den sämtlichen Produkten aus dem portugiesischen Mozambique
und Britisch-Zentralafrika zollfreie Einfuhr zu gewähren.so) Der
Zolltarif führt im übrigen neben einer Reihe spezifischer Zölle
und einer Anzahl zollfreier Artikel allgemeine Wertzölle von 21/,,
10 und 25040 auf. Zollfrei bleiben insbesondere landwirtschaft—
liche Geräte und Maschinen, sowie diejenigen Gegenstände und
Waren, die hauptsächlich im Farmbetriebe Verwendung finden.
Diejenigen Waren britischer Herkunft aber, die nach dem Tarif
einen Zoll von 21/,040 zahlen müßten, bleiben zollfrei, den briti—
schen Waren der übrigen mit einem Wertzoll belegten Klassen
wird ein Zollnachlaß von 25040 des tarifmäßigen Wertzolls
gewährt.31) —

Für den Handel des ganzen Gebietes hat der südafrikanische
Krieg, der am 15. Oktober 1899 begann und im Frieden zu
Vereeniging am 831. Mai 1902 sein Ende fand, 2) einschneidende
Bedeutung gehabt, ja völlig umgestaltend gewirkt. Er unterbrach
den Handel der Oranjeflußkolonie und Transvaals fast vollständig:
Nach dem Ende Mai 18902 erstatteten Bericht des deutschen
Generalkonsuls in Kapstadt (S. 60) war die Produktion des
früheren Oranjefreistaates zu damaliger Zeit erschöpft, die Trans—
vaals auf den Ertrag der Goldfelder beschränkt. Und wenn auch
Kapland und Natal verhältnismäßig wenig direkt unter den
Kriegswirren zu leiden hatten,s8) ja sogar in den Hafenstädten
und deren nächster Umgebung ein wirtschaftlicher Aufschwung sich
einstellte,“c) so wurden sie doch indirekt erheblich in Mitleidenschaft
gezogen. Die Beendigung des Krieges hatte mit Rücksicht darauf,
daß man ganz allgemein eine rapide wirtschaftliche Entwicklung
des Landes erwartete, eine außerordentliche Uberfüllung des
Marktes zur Folge, „die dadurch noch erhöht wurde, daß die
Militärverwaltung große Mengen von noch vorhandenem Proviant
und anderen Gütern, für die sie infolge des Friedens eine Ver—

30) vgl. art. 22 des genannten Vertrages.
31) vgl. Handelsberichte III Nr. 31 S. 3, Hand. Arch. 19031 S. 1379ff.:
bes. art. 8 des genannten Vertrages.
32) s. Supan S. 1839.
383) vgl. Handelsber. IIIS1 S. 6, s. auch v. Brandt Kol. Pol. S. 42f.
34) vgl. hierzu Samassa S. 72f., s. dort auch die Gründe für diesen
Aufschwung.