silicate vorhanden sein müssen. Bei der
Verwandtschaft der Hornblenden mit den Augiten liegt es
am nächsten, in ersteren solche Verbindungen zu vermuthen,
welche auch in letzteren vorkommen, z. B. das von Herrn
Prof. Couxx in seiner Arbeit über den Jadeit von Thibet anvenommene
 Silicat RO. R, OÖ, .45i0,. Führt man letzteres
ein, so lässt sich die obige Analyse in folgender Weise berechnen,
 wenn man der Vereinfachung wegen für Kali die
äquivalente Menge Natron einführt und den Gehalt an Wasser
unberücksichtigt lässt:

Si0, 11, 0, [Fe 0, | FeO (a0 MgO|NaO

Na, 0.AL0;
‚485i0, ..
MgO. Fe, 0,
.48i0, ..
WgyO0.A1,0,
.48i0, .-MyO.ALO,

‚Si0, ..-MgO0.Si0

Ua0O.8i0
Fe0O .Si0

0.8800 0.0461 10.0829 0.14190.225210.3155 10.0044
0.01.76 0.0044
10.1816 - 10.0329

0.004410.0264' 1.61
0.1974! 12.02

'0.108610.0259
2.0158 10.0158
9.2406
12°
741:

0.0259

0.1554 9.46

0.0158
092409:

0.0474! 2,88
0.4818 29.38
0.4504 27.42
0.2838 17.28

- 0.2262
531419

„0.8766 10.046110.0829 0.1419 0.2252 0.3155 10.0044 /1,64261100.00
Rest 0.0084

Verel. Allyemeine u. chemische Geologie 1879. TI. p. 342.
        <pb n="13" />
        Da

Das Strahlsteinmolecül betheiligt sich also zu etwa %
an der Zusammensetzung des Uralit.
Schon oben wurde erwähnt, dass die Zahl der bisher
ausgeführten Uralitanalysen eine geringe ist; es sind mir nur
5 bekannt geworden, welche 4 Fundorte repräsentiren. Dieselben
 mögen hier zusammengestellt werden, um den Vergleich
ınit dem von mir untersuchten Uralit zu erleichtern. Hinzugefügt
 wurde die von B. J. HARRINGTON ermittelte Zusammensetzung
 des Augit, aus welchem der von ihm untersuchte
Uralit entstanden ist:
I. Uralit von Pastogrande, Chile, analysirt von Domeyko.
(Vergl. J. Rotz, Allgem. u. chem. Geologie. 1879, I. Bd. 342.)
II. Uralit der Schlegeler Berge bei Neurode, analysirt
von G. vom Rat. (Poce. Ann. 1855. XCV. 558.)
III. Uralit vom Baltymsee:
a) analysirt von KUnErNATSCH (Poce. Ann. 1836. XXXVID.
586):
bh) analysirt von C. F. RaAmveLsBERG (Handb. der Mineralchemie.
 1875. 421).
IV. a) Uralit von der Oberfläche eines Krystalls aus den
Apatitgängen von Ottawa County, Quebeck.
ö) Augit aus dem Inneren des Krystalls, B. J. HARRING-Ton:
 Report on the minerals of some of the apatitebearing
 veins of Ottawa County. (Geological survey
of Canada, Montreal 1879. 21 u. 22.)

Si0,
Al, OÖ,
Fe, 0,
FeO
Mn O0
Ca O0
MgO
K, 0
Na, 0
(GHühver].
H,O

Spec. Gew.

‘a al. IV

9.

h

11.

h.

41,9 | 48.70
16.6 0.82

53.05
4.56
16.37

50.75
5.65 |
— |
16.48‘
0.79
11.59
12.28

52.82
3.21
2.07
2,71
0.28
15.39
19.04
0.69
0.90
9240

50.87
4.57
0,97
1.96
0.15
24.44
15.37
0.50
0.22
1.44

11,7
2.6
11.6
15.4

9591

11.251 12.47
1201! 12.90

1.2
100.0 |
2179 '

1.01 |

1.80

99.00 99,85 99.34
2973| 3.150! 3.148

99.51 100.49
3003| 3181

AP

b.

53.53
3.12
5.09
13.54
12.58 6.19
12.59 18.77
0.06 0.20
0.23! 0,57

154

99.90 101.01
3038| 3.310
        <pb n="14" />
        15

Unter V. &amp;amp; und b wurden die von mir ausgeführten Analysen
 des Uralit und Diallag aus dem Gabbro der Zwartkoppies
 noch einmal wiederholt.
Von diesen Analysen sind zunächst die beiden ersten
(L und II) ungeeignet, mit der von mir ausgeführten verglichen
 zu werden, da die Uralite jedenfalls gänzlich abweichenden
 Hornblenden angehören: die Analyse von DOoMEyKo
(1) lässt sich überhaupt nicht auf eine isomorphe Mischung
der gewöhnlichen, in den Hornblenden angenommenen Silicate
zurückführen; der Uralit von den Schlegeler Bergen (IT)
ist ein an KEisenoxydul ungewöhnlich reicher Strahlstein,
wenn man von dem ungefähr um 24°, zu niedrigen Kieselsäuregehalte
 absieht. Dagegen ergibt sich, dass der Uralit
vom Baltymsee nahezu die gleiche Zusammensetzung besitzt,
wie derjenige vom Loskop, wenn man annimmt, dass neben
Eisenoxydul auch Eisenoxyd vorhanden, aber nicht bestimmt
worden ist. Der Uralit von Ottawa County weicht dagegen
 wiederum nicht unerheblich ab, indem der Gehalt an
Sesquioxyden und an Eisen erheblich geringer, der Gehalt an
alkalischen Erden, besonders an Magnesia erheblich höher ist.
Ebenso ergeben sich sehr wesentliche Unterschiede, wenn
man Umwandlungsproduct und Muttermineral einerseits nach
den Analysen von HArRRINGTON, andererseits nach den von
mir ausgeführten vergleicht.‘ Bei der Umwandlung des canadischen
 Augit in Uralit nimmt der Gehalt an Kalk bedeutend
ab, an Magnesia bedeutend zu, während bei dem aus Diallag
entstandenen Uralit gerade die umgekehrte Veränderung eintritt;
 andererseits ist auch das Muttermineral in Canada
kalkreich, in Afrika kalkarm. Die Veränderungen im Gehalte
 an Kieselsäure, Thonerde, Eisenoxydul und Alkalien sind
zwar geringfügig, nehmen aber wie bei den alkalischen Erden
den umgekehrten Verlauf an den beiden Fundorten. Die Zunahme
 von Alkalien in dem Uralit von Canada erscheint
bei der leichten Beweglichkeit dieses Bestandtheils besonders
bemerkenswerth. Von einer molecularen Umlagerung kann aber
bei der Uralitbildung auf den Apatitgängen in Canada ebenso
wenig die Rede sein, wie bei derjenigen im Gabbro. Berechnet
man für die Uralite vom Baltymse6 und von Ottawa
County in gleicher Weise wie oben die etwa an der Zusammen-
        <pb n="15" />
        4

setzung derselben sich betheiligenden Silicate, so erhält man
lie in der folgenden Tabelle zusammenzgestellten Zahlen:

‚nr

Na, 0.A1,0,.48i0,
MgO., Fe, 0, .48i0,
MgO.Al,0,.48i0,
MgO. Fe, 0,.8Si0,
Mg0.AlLO,.Si0,
MgO0.SiO,
Ca 0,SiO,
FeO.Si0,

Na, 0.AlLO,.48i0,
MgO. (Al Fe), 0, . 4 Si 0,
Mg O0 .(Al Fe), 0, . Si0,
"Mg Ca FPe)0O .Si0.

AL. | I.
1
KUDER- | RAMMELS- | HARRING-NATSCH
 BERG TON

IV.
DaAHMs

7.51

1.61
12.02
9.46

12.76

10.77

1.50
32,76
26.22
26.76

— 2,24
4.66 1.67 2,88
30.50 52,18 29,38
25.05 31.63 | 27.42
29,02 4.77 * 17.28
n0.00 100.00 100.00

= 2
13 21
| 5 ! 4 I 3
82 ° 289 | 7a

a
RA

Zur Berechnung der HArerinerton’schen Analyse genügen
also die von GrotmE in der Hornblende angenommenen Silicate.
während für die Analyse von KUDERNATSCH und RAMMELSBERG
ebenso wie für die meinige, eine kieselsäurereichere Verbindung
 nothwendig ist. In allen vier Uraliten herrscht jedoch
das Strahlsteinmolecül (Mg Ca Fe)O0.SiO, stark vor, mit wechselnder
 Betheiligung der Magnesium-. Caleium- und Eisen-Silieate.


2. Pyroxenreicher Gabbro.
Zu einer zweiten Gruppe lassen sich diejenigen Gabbros
vereinigen, welche sich durch einen erheblich grösseren Gehalt
 an basischen Gemengtheilen und durch feineres, sowie
gleichmässigeres Korn auszeichnen. Die Handstücke stammen
von den verschiedensten Punkten der Zwartkoppies zwischen
 Pretoria und Rustenburg (Doornport. Loskop.
Sandsluit unweit Renseburg, Hexriver unweit Rustenburg).
 Es sind feinkörnige Gesteine von dunkelgrüner bis
graugrüner Färbung, in denen sich makroskopisch meist nur
feine Plagioklasleisten an ihren glänzenden Spaltungsflächen,
yelegentlich auch ein Diallagkorn und in einem Handstücke
reichlich Eisenkies mit Sicherheit erkennen lassen.
        <pb n="16" />
        Mit beginnender Zersetzung nehmen die Feldspathe eine
orüne Färbung an, die Spaltbarkeit wird unvollkommener.
aber ein eigentlich saussuritartiger Habitus entsteht nicht.
Die Spaltungsflächen des Diallag erhalten einen seidenartigen
Schiller. Der ganze Habitus der etwas veränderten Gesteine
wird ein grünsteinartiger.
Die‘ Untersuchung der Dünnschliffe ergibt, dass die meisten
 (Gesteine dieser Gruppe sich durch einen recht hohen Gehalt
 an opaken Eisenerzen und Apatit, mehr oder minder
reichliches Auftreten von Chlorit und Quarz auszeichnen, S0-wie
 dadurch, dass der Pyroxen weniger den Habitus des
Diallag, als denjenigen des gewöhnlichen Augit annimmt. Da
aber diese an basischen Gemengtheilen reichen Varietäten
allmählich in die plagioklasreichen mit typischem Diallag übergehen,
 der Augit immerhin noch zuweilen diallagartigen Habitus
 zeigt, so muss man sie dem Gabbro zurechnen, der das
vorherrschende Gestein in dem Höhenzug bildet, und kann
sie etwa zum "Theil als Diabasfacies des Gabbro bezeichnen.
An. dem Pyroxen nimmt man zwar öfters Blätterdurchgänge
 nach dem Pinakoid wahr, aber nicht so vollkommen.
wie bei typischem Diallag, und die für letzteren charakteristischen
 Interpositionen fehlen vollständig. Der Pleochroismus
 ist erheblich schwächer als in den oben beschriebenen
(+abbros und fehlt zuweilem fast ganz. Zuweilen tritt die
Spaltung nach der einen Prismenfläche vollständig zurück.
zo dass diejenige nach der anderen zusammen mit der pinakoidalen
 basischen Schnitten ein hornblendeähnliches Aussehen
 gibt. Zwillingsbildung nach dem Orthopinakoid ist
häufig. Die Begrenzung ist fast stets eine ganz unregelmässige,
 wodurch ebenfalls eine diabasartige Structur resultirt.
Die Zersetzung liefert hier lediglich chloritische Substanzen;
 zuweilen sind die Fasern parallel angeordnet. so
dass man an Uralit denken könnte, doch ergibt sich durch
die leichte Zersetzbarkeit beim Digeriren der Dünnschliffe
mit Salzsäure sofort. die wahre Natur der Umwandlungsproducte.

Der breit leistenförmige Plagioklas lässt bei beginnender
Zersetzung nicht selten einen zonaren Aufbau deutlich erkennen.
 indem schmale. den Umrissen streng folgende Theile
        <pb n="17" />
        [6

getrübt, der stark vorherrschende Kern und eine schmale
Randzone noch völlig wasserklar sind. Apatitmikrolithe werden
reichlich eingeschlossen, während nadelförmige Interpositionen
theils gänzlich fehlen, theils sehr spärlich vertreten sind.
Die Apatite liegen zuweilen der Zwillingsnaht parallel angeordnet,
 meist jedoch ganz regellos, Auch finden sich gelegentlich
 als Einschlüsse kleine, stark pleochroitische Diallagkörner,
 welche wie angeschmolzen aussehen. Wo der Feldspath
 ganz oder fast ganz zersetzt ist, wird er trübe durch
licht gedrängte flockige Partien, zwischen denen man nicht
selten in erheblicher Menge zeisiggrüne, stark pleochroitische
Epidot- und kleine Quarzkörnchen erkennt, welche letztere
zweifellos secundärer Entstehung sind. Ob dieses auch für
die grösseren durchweg gilt, mag unentschieden bleiben, obgleich
 sich Quarz um so reichlicher einstellt, je veränderter
die Gesteine sind, und derselbe gern zwischen den Feldspathleisten
 eingeklemmt auftritt. Flüssigkeitseinschlüsse sind vorhanden,
 aber überall in mässiger Menge und nicht zu Reihen
üder Bändern angeordnet. Bewegliche Libellen wurden nur
vereinzelt beobachtet.
Die Menge des Biotit ist sehr wechselnd; wo er in
wenigen Blättchen auftritt, sind diese meist mit Eisenerzen
verwachsen. Er ist von brauner Farbe, stark pleochroitisch
und deutlich zweiaxig mit sehr kleinem Axenwinkel. Hornblende
 wurde nur in einigen wenigen Individuen beobachtet
and zwar, wie der Biotit, mit Eisenerz verwachsen.
Die Eisenerze gehören nach ihrer leistenförmigen Gestalt,
der Umwandlung in Leukoxen und der Unlöslichkeit in Salzsäure
 zumeist dem Titaneisen an; daneben kommen zierliche
Würfel von Prrit vor.

An diese plagioklasreichen Gabbros schliesst sich sowohl
örtlich, als auch der Zusammensetzung nach ein Gabbro an,
der bei Wonderboom-Neck (Magalies-Berge) in Geröllen
 gesammelt wurde und höchst wahrscheinlich in unmittelbarer
 Nähe ansteht.
Gelbliche Leisten von Plagioklas und Körner oder gedrungene
 Säulen von Diallag, beide durchaus frisch und mit
vollkommenen und kräftig glänzenden Spaltungsflächen sind
        <pb n="18" />
        | 4

die einzigen mit der Lupe erkennbaren Bestandtheile, welche
in annähernd gleicher Menge vertreten sind; die Structur
ist mittelkörnig und sehr gleichförmig. .
Auch unter dem Mikroskope erweist sich das Gestein
von bemerkenswerther Frische und sehr typischer Zusammensetzung;
 man beobachtet nur dünne Häute von Eisenoxydhydrat,
 welche den Diallag umgeben und vereinzelte trübe
flockige Partien in den Plagioklasen.
Primäre Eisenerze fehlen vollständig; an accessorischen
Bestandtheilen trifft man nur in geringer Menge Apatit und
Biotit, letzteren in inniger Verwachsung mit dem Diallag.
Die Plagioklasleisten setzen sich meist aus wenigen breiten
 Lamellen zusammen, oder einem im wesentlichen einheitlichen
 Individuum sind sehr schmale Lamellen eingeschaltet,
wie man es besonders bei basischen Plagioklasen anzutreffen
pflegt, womit auch die grosse Auslöschungsschiefe (gegen die
Zwillingsnaht etwa 30° im Maximum) übereinstimmt. Opake
Nadeln treten nur ganz vereinzelt auf.
Die sehr vollkommen pinakoidale Spaltbarkeit neben der
prismatischen , der lebhafte Pleochroismus (b gelblichroth,
a und c grünlichgrau), die parallel zum Pinakoid eingelagerten
Blättchen und die ganz regellose Begrenzung verleihen dem
augitischen Bestandtheile den Charakter eines typischen DialjJag.
 Abgesehen von Eisenhydroxyden, welche sich auf Spalten
 angesiedelt haben, zeigt sich nur in ganz unbedeutender
Menge Umwandlung in eine grünliche chloritische Substanz,
Das Gestein ist also auch durch mikroskopischen Befund
ain typischer Gabbro mit idiomorphem Plagioklas, allotriomorphem
 Diallagy und von hemerkenswerther Frische.

3. Quarzdiabas.

Von Erasmus’ Farm bei der Wonderboom-Poort
in den Magalies-Bergen, also in geringer Entfernung
von den Zwartkoppies, liegt ein Gestein von gabbroähnlichem
 Aussehen vor, welches sich aber bei der mikroskopischen
 Untersuchung als Quarzdiabas erweist. Lichtgrüner
saussuritartiger Plagioklas, der nur selten deutliche Leistenform
 zeigt, ein in Folge deutlicher Spaltung diallagähnlicher
Pyroxen. tombackhbraune Glimmerblättchen und kleine am
        <pb n="19" />
        muscheligen Bruch und Fettglanz deutlich erkennbare Quarzkörnchen
 bilden die unter der Lupe erkennbaren Bestandtheile
 und zeigen eine mittlere sehr gleichförmige Korngrösse.
Unter dem Mikroskope erweist sich der Pyroxen als ein
gewöhnlicher Augit, der zum Theil in Uralit umgewandelt
ist. Ferner ergiht sich der Quarzgehalt als ein recht erheblicher.

Der Plagioklas bildet theils. leistenförmige Durchschnitte,
theils breite unregelmässig begrenzte Individuen; er ist so
stark zersetzt, dass er mit Ausnahme weniger durchsichtiger
bis durchscheinender Stellen vollständig undurchsichtig erscheint.
 Da Epidot oder Zoisit nirgends mit Sicherheit zı
erkennen ist, dagegen Aggregate kleiner sich theilweise überlagernder
 Blättchen bei starker Vergrösserung öfters deutlich
hervortreten, so dürfte eine Umwandlung in Kaolin oder in
eine glimmerartige Substanz vorliegen. Die makroskopische
lichtgrüne Färbung wird durch eingewanderte chloritische
Substanz bedingt.
Der licht gefärbte, nirgends regelmässige Begrenzung
zeigende Augit neigt zu säulenförmiger Ausbildung und ist
deutlich pleochroitisch (a und c lichtgrün, b lichtroth); Biotitblättchen
 und opake KEisenerzkörnchen kommen als Einschlüsse
 vor. Nur ein kleiner Theil ist frisch, die meisten
Augite sind in chloritische Substanz oder in Hornblende umgewandelt.
 .
Ausser dieser uralitischen Hornblende kommt auch Hornblende
 vor, bei welcher die Abstammung aus Augit nicht
direct ersichtlich ist. Dieselbe erscheint commact und stark
pleochroitisch :
a lichtgrünlichgelb
o ulivengrün Absorption: c&amp;gt;b&amp;gt;a.
c bläulichgrün.
Ob diese übrigens in nicht allzugrosser Menge auftretende
Hornblende primärer Entstehung ist oder ebenfalls aus Augit
entstanden, möchte ich nicht sicher entscheiden; doch scheint
mir letzteres nach der ganzen Art des Auftretens wahrscheinlicher.

Rothbrauner bis kaffeebrauner, stark absorbirender Biotit
 ist in mässiger Menge vorhanden, theils in isolirten Blätt-
        <pb n="20" />
        -hen, theils in Verwachsung mit opakem Krz, theils als Einschluss
 in Augit und Hornblende.
Der Quarz tritt meist zwischen den stark zersetzten
Feldspathen auf, so dass man ihn für secundär halten könnte,
nbgleich die Menge dafür etwas reichlich erscheint. Die unregelmässig
 angeordneten Flüssigkeitseinschlüsse enthalten
Libellen, welche bei Erwärmung bis auf 90° unverändert
hleiben.
Das spärliche opake Eisenerz tritt vorzugsweise in Verwachsung
 mit Biotit auf.

IHN. Quarzporphyre von den Makwassi-Bergen.
Über das Vorkommen der Quarzporphyre verdanke ich
Herrn Professor Couex die folgenden Angaben:
„Ein Theil der vorliegenden Quarzporphyre stamınt von
den Makwassi-Bergen, einem im südlichen Transvaal
etwa zwischen Bamboes Spruit und Schoon Spruit
annähernd parallel mit dem Vaalfluss verlaufenden Höhenzug.
 Die Handstücke wurden von anstehendem (iestein in
der Nähe der Bamboes Spruit, Makwassi Spruit und
bei Klerksdorp unweit der Schoon Sprnit geschlagen.
Der Porphyr konnte demnach in der Richtung von Südwest
gegen Nordost 105 km weit verfolgt werden: senkrecht zu
dieser Richtung ist die Ausdehnung geringer, der Schätzung
nach zwischen 10 und 25 km. Wahrscheinlich lag ursprünglich
 eine Decke vor, aus welcher durch Erosion der langgestreckte
 Höhenzug der Makwassi-Berge entstanden ist.
Die übrigen Quarzporphyre wurden in den River-Diggings
am Vaalfluss gesammelt, wo lose Blöcke, welche bedeutende
Dimensionen erreichen können, recht häufig vorkommen. Obwohl
 nur ein Theil der Varietäten mit den von mir in den
Makwassi-Bergen beobachteten übereinstimmt, so erscheint
 es doch am wahrscheinlichsten, dass alle von dort
stammen, da anstehende Porphyre sonst aus dem oberen
Stromgebiet nicht bekannt sind. Ist diese Annahme richtig.
so würde man aus den am unteren Vaalfluss auftretenden
Porphyrgeröllen auf die Mannigfaltigkeit der Ausbildung in
den Makwassi-Bergen schliessen dürfen, welche ich nur
an verhältnissmässig wenigen Punkten besucht habe.“

ats
        <pb n="21" />
        20

Die in den Makwassi-Bergen anstehenden Quarzporphyre
 zeigen sämmtlich einen typisch porphyrischen Habitus,
 indem aus einer unter der Lupe vollständig dicht erscheinenden
 Grundmasse Einsprenglinge von Quarz und Feldspath
 auf das schärfste hervortreten. Letztere sind in grosser
Zahl vorhanden; doch herrscht erstere immerhin etwas vor.
Die Färbung der hornsteinartigen Grundmasse zeigt einen
starken Wechsel: bei Klerksdorp ist dieselbe lichtgrün,
in der Gegend der Bamboes-Spruit licht isabellgelb, unweit
 der Makwassi-Spruit dunkel grünlichgrau bis graulichviolett.
 Der Bruch ist splitterig.
Die je nach der Färbung der Grundmasse lichtgrau bis
dunkelgrau erscheinenden Quarzeinsprenglinge erreichen eine
Grösse von 6 mm. Regelmässige Begrenzung scheint sehr
spärlich vorzukommen; nur gelegentlich beobachtet man sechsseitige
 Bruchflächen oder auf den Verwitterungsflächen Hohlräume,
 welche den Abdruck von Dihexaö@dern darstellen.
Dünne Häute von Eisenhydroxyd färben einzelne Individuen
schmutziggelb. Die Feldspatheinsprenglinge überwiegen den
Quarz nicht nur der Grösse, sondern auch der Zahl der
Individuen nach. Sie erreichen eine Länge von 10, eine
Breite von 5 mm, bleiben aber durchschnittlich erheblich
hinter diesen Dimensionen zurück. Sie sind zum "Theil recht
frisch, von weisser oder fleischrother .Farbe mit glänzenden
Spaltungsflächen, z. Th. sind sie — und dann durchweg im
ganzen Handstück — in eine grünlichgraue, matte, pinitoidartige
 Substanz umgewandelt (Bamboes-Spruit). Von
den frischen Feldspäthen lassen viele unter der Lupe, manche
auch schon mit freiem Auge, Zwillingsriefung deutlich erkennen,
 ohne dass sonst irgend welche Unterschiede in Färbung,
 Vollkommenheit der Spaltung oder Glanz der Spaltungsflächen
 zwischen Orthoklas und Plagioklas hervortreten.
Die Quarzeinsprenglinge von meist rundlicher Begrenzung
 beherbergen, abgesehen von etwas Grundmasse, welche
auch buchtenförmig eindringt, nur Flüssigkeitsporen. Letztere
sind reichlicher als sonst in den Quarzporphyren vorhanden
und schaaren sich gerne, wie in den Granitquarzen, zu mehr
oder minder breiten Bändern. Die Poren sind meist sehr
klein. doch konnten öfters lebhaft bewegliche punktförmige
        <pb n="22" />
        Bläschen beobachtet werden. Letztere verschwinden bei einer
Erwärmung auf 56—62° und erscheinen bei der Abkühlung
wieder. Die nähere Untersuchung des Fugss’schen Apparats
 ergab, dass die Temperatur des Präparats jedenfalls
nicht unbedeutend geringer ist, als es das Thermometer des
Apparats anzeigt und sich die beobachtete "Temperatur anf
mindestens 46—52° reducirt. Es dürfte demnach flüssige
Kohlensäure, vielleicht mit einer geringen Beimengung von
permanenten Gasen vorliegen, was insofern bemerkenswerth
erscheint, als nach RosensuscH' flüssige Kohlensäure bisher
in Porphyrquarzen noch nicht nachgewiesen ist. Übrigens
verhalten sich die einzelnen Individuen bezüglich der Grösse
der Flüssigkeitsporen sehr verschieden. "Trotz eifrigen Suchens
 vermochte ich weder Glas noch Mikrolithe unter den
FEinschlüssen aufzufinden. Gelegentlich ist ein grösseres Korn
„ersprengt, und die wenig auseinander gedrängten Stücke
werden durch Grundmasse verkittet.
Unter den Feldspatheinsprenglingen herrscht bald Orthoklas
 (Makwassi-Spruit), bald Plagioklas (Klerksdorp)
vor. Letzterer ist oft reich an zahllosen kurz stabfürmigen,
parallel geordneten Gebilden; ich muss es unentschieden
lassen, ob dieselben primärer oder secundärer Natur sind.
Die Zwillingslamellen setzen häufig kurz ab, und an einigen
Krystallen wurde auch gleichzeitige Zwillingsbildung nach
dem Periklin- und Albitgesetze beobachtet. Die geringe Auslöschungsschiefe
 lässt auf dem Oligoklas nahe stehende Mischungen
 schliessen. Obwohl die Feldspathe oft stark getrübt
 sind — der Orthoklas durchschnittlich stärker als der
Plagioklas — so lässt sich doch in der Regel mit genügender
Deutlichkeit erkennen, ob ersterer oder letzterer vorliegt.
(hloritschüppchen treten oft als Einschlüsse auf, sowie sich
bei der Trübung kleine epidotähnliche Körnchen entwickeln.
Letztere stellen sich besonders reichlich bei der Zersetzung
mancher Plagioklase ein, so dass man gelegentlich die Zersetzung
 als Saussuritisirung bezeichnen kann. An dem makroskopisch
 pinitoidartig erscheinenden Feldspath in den Gesteinen
von der Bamboes-Spruit lässt sich bei starker Vergrösse-Rosenenseu,

 Mikroskopische Pliysiographie 1887. pas. 350,
        <pb n="23" />
        rung deutlich die Zusammensetzung aus museovitähnlichen
Schüppchen erkennen.
Basische (jemengtheile lassen sich auch unter dem Mikroskope
 nicht wahrnehmen, doch kann man aus den reichlich
vorhandenen secundären Producten ---- theils chloritische Substanzen,
 theils Kisenhydroxyde und Epidot — wohl schliessen.
‘lass ursprünglich solche vorhanden gewesen sind. Sie dürften
 wohl am ehesten aus Biotit bestanden haben. Schliesslich
trifft. man leukuxenartige Partien, welche ihren Umrissen
nach theils ans "Titanit, theils aus "Titaneisen entstanden zu
sein scheinen,
An der Zusammensetzung der vorherrschend mikrokrystallinen
 (irundmasse betheiligen sich an sicher bestimmbaren
Klementen Feldspathleisten, Quarzkörner, lichtgrüne chloritartige
 Schuppen and opake KEisenerze in wechselnder Menge.
Am reichlichsten und reichlicher als gewöhnlich in Quarzporphyren
 sind letztere in dem Vorkommen der Makwassi-Spruit
 vorhanden, wo sie Zierliche, auf reguläre Formen
ıleutende Durchschnitte liefern und wohl ausschliesslich dem
Magnetit angehören. Apatit ist in verhältnissmässig grossen
Individuen vertreten.
Neben diesen sicher bestimmbaren Bestandtheilen der
(Grundmasse finden sich in reichlicher Menge kräftig auf polarisirtes
 Licht einwirkende, wenig scharf begrenzte Partien.
welche bald vorherrschen, bald etwas mehr zurücktreten und
im wesentlichen aus Quarz zu ‚bestehen scheinen, deren mineralogische
 Zusammensetzung ich aber nicht ınit Sicherheit ermitteln
 konnte. Ebenso wenig konnte ich sicher entscheiden.
ob eine isotrope Basis in geringer Menge vorhanden ist. In
dem Vorkommen von der Bamboes-Spruit glaube ich
etwas Glas in feinen zwischengeklemmten Partien beobachtet
zu haben. Die sicher bestimmbaren fast ausnahmslos ganz
unregelmässig begrenzten Quarzkörner in der Grundmasse
zeigen meist keine scharfe Begrenzung, sondern scheinen in
der Regel ganz allmählich in die henachbarte (jesteinsmasse
überzugehen, Im Porphyr von der Bamboes-Spruit werden
auch die Quarze ganz besonders deutlich von. einer mosaikförmig
 struirten Zone umgeben, welche sich scharf von der
übrigen Grundmasse abhebt. Die Bestandtheile dieser Zone
        <pb n="24" />
        löschen in wesentlichen unter einander und mit den QuarzZeinsprenglingen
 gleichzeitig aus.
Wenn auch unter den in den River-Diegings am Vaalfluss
 (Klipdrift, Pniel, KForlorn Hope und in der
Gegend von Chri stiania) gesammelten Geröllen von Quarzporphyren
 nur wenige sind, welche sich direct mit den anstehenden
 identificiren lassen, so ist doch mit Ausnahme eines
bei Strongs Farm am Vaalfluss unweit Pniel gefundenen
 Blockes der allgemeine Habitus ein durchaus gleichartiger.
 Man kann daher wohl annehmen, dass alle etwa
anit der einen Ausnahme den Makwassi-Bergen entstammen.

Es sind an Einsprenglingen reiche Porphyre mit einer
hornsteinartigen (;rundmasse von brauner, rothbranner, bräunlichrother
 und graugrüner Grundmasse.
Die Feldspatheinsprenglinge, welche eine Länge von 2 cm
bei einer Breite von 1 cm erreichen . meist aber erheblich
kleiner sind, zeigen in der Regel eine der Grundmasse ähnliche
 Färbung, d. h. sie sind röthlich bei brauner Grundmasse
des Gesteins, grünlich bei grünlichgrauer. Der Kern ist zuweilen
 lichter als die Randzone; regelmässige krystallographische
 Begrenzung „eigen nur vereinzelte Individuen. Die
vollkommene Spaltung und der kräftige Glanz der Spaltungsflächen
 deuten auf einen verhältnissmässig geringen Grad der
Zersetzung. Einige Feldspathe erweisen sich als recht einschlussreich.
 Auch hier ergibt sich schon bei der Betrachtung
 mit der Lupe, dass plagioklasreiche Varietäten neben
plagioklasärmeren vorhanden sind. Der Quarz erscheint auf
den Bruchflächen der Gesteine vorherrschend in Körnerform.
Während in den anstehenden Quarzporphyren Glimmer nirgends
mehr sicher zu erkennen war, lässt er sich in den Blöcken
velegentlich mit Sicherheit wahrnehmen, obwohl die "Tafeln
ebenfalls stark zersetzt sind. In einem Blocke, der sich durch
das Auftreten hornsteinartiger Nester auszeichnet, tritt noch
zu den genannten makroskopisch erkennbaren Bestandtheilen
Kisenkies hinzu.
Der zuweilen stark corrodirte oder in Bruchstücke zersprengte
 und durch Grundmasse, selten auch durch hornsteinartige
 Aggregate wieder verkittete Quarz beherbergt
        <pb n="25" />
        34

vorzugsweise Flüssigkeitseinschlüsse, welche zum Theil ungewöhnliche
 Dimensionen erreichen. Die kleineren sind bandförmig,
 die grösseren ganz unregelmässig angeordnet. Augitähnliche
 Nadeln und Glaseinschlüsse treten sehr spärlich auf,
und letztere liessen sich nur ganz vereinzelt mit genügender
Sicherheit constatiren. Bisweilen treten im polarisirten Lichte
eigenthümliche Streifensysteme hervor, welche an die Zwillingsstreifung
 der Plagioklase erinnern.
Die Feldspäthe erweisen sich stärker zersetzt, als man
nach dem makroskopischen Befund erwarten sollte. Unter
den Zersetzungsproducten sind neben glimmerartigen Schüppchen
 besonders häufig Körnchen und Säulchen zu erkennen.
welche dem Epidot anzugehören scheinen und sich VOrZUgSweise
 im Plagioklas entwickeln, wenn sie auch dem Orthoklas
 keineswegs fehlen. Letzterer ist ausserdem häufig mit
rothen, staubförmigen Partikeln dicht erfüllt, welche neben
Kisenoxyd und Eisenhydroxyd die intensiv rothbraune makro-Skopische
 Färbung bedingen.
Obwohl der GHimmer durchgängig unter Ausscheidung
trüber Körner in chloritische Substanz umgewandelt ist, so
Jässt er sich doch in Folge häufiger scharfer Erhaltung der
Umrisse fast überall noch mit Sicherheit als Mutterminera]
bestimmen. Die chloritische Substanz ist sehr stark pleochroitisch:
 der parallel zur Spaltung schwingende Strahl lebhaft
 grasgrün, der senkrecht dazu schwingende lichtgelb.
Epidot und Eisenhydroxyd begleiten gelegentlich den Chloit,
 und letzterer ist zuweilen wieder in Quarz und Kisenerze
zerleot.

Apatit ist in manchen Varietäten reichlich vorhanden,
Zirkon spärlicher, aber in relativ grossen Krystallen. Die
Apatitsäulen liegen theils isolirt in der Grundmasse. theils
als Einschlüsse in den Einsprenglingen.
Opake Erze (zum Theil Kisenkies) sind in wechselnder
Menge vertreten. Nicht selten beobachtet man schwach durchscheinende,
 unregelmässig begrenzte Partien von ziemlichem
Umfang, welche den Pseudomorphosen von Leukoxer nach
Titaneisen in hohem Grade gleichen, und welche ich auch in
ler That für solche halten möchte. Einige derselben zeigen
mit ausserordentlicher Schärfe die für den Titanit charakteri-
        <pb n="26" />
        A.)

stischen, spitz keilförmigen Umrisse, und ich würde dieselben
unbedingt für zersetzten Titanit halten, wenn nicht letzteres
Mineral, wie es scheint, bisher in Quarzporphvren noch nicht
beobachtet worden wäre. ;
Die Grundmasse erweist sich im Wesentlichen als ein
mikrokrystallines Aggregat von Quarz und Feldspath, wenn
man von den secundären Bestandtheilen absieht. Glasige
ader mikrofelsitische Basis liess sich nirgends mit Sicherheit
constatiren und ist jedenfalls in den frischeren Gesteinen
nicht vorhanden, so dass sie höchst wahrscheinlich auch dort
fehlt, wo das Material für eine durchaus befriedigende Untersuchung
 nicht ausreicht. Auch kryptokrystalline Aggregate
spielen eine ganz untergeordnete Rolle. Zuweilen erreichen
die Quarzkörner in der Grundmasse verhältnissmässig bedeutende
 Dimensionen und schliessen dann Feldspath ein, so dass
eine Art mikropegmatitischer Durchwachsung resultirt, welche
aber nicht so regelmässig ist und nicht in so grossen Partien
 auftritt, dass von einer eigentlichen pegmatitischen
Structnr die Rede sein könnte. Granophyrische Verwachsungen,
 welche gewöhnlich die mikropegmatitische zu begleiten
 pflegen, fehlen auch gänzlich. In anderen Porphyren
liegen gleich orientirte Quarzkörner haufenweise zusammen,
so dass eine rundlich oder unregelmässig begrenzte Partie
der Grundmasse gleichzeitig auslöscht. Ob auch die Feldspathleisten
 und -körner innerhalb einer solchen Partie gleich
orientirt sind, wie es wahrscheinlich ist, lässt sich wegen
ihrer starken Trübung nicht sicher ermitteln. In der nächsten
Umgebung der Quarzeinsprenglinge nimmt die Grundmasse
in der Regel ein feineres Korn an, und wo Quarz innerhalb
lieser verdichteten Zone noch deutlich zu erkennen ist, tritt
er gern in länglichen Individuen auf, welche annähernd senkrecht
 zur Peripherie des Einsprenglings liegen ınd mit diesem
gleichzeitig auslöschen. In den graugrün gefärbten Grundmassen
 treten reichlich chloritische Blättchen und kleine epidotähnliche
 Körnchen auf, denen sich gelegentlich etwas Calcit
 hinzugesellt; in den rothbraunen Gesteinen fehlen dieselben
 zwar nicht. treten aber gegen rothbraune Körnchen
and flockige Partien zurück.
Für alle diese im Gehiet des Vaalfinsses theils an-
        <pb n="27" />
        24)

stehenden, theils in losen Blöcken vorkummenden Porphyre
ist charakteristisch: mikrokrystalline Structur der Grundmasse;
 Reichthum an Plagioklas unter den Einsprenglingen;
vorheirschend unvollkommene Begrenzung der Quarzeinsprenglinge,
 zahlreiche Flüssigkeitseinschlüsse, welche zum Theil
aus Kohlensäure bestehen; leukoxenartige Partien. welche
ans Titanit und Titaneisen entstanden zu sein scheinen.
Es wurde schon oben erwähnt, dass nur ein Porphyrveröll
 von Strongs Farm bei Pniel einen wesentlich von
den übrigen Porphyren abweichenden Habitus zeigt.
In einer graugrünen, im Grossen muschelig, im Kleinen
splitterig brechenden feldsteinartigen Grundmasse liegen zahlveiche,
 aber sehr kleine Einsprenglinge von Quarz und Feldspath,
 welche ungleichförmig vertheilt sind und wenig scharf
hervortreten.
Die Quarzeinsprenglinge sind sehr untegelmässig begrenzt
und erscheinen zum "Theil als scharfkantige Splitter. Klüssigkeitseinschlüsse
 fehlen oft yanz; wo sie auftreten, ist ihre
Zahl eine geringe, ihre Vertheilung eine ganz regellose.
Auch die Feldspäthe, unter denen Plagioklase sehr reichlich
 vertreten sind, zeigen spärlich regelmässige Begrenzung
ler sind, wo solche vorhanden ist, zerbrochen.
Als weiteren Einsprengling ergibt die mikroskopische
Untersuchung Biotit, der grösstentheils frisch ist und bisweilen
Biegungen und Knickungen zeigt.
Aus der vorherrschend kryptokrystallinen Grundmasse
treten bei starker Vergrössermg im polarisirten Lichte zahlreiche,
 lebhaft polarisirende, winzige Schüppchen hervor, welche
einem farblosen Gilimmer anzugehören scheinen. Ihre Anordhung
 bedingt eine recht deutliche Fluidalstructnr.
Dieser Porphyr steht jedenfalls in keiner Beziehung mit
lem in den Makwassi-Bergen anstehenden. soweit mir
solche zur Untersuchung vorlagen.

II. Massige. Gesteine aus dem Gebiet der Witwatersrand-Goldfelder,

Da die Goldfelder des Witwatersrands im südlichen
Transvaal in neuester Zeit eine grosse Bedeutung erlangt
haben. welche sich in Zukunft allem Anscheine nach noch er-
        <pb n="28" />
        heblich steigern wird, so erschien es mir von Interesse, die
in jenem Gebiete auftretenden massigen Gesteine, welche bisher
 nur einmal kurz erwähnt worden sind !, einer näheren
Untersuchung zu unterziehen. Zur Orientirung über den ge0-Ingischen
 Bau der in Betracht kommenden Gegend hat mir
Herr Professor Couen die folgenden Angaben zur Verfügung
vestellt.
„An dem Aufbau des Witwaterrands betheiligen sich
Arei Formationen, welche als Grundgebirge , Sandsteinformation
 und Dolomitformation bezeichnet werden können.
Das Grundgebirge spielt eine untergeordnete Rolle,
da es nur an wenigen Stellen in den tiefsten Einschnitten
hervortritt, wie z. B. zwischen G roblers Farm und grossem
 Jokeskeyfluss, etwa halbwegs auf der früheren über
Wonderfontein und Brandvyley von Potchefstroum
nach Pretoria führenden Hauptroute. Dasselbe setzt sich
aus krystallinen Schiefern und aus massigen Gesteinen ZUsammen.
 Unter ersteren herrschen theils dickbankige, un-(deutlich
 schiefrige, theils dünn-, aber ıuneben- his knotigschiefrige
 (Gesteine, welche aus Quarz und einem bisweilen
yöthlichen, meist jedoch grünlichen bis Jebhaft grünen glimmerartigen
 Mineral bestehen. Sie lassen sich am besten mit
manchen Serieitschiefern und Quarz-Sericitgesteinen des Tauaus
 und Soonwaldes vergleichen. Bei lichterer Färbung
und feinerer Structur zeigen die Schieferungsflächen einen
seidenartigen Schimmer. Zuweilen ist der Quarz in isolirten
Körnern oder Körneraggregaten ausgebildet, wodurch ein Gefüge
 entsteht, welches an dasjenige mittelkörniger Granite
erinnert; andere Varietäten sind so quarzreich, dass Quarzite
mit wenig Glimmer resultiren. Untergeordnet treten Amphiholite
 auf, welche fast ausschliesslich aus kurzen und breiten
Individuen einer strahlsteinartigen Hornblende bestehen, deren
innerhalb der Schieferungsfläche regellose Anordnung eine
körnig-schuppige Structur bedingt. Serpentine begleiten die
Amphibolite und dürften nach der Art des Vorkummens aus
letzteren entstanden sein, wenn auch die ursprüngliche Structur

1 BE. Comexn, Über die goldführenden Conglomerate in Südafrika.
’Mitth. aus dem naturw. Vercin f. Neu-Vorponunern und Rügen in Greifswald.
 1887. XIX. 34—36.1
        <pb n="29" />
        A

nicht erhalten ist. Die massigen Gesteine treten theils stockförmig,
 theils gangförmig auf, soweit die beschränkten Aufschlüsse
 und die kurze Zeit, welche für die Beobachtung zur
Verfügung stand, ein Urtheil gestatten.
An dem Aufbau der Sandsteinformation betheiligen
sich vorzugsweise Sandsteine von mittlerem bis feinem Korn
nit sehr wechselndem Bindemittel und daher auch von verschiedener
 Färbung. Lichtgraue Sandsteine mit spärlichen.
Bindemittel herrschen ; thoniges oder eisenschüssiges Bindemittel
 ist gewöhnlich mit etwas feinerem Korn verbunden.
Stark eisenschüssige, feinkürnige, schiefrige Sandsteine, die in
Eisenkiesel und in kieseliges Rotheisenerz übergehen, bilden
besonders bei Doornfontein und Hritfontein unweit
Wonderfontein (NO. Potchefstroom), nicht unbedentende
 Einlagerungen, deren Zersetzung zur Bildung löcheriger
Brauneisenerze Anlass gibt!. Im Liegenden der Formation
treten thonschieferartige Gesteine auf, im Hangenden arkoseartige
 und quarzitische. Die den Sandsteinen eingelagerten
gyoldführenden Conglomerate, welche bald von lockerem Gefüge,
 bald sehr fest sind, bestehen aus Quarzgeröllen und
einem arkoseartigen, zuweilen stark eisenschüssigen Bindemittel.
 Innerhalb der Sandsteinformation treten verschiedene
Plagioklas-Augit-Gesteine auf, ohne dass ich die Art der Lazerungsform
 mit Sicherheit feststellen konnte.
Die im Transvaal und in Griqualand West weit
verbreitete Dolomitformation setzt sich weitaus vorherrschend
 aus dunkel bläulichgrauen, klein- bis feinkörnigen
Dolomiten zusammen, deren Habitus so constant ist, dass man
die Gesteine an den entferntesten Punkten leicht wiedererkennen
 kann. Lichter gefärbte, geaderte oder breccienförmige
 Lagen treten nur spärlich und untergeordnet auf. Sehr
charakteristisch sind Einlagerungen kieseliger Gesteine von
bald hornstein-, bald chalcedonartiger Beschaffenheit, welche
in Folge ihrer Widerstandsfähigkeit gegen den Einfluss der
Atmosphärilien in Klippen hervorzuragen pflegen. Im Dolomit
sind Versteinerungen bisher nicht gefunden worden: doch kom-!In

 der oben citirten Notiz über die goldführenden Cunglomerate
ist. irrthümlich angegeben, dass eisenreiche Schiefer von (Quarzitsandstein
discordant überlagert werden. ‚Jene ywehören nicht dem Grundgebirge an.
        <pb n="30" />
        men unweit der Makwassi Spruit (zwischen Klerksdorp
und Potchefstroom) kieselige Bänke vor, auf deren Verwitterungsflächen
 Abdrücke von Crinoideen, sowie von Orthisund
 Chonetes - ähnlichen Brachiopoden hervortreten, welche
für palaeozoisches Alter der Schichten sprechen. Dünnschliffe
des Gesteins lassen zwar einen grossen Reichthum an 0rganischen
 Resten constatiren, aber keine Formen erkennen.
Diese kieseligen Bänke enthalten in wechselnder Menge Carbonate
 (ein Vorkommen ergab 62,16 Si0,, 9.07CaO, 3.01
MgO) und dürften als in höherem oder geringerem Grade
silificirte Dolomite aufzufassen sein. Auch die Dolomitformation
 wird bei Wonderfontein und an der Matchavis
Spruit (zwischen Klerksdorp und Potchefstroom) von
massigen Gesteinen (höchst wahrscheinlich gangförmig) durchsetzt.“


1. Grundgebirge.
Aus dem Grundgebirge liegen die folgenden massigen
(jesteine vor:
Biotitgranit
Amphibolgranit
(iranitporphyr
Syenitporphyr
Augitporphyrit.
Die beiden ersteren sollen stockförmig, die drei letzteren
gangförmig auftreten und theils die Granite, theils krystalline
Nehiefer durchsetzen.

a. Biotitgranit von Müllers Farm, SW. Pretoria.
Der Granit von Müllers Farm ist ein mittelkörniger,
porphyrartiger Biotitgranit mit wechselndem, aber stets geringem
 Gehalt an basischen Gemengtheilen. Lichtgelber bis
fleischrother Orthoklas und lichtgrünlicher, an seiner Zwillingsstreifung
 schon unter der Lupe deutlich erkennbarer Plagioklas
 herrschen stark vor; die Quarzkörner erreichen Erbsengrösse
 und zeigen gelegentlich eine schwach bläuliche Farbe;
der Biotit erscheint stark verändert. Die grösseren Orthoklase,
 welche die porphyrartige Structur bedingen — theils
einfache Individuen, theils Karlsbader Zwillinge — treten sowohl
 ihrer Zahl als ihren Dimensionen nach nur schwach her-
        <pb n="31" />
        HE

vor, Brauner Titanit von der Form #P2, Poo, OP, sowie
kleine Körner lassen sich schon makroskopisch wahrnehmen.
Die Feldspathe sind stark zersetzt unter reichlicher Bildung
 muscovitähnlicher Blättchen: aus dem Plagioklas entwickelt
 sich neben letzteren auch Epidot in kleinen zeisigzrünen
 pleochroitischen Körnern. Auf Klüften trifft man gelegentlich
 chloritische Zersetzungsproducte des Biotit eingewandert.
 Im ganzen zeigt der Plagioklas schärfer ausgeprägte
Leistenform im Vergleich mit dem Orthoklas, dessen Individuen
 meist breiter und weniger regelmässig begrenzt sind.
Nur ganz vereinzelt beobachtet man kleine Partien mit mikroklinartiger
 Gitterstreifung, welche sich aber nicht gleichmässie
über ein ganzes Individuum erstreckt.
Der zuweilen stark undulös auslöschende Quarz beherbergt
 bandförmig angeordnete, verhältnissmässig grosse
Flüssigkeitseinschlüsse mit lebhaft beweglichen Libellen, welche
Aurch Erwärmen nicht zum Verschwinden gebracht werden
konnten; ferner ziemlich reichlich feine Trichite und Apatitnädelchen.
 Der deutlich zweiaxige Biotit ist grösstentheils
in chloritische Substanz umgewandelt unter Ausscheidung
brauner Körner und Flocken; doch genügen Form und frische
Reste zur sicheren Bestimmung des Mutterminerals. Apatit
tritt besonders häufig als Gast im Biotit auf und in selbstän-Jigen
 Krystallen dort, wo letzterer sich zu kleinen Putzen
anhäuft; auf solche Stellen beschränkt sich auch der braune,
stark pleochroitische Titanit, dessen Krystalle zum Theil deutlich
 corrodirt sind und zuweilen opake Körner beherbergen;
Zirkon scheint zu fehlen. Roth durchsichtige Partien von
Eisenoxyd dürften ihrer Begrenzung nach aus Eisenkies entstanden
 sein; einige trübe Partien gleichen einem aus YTitaneisen
 entstandenen Leukoxen. Unveränderte opake Erze fehlen
jedoch vollständig und waren jedenfalls nur in sehr geringer
Menge vorhanden, da auch Eisenglimmer und Eisenhydroxyde
sehr spärlich vorkommen und zum Theil wohl ihre Entstehung
dem Biotit verdanken.
b. Amphibolgranit von Rictfontein zwischen Jokoskevyfluss
 und Müllers Farm, SW. Pretoria.
Der Amphibolgranit von Rietfontein ist ein kleinkörniges
 Gestein. welches stark vorherrschend aus fleischrothem
        <pb n="32" />
        Feldspath und rauchgrauenm Quarz besteht mit spärlichen, unyleichmässig
 vertheilten chloritischen Putzen, so dass basische
(+emengtheile stark zurücktreten. Ein Theil des Feldspath
zeigt noch glänzende Spaltungsflächen, auf denen sich nur
selten Zwillingsstreifung wahrnehmen lässt.
Die mikroskopische Untersuchung ergibt zwar reichliches
Vorhandensein von Plagioklas, doch dürfte Orthoklas immerhin
 vorherrschen. Beide Feldspäthe lassen sich nur im polavisirten
 Licht an der Zwillingsstreifung unterscheiden; die
sonstigen Eigenschaften, besonders die Zersetzungsproducte
sind durchaus die gleichen. Letztere hestehen zum Theil aus
feinen Schüppchen von Kaolin oder einem glimmerartigen
Mineral. zum "Theil aus rothbraunen Körnchen oder Flocken,
welche die Kıystalle vollständig erfüllen und sich randlich
in der Regel am dichtesten anhäufen. Dadurch, sowie durch
Aas gleichzeitige Auftreten eines stärker zersetzten, ziemlich
scharf sich abhebenden Kerns. dürfte ein zonarer Aufbau
zum Ausdruck gelangen.
Der fast durchweg schwach, aber doch deutlich undulös
auslöschende Quarz enthält in einer für Granite mässigen Zahl
Flüssigkeitseinschlüsse. Die Libellen sind lebhaft beweglich
und verschwinden oft schon bei geringer Erwärmung. Einzelne
Flüssigkeitsporen enthalten kleine würfelförmige Kryställchen.
Ausserdem beherbergt der Quarz farblose, apatitähnliche Mikrolithe.
 aber keine Trichite. Mikropegmatitische Verwachsung
von Feldspath und Quarz stellt sich ganz untergeordnet in
Partien von geringfügigem Umfang ein.
Die ursprünglich vorhanden gewesenen basischen (+jemengtheile
 sind vollständig in chloritische Substanzen umgewandelt.
welche von Eisenhydroxyden begleitet werden. Nach den Umrissen
 dieser Aggregate, den Eigenschaften grösserer Blättchen
 und nach dem makroskopischen Befund dürfte Amphibol
das vorherrschende Muttermineral gewesen sein, und es wurde
daher für das Gestein die Bezeichnung Amphibolgranit gewählt.
Primäres Eisenerz —- darunter Eisenkies — ist sehr spärlich,
 Apatit reichlicher vertreten: Zirkon scheint zu fehlen.
a Granitporphyre von Müllers Farm, SW. Pretorin.
Die hier als Granitporphyre zusammengefassten (Gesteine,
welche nach den Etiketten nahe der bei Müllers Farm vor-
        <pb n="33" />
        ze

