einer jeden Farm festzusetzen, und im Jahre 1864 (siehe Report
Transvaal Indigeny Commission 1906—8 p. 7) wurde ein besonderes
Bureau eröffnet, durch welches Besitz-Urkunden ausgestellt und
registriert wurden. Auch wurden die Farmen staatlich vermessen
und Grenzsteine errichtet.
Bis zum Jahre 1878 (siehe Report Transvaal Indigeny Commission
 1906—8 p. 65) hatte jeder Bürger Anrecht auf zwei
Farmen, eine auf dem Hochfeld und eine im Tiefland, die je (siehe
ebendaselbst p. 8) circa 12 englische Quadrat-Meilen massen. Dieses
 Anrecht hatten aber, wie gesagt, nur die Bürger, d. h. die
Boeren, welche bereits eine gewisse Zeit der Republik angehörten.
Spätere Einwanderer hatten das Nachsehen. Sie fanden die besten
Plätze bereits besetzt.
Da jedoch die Bürger hinreichend Land besassen, nahmen sie
diese Nachzügler, die oft zu ihrer Verwandtschaft gehörten, als
sogenannte „Bywoner“ auf ihren Farmen auf, und so bildete sich
allmählich eine neue Klasse der Bevölkerung.
Die Bezeichnung „Bywoner“ galt demnach ursprünglich für
alle die, welche auf Grund und Boden anderer ohne klar ausgesprochene
 Rechte und Pflichten wohnten. Heute wird diese
Bezeichnung für jeden armen Farmer gebraucht, mag er nun Land
sein eigen nennen oder nicht.
Der Unterschied zwischen dem angesessenen Boeren und dem
später zugewanderten „Bywoner“ trat jedoch anfangs wenig hervor,
da das Land als solches kaum einen nominellen Wert hatte.
Der Boer war mehr Viehzüchter als Landmann, denn für Produkte
 des Landes gab es noch keinen Markt. Man säte und
pflanzte nur so viel als man für den eigenen Haushalt benötigte
und, da man sehr bedürfnislos war, bestand meist der ganze Landbau
 in der Bestellung weniger Maisfelder.
Hinreichendes Fleisch lieferte das Wild, das in jener Zeit in
Transvaal noch in grossen Rudeln angetroffen wurde. Der eigentliche
 Reichtum des Boeren bestand in seinem Vieh, und die Grösse
seines Ansehens stand daher auch in der Regel im direkten Verhältnis
 zu der Grösse seines Viehbestandes.
Werkzeuge, Gewehre, Stoffe zu Kleidern und andere notwendiee
 Artikel brachten die Händler von der Kap-Kolonie und Natal.