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sind, wie häufig gesagt wird,) so besteht doch wohl kein Zweifel,
daß noch große Flächen unter Bewirtschaftung genommen werden
könnten, und daß die südafrikanische Landwirtschaft sehr wohl
im stande ist, die gegenwärtig auf etwa 100- 120 Millionen
Mark geschätzte Einfuhr agrarischer Produkte selbst zu erzeugen.68)
Ja, nach einem Aufsatz von John Camerons) ist allein in
Rhodesia soviel zur Kultur geeigneter Boden längs der Flußläufe
vorhanden, daß schon Rhodesia nach Anficht Camerons ohne
Zweifel Südafrika mit Korn versorgen könnte.
Die Oranjeflußkolonie besteht aus wellenförmigen Ebenen, die
eine ausgezeichnete Weide bieten.ss) Die Entwicklung des Ackerbaus
und der Viehzucht war bis zum Kriege nur dadurch wesentlich behin⸗
dert, daß die Wasserversorgung schlecht und die Absatzgelegenheiten
mangels genügender Verkehrsmittel sehr erschwert waren. 6) Jetzt
gehen ein ausgedehntes System künstlicher Bewäss erungsanlagen und
der Ausbau des Eisenbahnnetzes — nach dem Statesmans
yearbook für 1905 befanden sich gegenüber 550 Meilen fertiger
Bahnen 440 Meilen im Bau oder waren doch projektiert —
ihrer Vollendung entgegen.s7) Ebenso ist Transvaal — ab—
gesehen von seiner hervorragenden Bedeutung für die Minen⸗
industrie — besonders für den Ackerbau geeignet.ss) Und auch
hier werden die gleichen Mittel wie in der Oranjeflußkolonie
wesentliche Fortschritte herbeiführen. Dazu kommt, daß der Krieg
wohl definitiv jene patriarchalische Wirtschaftsmethode des Buren,
der sich gegen die Einführung moderner Maschinen und Gerät—

52) Bgl. Handelsber. IIIS S. 19, Samassa S. 314, vgl. auch den
Artikel „Skizzen aus Südafrika“ in der deutschen Monatsschrift Jahra. 5
Heit 4 S. 536.
53) Vgl. Samassa S. 298 u. 59.
54) Im Auszug wiedergegeben in der deutschen Kolonialzeitung vom
Januar 1906.
55) Vgl. Statesmans yearbook S. 234.
56) Vgl. Bericht f. Hand. u. Ind. Bd. 4 S. 288.
57) Bgl. Statesmans yearbook S. 285. Bgl. auch den auf südafrikanische
Verhältnisse sich beziehenden Artikel, „die Gisenbahn als kolonisierender Haup⸗
faktor einer Kolonialverwaltung“ in der deutschen Monatsschrift Jahrg. 5
Heft 4 S. 532f. — Vgl. auch die dort S. 536 gegebene, sehr abfällige Kritik
uͤber die bisherigen Maßnahmen der britischen Regierung betreffs der Land—
wirtschaft, speziell in der Kapkolonie.
58) Val. Statesmans vearbook S. 299.

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