Ist es nun die erste Aufgabe des „Boards“ für ausreichende
Schulen in seinem Distrikte zu sorgen, so ist es seine nächste, die
Schüler in den Bereich der Schulen zu bringen,
Nach Artikel 19 des Gesetzes können, wie wir sahen, die Elfern
 nicht gezwungen werden, ihre Kinder zur Schule zu schicken,
wenn sie weiter als 3 englische Meilen von der nächsten Schule
entfernt wohnen, und das Departement nicht die nötigen Beförderungsmittel
 zum Besuche dieser Schule stellt.
Der Minister ist aber laut Artikel 6 des Gesetzes befugt, die
nötigen Mittel für diesen Transport, sowie für eventuelle Unterbringung
 von Kindern in Kosthäusern in der Nähe der Schule zu
bewilligen.
Die Herstellung und Ueberwachung dieser Beförderung, sowie
das Unterbringen der Kinder in den Kosthäusern liegt in den
Händen des „Boards“, Er verfährt hierbei so, dass er alle Kinder,
welche 3 bis 6 englische Meilen von der nächsten Schule entfernt
wohnen, zu dieser befördert, und die, welche weiter als 6 englische
 Meilen entfernt wohnen, soweit es die Staatsmittel erlauben,
in Kosthäusern bei der Schule unterbringt.
Die Beförderung geschieht entweder unter Kontrakt, oder aber
der „Board“ kauft die nötigen Zugtiere und überlässt die Pflege
und Versorgung derselben den Eltern. Es werden zu diesem Zwecke
meist Esel verwendet, da diese am wenigsten Krankheiten unterworfen
 sind.
Am besten wird dieses Transport-System durch einen Bericht
des „Boards“ des Lichtenburg Distriktes über seine diesbezügliche
Tätigkeit illustriert.
Dieser „Board“ kaufte (siehe Report Transvaal Education Department
 1910 p. 35 und 36) während der Jahre 1908 und 1909
174 Esel, durch welche er über 300 Kinder beförderte. Die Eltern
stellten selbst Wagen und Geschirre und übernahmen die Verpflegung
 der Tiere. In der Regel wurden für 4 Kinder 2 Esel
gerechnet. Als Grenze für den Transport setzte man, der Leistungsfähigkeit
 der Tiere entsprechend, 6 englische Meilen fest. Der
Preis des Esels stellte sich im Durchschnitt auf 120 Mark. Da
man aber meist Eselinnen kaufte, denkt man, infolge des Zuwachses
nicht viele Neuanschaffungen machen zu müssen: