Großbritannien betrieb also bei weitem den umfangreichsten Handel.
Haupteinfuhrwaren sind auch hier Baumwollwaren, auf die un—
gefähr die Hälfte der ganzen Einfuhr entfällt, daneben Lebens—
mittel und Eisenkurzwaren. Hauptausfuhrartikel ist Kaffee mit
17,896 . Der Kaffeebau wird zu Gunsten des Baumwollbaus
sehr vernachlässigt. Der Kaffeeexport, der jetzt dem allgemeinen
Kaffeezoll unterliegt, uch) würde durch die allgemeine Herab—
setzung des Kaffeezolls, wie sie von Ch. vorgesehen ist, keinen
Vorteil haben. Die Herabsetzung des Zolls käme fast aus⸗
schließlich dem Konsumenten zu gute. Nur dadurch, daß vielleicht
durch die Verbilligung des Preises ein größerer Konsum erreicht
würde, könnten auch die Produzenten Nutzen haben. Im übrigen
hätte die Zollermäßigung nur die Folge, daß die Gesamtheit der
Produzenten zu einem entsprechend niedrigeren Preise bei gleichem
eigenen Gewinn und unter den früheren Verkaufsbedingungen den
Kaffee verkaufen könnten.
Dasselbe gilt für den Import kolonialen Zuckers, der unten
noch bei Mauritius zu erwähnen ist, vorausgesetzt, daß an der
Nichtbevorzugung des kolonialen Zuckers seitens des Mutterlandes
festgehalten wird. 117)
Für den Baumwollenbau ist das Land sehr geeignet; der
Anbau kann noch wesentlich ausgedehnt werden, sodaß man für
das Jahr 1904/085 bereits auf eine Baumwollenausfuhr von
50,000 &amp; rechnete. Mangels genügender Eisenbahnen vollzieht
sich der Hauptoerkehr auf dem Zambesi und dem Schire.

4. Die Inseln.
Von den oben genannten Inseln sind von wesentlicherer
wirtschaftlicher Bedeutung nur Mauritius, die Seychellen und
St. Helena: Mauritius besonders wegen seines ausgedehnten
Zuckerrohrbaues.iud) Die Ernte vom Jahre 190304 war die
größte, die die Insel bisher aufzuweisen hatte]) Die Zuckeraus—

116) vgl. Chiozza S. 87.
117) ogl. Art. 10 der Brüsseler Zuckerkonvention v. 5. III 1902 und das
Schlußprotokoll zu Art. 11 der Konvention. Abgedruckt bei Schivpel, „Zucker⸗
oroduktion u. Zuckerprämien. Stuttgart 1908.
118) vgl. Statesmans yearbook 1905. S. 206.
119) vgl. Berichte f. Hand u. Ind. Bd. 8. S. 38 ff. bes. S. 38.

168mis., Britifsch-Afrika.