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gewaltsamen Eingliederung scheinen mir aber die von der augen⸗
blicklich herrschenden Partei vorhergesagten Streitigkeiten zwischen
Mutterland und Kolonieen und den Kolonieen unter einander,?9)
ja die Loslösung vom Reich näher zu liegen, als die von Ch.
und seinen Anhängern gewollte und prophezeite Einigung und
Festigung des Reichsverbandes.79)
Zu einem ähnlichen Ergebnis gelange ich, wenn auch von
teilweise andern Vorbedingungen aus, für das zweitwichtigste
Gebiet, für J
2. Agypten.
Das unter britischen Einfluß stehende, schlechthin Agypten
genannte Gebiet zu beiden Seiten des Nils zerfällt in 3 Teile,76)
in das eigentlich Agypten von der Mittelmeerküste bis zu einer
durch Wadi-Halfa, einer Stadt am Nil ungefähr auf derselben
geographischen Breite wie Mekka, gezogenen westöstlichen Linie,
in den englisch-ägyptischen Sudan?6) südlich dieser Linie bis an
die Grenzen von Abessinien und Britisch⸗Ostafrika und in den
englischen, östlichen Teil der lybischen Wüste. Als Handelsgebiet
kommt — entsprechend der oben S. 15 gegebenen Dreiteilung —
vorläufig nur das eigentliche Agypten in Frage; beziehen sich
auch die statistischen Zahlen auf die ganze Fläche, so sind zur
Zeil doch nur die Landstriche nördlich Wadi-Halfa Produktions—
und Absatzgebiete des europäischen Handels. Jedoch vorläufig
nur: schon sind Anzeichen vorhanden, die darauf schließen lassen,
daß der ägyptische Sudan ein Baumwollenproduktionsland ersten
Ranges werden wird.?7) Hier sind nach v. Schkopp (S. 48 u. 53)

73) vgl. Dehn, weltwirtsch. Neub. S. 120, bes. auch 152 und den in
Nr. 658 der National-gZeitung vom 1. XII. 1905, Abendblatt, wiedergege—
benen Briefwechsel zwischen den Premiers von Australien, Kanada und Süd⸗
afrika. — Vgl. hierzu auch die Volkswirtschaftl. Chronik in Conrads Jahrb.
Bd. 30 S. 609, wonach allerdings die Kapregierung dem australischen Pemier⸗
minister für die Erbrterung der Frage, ob Australien mit Bezug auf die
Artikel, die das Kapland ohnehin importiere, vorzugsweise Behandlung er⸗
halten könne, Entgegenkommen zugesichert hat.
74) vgl. hinsichtlich der Möglichkeit der Loslösung Südafrikas Samassa
S. 350ff.
75) vgl. Sievers-Hahn S. 538, s. auch oben S. 15.
76) vgl. Supan S. 82.
77) vgl. bes. Nachr. f. Hand. u. Ind. 1904 Nr. 43 S. 4 „Baumwoll⸗
kultur im ägypt. Sudan“ u. Nr. 112 S. 5.
Asmis, Britisch-Afrika.