beifliessenden Spruit auf dem rechten und linken Ufer gesammelt
 wurden, liegen in zwei nicht unerheblich von einander
abweichenden Varietäten vor.
Die eine Varietät ist licht gefärbt, von aplitischem Habitus,
 frei von Einsprenglingen und so feinkörnig, dass sich nur
gelegentlich ein Korn von Quarz oder Feldspath erkennen
lässt, während die spärlichen Glimmerblättchen — sowohl
Muscovit , als Biotit — trotz ihrer geringen Grösse deutlich
hervortreten.
Nach dem Resultat der mikroskopischen Untersuchung
sind Quarz und Feldspath weitaus vorherrschend mikropegmatitisch
 oder zu granophyrischen Büscheln verwachsen; nur
ganz untergeordnet treten körnige Aggregate von Quarz,
Orthoklas und Plagioklas auf. Unter den Glimmern herrscht
der Muscovit sowohl der Grösse als auch der Zahl der Individuen
 nach vor. Sonstige Gemengtheile fehlen.
Trotz des Fehlens von Einsprenglingen kann man das
Gestein wohl am besten den Granitporphyren mit .mikropegmatitischer
 und granophyrischer Structur der Grundmasse anreihen,
 zu denen es sich etwa verhalten würde, wie der Felsitfels
 zu den Quarzporphyren.
Die zweite Varietät zeigt deutliche porphyrische Structur,
 wenn auch die Einsprenglinge nur von geringer Grösse
sind, und besonders der Feldspath sich wenig scharf von der
nahezu gleich gefärbten, schwach röthlichen Grundmasse abhebt.
 Einige aus der Verwitterungsfläche hervorragende
Quarzkrystalle lassen neben den Rhombo&amp;amp;dern das Prisma erkennen.
 Basische Gemengtheile fehlen so gut wie ganz.
Obwohl die Feldspatheinsprenglinge stark getrübt sind
unter reichlicher Bildung von Muscovit, so lässt sich doch noch
bestimmen, dass Orthouklas zwar vorherrscht, Plagioklas aber
auch reichlich vertreten ist. Die Orthoklase zeigen eine ziemlich
 unregelmässige Begrenzung, sehen oft wie corrodirt aus
und bestehen fast ausschliesslich aus einfachen Individuen.
Einzelne Krystalle, deren grösster Theil ganz gleichmässig
getrübt ist, werden von einer schmalen wasserklaren Randzone
 umgeben, welche ich für eine spätere Anwachszone halte.
Beide Feldspathe umschliessen vereinzelte Quarzkörner, Die
theils regelmässig begrenzten, theils in Körnerform auftreten-
        <pb n="34" />
        1“

den, zum Theil ebenfalls corrodirten Quarzeinsprenglinge sind
sehr arm an Einschlüssen jeglicher Art. Grössere Krystalle
‚öschen deutlich undulös aus.
An der Zusammensetzung der Grundmasse betheiligen
sich Quarz, Orthoklas, Plagioklas, lichter Glimmer und etwas
Turmalin, während Eisenerze, Apatit und Zirkon nicht beobachtet
 wurden. Die Feldspathe erscheinen meist kurz säulenförmig,
 der Quarz in kleinen Körnern; nur in unmittelbarer
Nähe der Einsprenglinge tritt letzterer öfters. in schmalen,
langgestreckten Individuen auf, welche sich direct an jene
anlegen; auch beobachtet man wohl eine geringe Verdichtung
des Korns in der nächsten Nähe der Einsprenglinge.
Die Structur der Grundmasse ist rein mikrogranitisch.
d. Glimmersyenitporphyr, anstehend zwischen Groblers
und Müllers Farm, SW. Pretoria.
Der Glimmersyenitporphyr durchsetzt nach den Etiketten
Quarz-Sericitschiefer gangförmig.
In einer kleinkörnigen, aus dunkel fleischrothem Feldspath
 und chloritischen Blättchen bestehenden Grundmasse
jiegen Einsprenglinge von licht grünlichem Feldspath, sowie
eines vollständig in feinschuppige chloritische Aggregate umyewandelten
 Minerals. Die Feldspatheinsprenglinge, welche
‘heils in sehr schmalen Leisten, theils in gedrungeneren Individuen
 auftreten, sind stets von geringen Dimensionen, da
sie höchstens eine Länge von 3 mm, eine Breite von 1 mm
erreichen. Trotzdem ist porphyrische Structur auch schon
makroskopisch deutlich wahrnehmbar.
Die mikroskopische Untersuchung ergiebt, dass sich an
der Zusammensetzung der Grundmasse etwa der Reihe nach
trübe, meist röthlich gefärbte Feldspathleisten, Glimmerblättchen,
 von denen der grössere Theil in chloritische Substanz
amgewandelt ist, kleine Quarzkörner, Apatit, Magnetit und
etwas Hornblende betheiligen. Apatit und Magnetit erreichen
verhältnissmässig grosse Dimensionen. Bei der weit fortzeschrittenen
 Umwandlung der Feldspäthe lässt sich nicht mit
Sicherheit entscheiden, ob neben Orthoklas auch Plagioklas
vorhanden ist; jedenfalls ist unter den einzelnen Individuen
keinerlei Verschiedenheit im Habitus, in der Zersetzung ete.
wahrzunehmen.
        <pb n="35" />
        3

Unter den Einsprenglingen ist Plagioklas reichlich vertreten,
 dessen Umwandlungsproduet (lichter Glimmer) genau
demjenigen des Orthoklas gleicht. Im allgemeinen sind jedoch
die Feldspatheinsprenglinge nicht so stark verändert, wie die
kleineren Krystalle in.der Grundmasse, Die grösseren Biotite
und Hornblenden heben sich durch ihre Dimensionen nur wenig
von den gleichen Bestandtheilen der Grundmasse ab, so dass
es scheint, als ob die basischen Gemengtheile continuirlich
zur Ausscheidung gelangt seien und sich zwei einigermassen
scharf getrennte Generationen nur beim Feldspath unterscheiden
 lassen.
An secundären Producten haben sich neben chloritischen
Substanzen etwas Epidot und kleine aus Calcit, Quarz und
Chlorit bestehende Nester gebildet. Dieser secundäre Quarz
enthält recht grosse Flüssigkeitseinschlüsse, welche einzeln
liegen und ziemlich gleichmässig vertheilt sind, während die
Körner in der Grundmasse frei von Einschlüssen sind.
Obwohl sich kleine Körner von Quarz in nicht unbeträchtlicher
 Zahl an der Zusammensetzung der Grundmasse betheiligen,
 so ist dessen Menge im Vergleich mit derjenigen des
Feldspath eine durchaus untergeordnete, und da Quarz ausserdem
 unter den Einsprenglingen vollständig fehlt, dürfte die
Bezeichnung des Gesteins als (4limmersyenitporphvr gerechtfertigt
 erscheinen.

e, Augitporphyrit von Rietfontein.
Der Augitporphyrit durchsetzt gangförmig den oben von
Rietfontein beschriebenen Amphibolgranit.
In dem dunkelgrauen, gleichförmig feinkörnigen Gestein
lassen sich makroskopisch nur feine Plagioklasleisten mit glänzenden
 Spaltungsflächen erkennen. Einsprenglinge treten nicht
hervor.
Die mikroskopische Untersuchung ergiebt, dass neben Plagyioklas,
 Augit und Magnetit eine nicht individualisirte Zwischenklemmungsmasse
 vorhanden ist, so dass der Name Augitporphyrit
 gerechtfertigt erscheint, wenn auch nur ein grössereı
Einsprengling von Plagioklas in dem einen untersuchten Dünnschliffe
 beobachtet wurde,
Die durchweg frischen leistenförmigen Plagioklase löschen
        <pb n="36" />
        F+ |

zehr schief aus und sind gelegentlich gleichzeitig nach Albitund
 Periklingesetz verzwillingt. Der licht gelblichbraune.
sehr schwach pleochroitische Augit zeigt nur theilweise regelnässige
 Begrenzung und dann meist nur in der Prismenzone
bei säulenförmigem Habitus. Zwillingsbildung ist selten; neben
brismatischer Spaltbarkeit beobachtet man — allerdings recht
antergeordnet -— auch pinakoidale. Die höchst spärlichen
Umwandlungsproducte bestehen sowohl aus chloritischer, als
auch aus serpentinartiger Substanz. DBiotit ist in einigen
wenigen Blättcehen vertreten, opake Eisenerze, welche ihrer
‘zestalt nach dem Magnetit angehören, sind in verhältnissmässig
 grossen Krystallen und Körnern vorhanden.
Die in stets isolirten aber recht umfangreichen Partien
auftretende Zwischenklemmungsmasse besteht aus einer farblosen,
 schwach aber deutlich doppelbrechenden Substanz, welche
licht erfüllt ist mit winzigen opaken Körnchen und ausserlem
 grössere opake, zu Wachsthumsformen aneinander gereihte
 Körner, sowie apatitähnliche Nadeln enthält. Nach
der Art des Auftretens kann man nicht daran zweifeln, dass
diese Partien das letzte Erstarrungsproduct repräsentiren und
als Aequivalent der glasigen oder mikrofelsitischen Basis in anderen
 porphyrischen Gesteinen aufzufassen sind. Woraus die
vorherrschende farblose, schwach doppelbrechende Substanz
besteht, liess sich nicht ermitteln.
2, Sandsteinformation.
Die innerhalb der Sandsteinformation auftretenden Gesteine
 bestehen aus Gabbro und Augitporphyrit,
a. Gabbro, etwas nördlich von Pofchefstroom anstehend.
Der aus der Nähe von Potchefstroom stammende
yrünlichgraue (tabbro besitzt eine gleichmässige Korngrösse.
Da die einzelnen Individuen eine durchschnittliche Grösse
von 2 mm erreichen, lassen sich lichtgrünlicher Plagioklas.
ein grünlichschwarzes augitisches Mineral und opakes Kisenarz
 unter der Lupe als Gemengtheile noch deutlich erkennen:
letzteres tritt meist in kleinen Krystallen und Körnern, zuweilen
 auch in grösseren Partien auf.
Diallag und Plagioklas betheiligen sich ungefähr in glei-„her
 Menge an der Zusammensetzung.
        <pb n="37" />
        "mn
6

