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Man ist nun zwar in Europa davon abgekommen, Knaben zum
Erlernen eines Handwerks in grosse Betriebe zu senden, da dort
jeder Arbeiter meist nur einen besonderen Teil eines Ganzen anfertigt.
 Dies ist bei den ebengenannten Werken Transvaals nun
nicht in dem Masse der Fall.
Da Transvaal noch ein junges und daher nur wenig selbst
produzierendes Land ist, bedürfen diese Werke einer grossen Zahl
von Handwerkern und zwar für fast alle Gattungen des Handwerks.
 Sie müssen Arbeiter haben, welche einerseits die vorkommenden
 Reparaturen am Orte selbst vornehmen, andererseits ganze
Gegenstände selbst herstellen können.
Die in den Werkstätten dieser Betriebe angestellten Lehrlinge
haben also wohl Gelegenheit, ein Handwerk gründlich zu erlernen.
Diese Werke bezahlen ausserdem ihren Lehrlingen bereits
guten Lohn. So zahlen die Minen während der 5jährigen Lehrzeit
 4 bis 12 Mark pro Tag, und ähnlich stellt sich die Bezahlung
in den beiden anderen genannten Betrieben.
Der Zudrang von Lehrlingen zu diesen Werken ist daher, —
auch aus den Landdistrikten, — sehr gross. Im Jahre 1906 waren
bei den Witwatersrand-Minen 467 und in den Werkstätten der
Eisenbahn zu Pretoria 160 Lehrlinge beschäftigt. Auf der Dynamit-Fabrik
 zu Modderfontein rekrutieren sich die Lehrlinge fast ausschliesslich
 aus der Zahl der Kinder der etwa 200 dortigen Arbeiterfamilien.

Nach dem Urteil der Leiter dieser Betriebe ist jedoch der
„Standard“ IV, welcher heute zum Austritt aus der Schule becechtigt,
 für einen Lehrling nicht ausreichend. Sie wünschen, dass
derselbe den fünften, womöglich den „Standard“ VI absolviert hat.
Um nun möglichst allen Kindern, welche die Schule verlassen
haben, die Gelegenheit zur weiteren Fortbildung zu geben, hat man
damit begonnen, Fortbildungsklassen zu bilden, und es ist, — wenigstens
 in den beiden grössten Städten, Johannesburg und Pretoria,
 — schon heute jedem strebsamen Mädchen und Knaben ermöglicht,
 sich auch nach der Volksschulzeit weiter auszubilden.
Dieser Fortbildungsunterricht, welcher hauptsächlich des Abends
abgehalten wird, wird meist in den staatlichen Schulen erteilt.
Sein Zweck ist vornehmlich, allen Kindern, welche aus finanziellen