Der Plagioklas bildet schmale, meist nur aus wenigen
[ndividuen aufgebaute Leisten, deren sich stets viele in regelloser
 Anordnung zu grösseren, lediglich oder fast nur aus
Feldspath bestehenden Partien vereinigen. Dadurch weicht
die Structur trotz der leistenförmigen Gestalt der Individuen
von derjenigen typischer Diabase ab. Die Mehrzahl der
Leisten ist von idealer Frische; andere sind theilweise in
eine graue trübe, kaum durchscheinende Substanz umgewandelt,
 welche ziemlich scharf gegen die frischen Reste absetzt.
Während viele Krystalle frei von Einschlüssen sind, enthalten
andere in regelloser Anordnung durchsichtige, kurze Stäbchen.
Die für die Feldspathe vieler Gabbros so charakteristischen
opaken Nadeln fehlen gänzlich.
Der lichtbraune Diallag tritt in grossen breiten Indivi-Juen
 ohne selbständige Begrenzung auf; Zwillinge oder einyeschaltete
 schmale Zwillingslamellen sind nicht gerade häufig.
Der Kern ist oft etwas lichter als die randlichen Partien;
wenn auch Pleochroismus fehlt, so nimmt man doch öfters
schwache Absorptionsunterschiede wahr. Einzelne Schnitte
zeigen sehr schön treppenförmig absetzende Schlifffläche ;
Einschlüsse irgend welcher Art fehlen. Ein Theil der Krystalle
 erscheint bei schwacher Vergrösserung gestreift in
Folge einer feinen Absonderung. Bei starker Vergrösserung
 erkennt man, dass die Risse sich nur selten durch das
yanze Individuum fortsetzen, sondern oft absetzen. Nur wo
die feine Absonderung fehlt, pflegen deutliche und zum Theil
recht vollkommene Spaltungsdurchgänge aufzutreten, Die sehr
spärlichen, durch Salzsäure leicht zersetzbaren chloritischen
Zersetzungsproducte sind meist gewandert und oft auf Rissen
in den Feldspath eingedrungen.
Das in wenigen, aber recht grossen Individuen vertretene
opake Eisenerz besteht nach seiner Form und Unlöslichkeit
in Salzsäure aus Titaneisen. An einzelnen Krystallen deutet
nur die matte lichtgraue Farbe im reflectirten Licht bei noch
vollständig erhaltener Opacität auf beginnende Umwandlung
in Leukoxen; bei anderen ist die Zersetzung zwar weiter
fortgeschritten, beschränkt sich aber in der Regel auf einzelne,
 regelmässig angeordnete Leisten oder auch, allerdings
seltener, auf kleine ganz unregyelmässig begrenzte Partien.
        <pb n="38" />
        m

Apatit wurde nur in wenigen lang säulenförmigen Krystallen
beobachtet.

” Angitporphyrite der Gegend zwischen Potchefstroum
und Wolmarans.
Aus dem Gebiete der Sandsteinformation liegen Augitporphyrite
 von vier Punkten zwischen Potchefstroum
und Wolmarans vor. welche nach ihrem makroskopischen
Habitus drei verschiedene Varietäten repräsentiren. Allen
vemeinsam ist eine graugrüne feinkörnige Hauptgesteinsmasse
mit einer charakteristischen, festen, rothbraunen, höckerigen
Verwitterungsrinde, welche kaum ein Millimeter Stärke er-„eicht
 und recht scharf an dem frischeren Theil der Gesteine
absetzt. Der einen Varietät fehlen makroskopisch erkennbare
 Einsprenglinge ganz; der Bruch ist recht vollkommen
muschelig, im kleinen etwas splitterig. In der zweiten, welche
von zwei Punkten vorliegt. treten kleine grünlichschwarze
Krystalle schwach hervor, etwa einem vollständig zersetzten
Augit gleichend; deutlicher heben sich matte weisse, unregelmässig
 begrenzte Partien von der Grundmasse ab, deren
Härte auf eine kieselige Substanz schliessen lässt: der Bruch
ist weniger vollkommen muschelig. Die dritte Varietät enthält
 zahlreiche Mandeln theils von Quarz. theils von chalcedonartiger
 Kieselsäure. Der Durchmesser der rundlichen
Mandeln ist in der Regel 5 mm; grössere Dimensionen erreichen
 nur wenige, welche dann von unregelmässiger Gestalt
 sind.
Nach dem Resultat der mikroskopischen Untersuchung
Aürften alle Varietäten nur verschiedene Ausbildungsformen
aines und desselben Magmas repräsentiren.
Die Unterschiede beschränken sich im wesentlichen auf
wechselnde Grösse der Einsprenglinge und höheren oder
niederen Grad der Umwandlung resp. Mandelbildung.
Die Grundmasse besteht — abgesehen von den secunlären
 Producten — aus Augit, Plagioklas und einer mehr
‚der minder deutlich erkennbaren Basis.
Der Augit zeigt vorherrschend sänlenförmige Ausbildung:
an manchen Stellen füllt er auch die von den Plagioklasleisten
 freigelassenen Lücken aus. Er ist zum grösseren
Theil frisch und frei von Einschlüssen; die Färbung ist meist
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        1

sehr licht — schwach bräunlich bis farblos — in einen
Vorkommen ziemlich intensiv branmn und dann schwach pleochroitisch.
 Wo Umwandlung eingetreten ist, beschränkt sich
dieselbe fast durchweg auf den centralen Theil der Krystalle
und liefert ein hellgrünes, im gewöhnlichen Licht homogen
aussehendes Product. welches im polarisirten Licht Aggregatpolarisation
 und Maschenstructur zeigt: es dürfte Serpentin
vorliegen. Da keinerlei Kisenerze zur Ausscheidung gelangt.
sind, so kann man wohl auf einen eisenarmen Augit als
Muttermineral schliessen. Neben Serpentin dürften aus dem
Augit auch in geringer Menge chloritische Producte entstanden
 sein, welche sich in feinen faserigen Aggregaten zwischen
den Gemengtheilen der Grundmasse angesiedelt haben; doch
ist ihre Unterscheidung von Serpentin meist eine unsichere.
Weniger frisch ist durchschnittlich der Plagioklas, besonders
 im centralen Theil der Krystalle. Er tritt meist in
Form schmaler Leisten auf: daneben auch in gedrungeneren,
z. Th. recht unregelmässig begrenzten Individuen.
Im Mandelstein sind trotz der im allgemeinen weiter voryeschrittenen
 Veränderung die Augite und Plagioklase nicht
merklich stärker verändert, als in den übrigen Varietäten.
Die Basis tritt als Zwischenklemmungsmasse auf und ist
nur theilweise so gut erhalten, dass sie sich als ein globulitenreiches
 Glas von bald mehr grünlicher, bald mehr bräunlicher
 Färbung darstellt. Gewöhnlich ist sie stark getrübt
und zeigt dann, soweit sie sich im durchfallenden Lichte überhaupt
 uoch untersuchen lässt, deutliche Aufhellung zwischen
yekreuzten Nicols. Die Globulite, welche zuweilen von einem
lichteren Wachsthumshof umgeben sind, verschwinden mit der
Veränderung des Glases,
Eisenerz ist ziemlich gleichmässig vertheilt, aber nur in
zeringerer Menge vorhanden und grösstentheils zersetzt;
Apatit oder sonstige accessorische Gemengtheile wurden nicht
wahrgenonımen.
Die Einsprenglinge. welche stets nur geringe Dimensionen
aufweisen, bestehen lediglich aus Augit. Derselbe ist nirgends
frisch. sondern in der Regel vollständig in die schwach pleochroitische.
 lichtgrüne, von KEisenerzen freie, serpentinartige
Substanz umgewandelt, welche auch aus den Augiten der (rund-
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        masse entsteht und bei der Digestion mit Salzsäure vollständig
 zersetzt, beim Glühen braım gefärbt wird. Sie umschliesst
 in einer Varietät farblose doppelbrechende, nach
der Behandlung mit Salzsänre und nach dem Glühen veränderte
randliche Partien, welche gelegentlich vollkommene Interferenzkreuze
 wahrnehmen Iassen und wohl aus chalcedonartiger.
bei der Zersetzung des Augit als Nebenproduct entstandener
Kieselsäure bestehen. Selten begleiten den Serpentin neben
lieser Kieselsänre auch Carbonate in feinkörnigen Aggreyaten.
 Nur wenige Augiteinsprenglinge sind nicht vollstänlig
 zersetzt; der frische "Theil beschränkt sich dann auf eine
schmale, scharf begrenzte Randzone, welche den Serpentin
wie ein Rahmen umgibt.
Die Ausfüllung der Mandelräume besteht nur aus Kieselsäure.
 welche theils als Quarz, theils als concentrisch-faseriger
 Chalcedon auftritt. Beide sind auf das mannigfachste veryesellschaftet
 und wechseln auf das regelloseste miteinander ab.
Gewöhnlich werden die Mandeln nach aussen durch eine
schmale Zone von Quarz begrenzt, welche aus einem Mosaik
feiner Körner besteht. Quarz und Chalcedon beschränken
sich nicht auf die eigentlichen Mandelräume, sondern finden
sich auch in kleinen unregelmässig gestalteten Nestern und in
Trümern durch das ganze Gestein verbreitet: im Mandelstein
 ziemlich reichlich, in den übrigen Varietäten nur spärlich.
 In der porphyrartigen Varietät kommen noch kleine
unregelmässig begrenzte Nester eines farblosen durchsichtigen
Minerals hinzu, welche sich aus zierlichen Sphärolithen aufbauen.
 Da dieselben weder durch starkes Glühen, noch durch
Digestion mit Salzsäure irgendwie verändert werden, so
liegt jedenfalls keine zeolithische Substanz vor. sondern höchst
wahrscheinlich Chalecedon.

3. Dolomitformation.

im Gebiet der Dolomitformation treten — wahrscheinlich
 gangförınig — Diabas und Syenitporphyr auf.
a. Diabas von der Matchavis Spruit zwischen Klerksdury
und Potchefstroom.
Der dunkel grünlichgraue. kleinkörnige Diabas lässt unter
Jer Lupe nur kleine Leisten von Plagioklas sicher erkennen.
        <pb n="41" />
        LO

Die mikroskopische Untersuchung ergibt, dass die Structur
keine typische Diabasstructur ist, da einerseits der Plagioklas
 vorzugsweise in breiten, ganz unregelmässig begrenzten
Individuen auftritt, andererseits der Augit meist selbständige
Begrenzung zeigt. Demgemäss erscheint es wenigstens So,
als ob der grössere "Theil des letzteren vor dem Plagioklas
zur Ausscheidung gelangt sei. Bemerkenswerth ist auch der
verhältnissmässig spärliche Gehalt an opaken Erzen: dieselben
bestehen aus Titaneisen, welches grösstentheils in bräunlichen
Leukoxen umgewandelt ist. öfters unter Erhaltung schmaler
Leisten.
Der licht ledergelbe, nicht pleochroitische Augit neigt
zu säulenförmiger Ausbildung, zeigt selten Zwillingsbildung
und ist vorherrschend frisch; die Umwandlung liefert nicht
chloritische Substanz, sondern ein feinfaseriges trübes, bastitähnliches
 Product. Der meist etwas getrübte Plagioklas
ist reich an feinen apatitähnlichen Nadeln, welche dem
Augit auffallenderweise so gut wie ganz fehlen. Der Versuch
auf chemischem Wege Phosphorsäure im Gestein nachzuweisen,
 blieb erfolglos. Cuarz tritt theils in wenigen grösseren
Körnern auf, theils — allerdings sehr spärlich -— in mikrepegmatitischer
 Verwachsung mit Feldspath.
5. Syenitporphyr von Wonderfontein, NO. Potchefstroum,
Der Syenitporphyr gleicht makroskopisch in hohem Grade
dem oben aus der Sandsteinformation beschriebenen; nur ist
die Färbung um ein geringes dunkler in Folge des etwas
grösseren (jehalts an basischen Gemengtheilen, und letztere
sind weniger zersetzt, so dass sich ausser fleischrothem und
grünlichem Feldspath tombackbrauner Biotit und gelegentlich
Hornblende an ihrer prismatischen Spaltbarkeit unter der
Lupe erkennen lässt. Biotit und Hornblende häufen sich
vern zu kleinen gleichmässig vertheilten Putzen an. Grundmasse
 und Einsprenglinge heben sich auch hier in Folge des
verhältnissmässig, groben Korns der ersteren, der geringen
Dimensionen der letzteren wenig scharf von einander ab.
Die mikroskopische Untersuchung ergiebt jedoch, dass
trotz der grossen makroskopischen Ähnlichkeit ein Gestein
von abweichender Zusammensetzung vorliegt, indem Angit in
        <pb n="42" />
        beträchtlicher Menge vorhanden ist. Ausserdem tritt Hornblende
 reichlicher anf, die Structur der Grundmasse ist vorherrschend
 mikropegmatitisch. und einzelne Kinsprenglinge
heben sich im Dünnschliff schärfer ab.
Unter den. Einsprenglingen erreichen Augit und Feldspath
 die grössten Dimensionen, während diejenigen des Biotit
 und der Hornbiende nur gering sind, und letztere beiden
(jemengtheile so allmählich in die kleinen Individuen der
(irundmasse übergehen, dass Einsprenglinge und Bestandtheile
 der letzteren nicht mit Sicherheit anseinander zu
halten sind.
Der Augit ist fast farblos, zeigt recht vollkommene
Spaltung und ist mit Hornblende zuweilen derart parallel
verwachsen. dass letztere eine schmale Randzone bildet. An
Einschlüssen trifft man Magnetit, Apatit, Biotit und Hornblende.
 Unter den Feldspathen dürfte Orthoklas vorherrschen,
wenn auch Plagioklas reichlich vertreten ist. Beide liefern
bei der Umwandlung verhältnissmässig grosse (limmerblättchen.
 Der deutlich zweiaxige Biotit ist zum grösseren Theil
frisch, zum geringeren chloritisirt mit sehr spärlicher Ausscheidung
 von Nebenproducten bei der Zersetzung; pleochroitische
 Höfe kommen vor, aber nicht gerade häufig. Die
Hornblende, deren Menge etwa derjenigen des Biotit gleichkommen
 mag, ist durchweg frisch und gewöhnlich von lichtgrüner
 Farbe und schwachem Pleochroismus; öfters erscheint
jedoch ein unregelmässig begrenzter centraler Theil dunkler
gefärbt und bräunlich, jedoch derart, dass diese Färbung nur
hervortritt wenn die parallel 6 schwingenden Strahlen ins
Auge gelangen, während die parallel c schwingenden in Kern
und Randzone genau die gleiche Farbe zeigen. Die meisten
Individuen sind von idealer Reinheit; gelegentlich kommen
Apatit und Magnetit als Einschluss vor.
Hornblende und Biotit haben die Neigung mit Apatit
und Titaneisen knäulförmige Verwachsungen zu bilden; diese
Erscheinung zusammen mit den verhältnissmässig geringen
Dimensionen der Einsprenglinge geben dem Gestein einen
Habitus, der von demjenigen typischer Porphyre etwas abweicht.
 Grössere chloritische Partien, z. Th. mit zarter
Aggregatpolarisation dürften aus Augit entstanden sein; das
2 ok
        <pb n="43" />
        3

Fehlen jeglicher regelmässiger Begrenzung verhindert eine
sichere Bestimmung des Mutterminerals.
An der Zusammensetzung der untergeordnet auftretenden
Grundmasse betheiligen sich trübe Feldspathleisten (Orthoklas
 und Plagioklas), einzelne Quarzkörner, ‚etwas GHlimmer
und Hornblende, aber kein Augit und ganz besonders mikvopegmatitische
 Verwachsungen von Feldspath und Quarz, jedoch
 derart, dass der Quarz seiner Menge nach immerhin
eine recht untergeordnete Rolle spielt. Isotrope Basis fehlt
vollkommen. Während stellenweise die mikropegmatitischen
Verwachsungen vorherrschen, fehlen sie an anderen Stellen
der Grundmasse;: letztere setzt sich dann aus selbständig begrenzten
 Individuen, nicht aus Körnern zusammen.
Opakes Eisenerz ist nur in mässiger Menge vertreten:
abgesehen von etwas Eisenkies herrscht, nach Gestalt und
nach der Leukoxenbildung zu schliessen, Titaneisen vor. Bei
der Umwandlung des letzteren sind. gewöhnlich einzelne
schmale Leisten oder auch wohl weniger regelmässig begrenzte
 Partien erhalten geblieben. Apatit in recht grossen
Krystallen tritt selbständig in der GGjrundmasse und als Einschluss
 in allen Gemengtheilen in nicht unbeträchtlicher
Menge auf.
Bei der untergeordneten Rolle, welche der Quarz immerhin
 in der Grundmasse spielt, und bei dem vollständigen
Fehlen desselben unter den Einsprenglingen dürfte die Bezeichnung
 Syenitporphyr für das vorliegende Gestein am ZzUtreffendsten
 sein. Die basischen Gemengtheile lassen sich
nicht gut zu einer weiteren Classification verwerthen, da
Biotit, Hornblende und Augit in annähernd gleicher Menge
vertreten sind. Der Augit tritt zwar der Zahl der Individuen
 nach stark zurück, letztere erreichen dafür aber sehr
erheblich grössere Dimensionen.
        <pb n="44" />
        An dieser Stelle möchte ich dem Director des mineralovischen.
 Institutes. Herrn Prof. Dr. Comer, für die Anregung
zu dieser Arbeit, sowie für die Hilfe, welche er mir bei Anfertigung
 derselben entgegenbrachte, und Herrn Privatdocenten
Dr. Dekor, für die mir bereitwilligst ertheilten Rathschläge
meinen herzlichsten Dank aussprechen.
        <pb n="45" />
        Lebenslauf.

Verfasser, PAUL HERMANN Dayms, Sohn des Malermeisters
und Zeichnenlehrers 0. H. Damns, wurde am 6. März 1866
in Danzig geboren. Er besuchte zuerst die damalige Realschule
 zu St. Johann, dann das Realgymnasium zu St. Petri
und Pauli, welche letztere Anstalt er Ostern 1886 mit dem
Zeugniss der Reife verliess.
Um sich den Naturwissenschaften zu widmen, begab sich
derselbe zuerst nach Halle a. S., dann Michaelis 1887 nach
(}reifswald, wo er vier Semester lang seine Studien fortsetzte.

Er besuchte die Vorlesungen und Übungen folgender
Herren Docenten:
In Greifswald:
CoHEn, DEECKE, GERSTÄCKER, LIMPRICHT, ÜBERBECK, SCHMITZ,
SCHOLZ, SCHUPPE, SCHWANERT.
Halle a. S.:
BAUMERT, GOSCHE, GRENACHER, Haym, KNOBLAUCH, KRAUS,
LÜDECKE, UrHUES, WIENER, VOLHARD.
Allen diesen seinen hochverehrten Lehrern spricht der
Verfasser an dieser Stelle seinen aufrichtigsten Dank aus.

In
        <pb n="46" />
        Thesen.

Li. Die chemische Zusammensetzung mancher Mineralien lässt
sich in Folge massenhafter Einschlüsse überhaupt nicht mit
genügender Sicherheit ermitteln.
Der Ursprung der im Meer- und Flusswasser enthaltenen
Kieselsäure lässt sich darauf zurückführen, dass die von
den Tagewassern absorbirte Kohlensäure auf Silicate zersetzend
 eingewirkt hat.
Die Rudimente von Seitenzehen am Pferdefuss sind auf die
Abstammung des Egquus caballus von den fossilen Formen
des Anchitherium und Hippurion zurückzuführen.
Die Flugstrassen der Zugvögel gewähren ein anschauliches
Bild von der Oberflächengestaltung der Erde zur Zeit des
Diluvium.

3
        <pb n="47" />
        <pb n="48" />
        <pb n="49" />
        <pb n="50" />
      </div>
    </body>
  </text>
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