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Hochgeehrte Versammlung!

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Wir betreten den Sitzungssaal des Polizeigerichtes des II. Distrikts
 in St. Louis (Missouri). Unser werter Gast und Freund, dessen
Shrentag heute ist und dessen Name der Menschheit gehört, Herr
William Jefferson Pollard, nimmt den Richterstuhl ein.
Ein armer Fuhrmann wird vorgeführt wegen Störung des Friedens
 seiner Ehefrau. Sie selbst hat ihn vor Gericht gebracht. Da
steht sie, ein abgehärmtes Weib, in Lumpen gehüllt, das jüngste Kind
auf dem Arm, als Anklägerin. Nach jedem Wochenschlusse vertrinkt
ihr Mann den grösseren Teil seines Lohnes, und wenn er dann
schwer betrunken nach Hause kommt, verstecken sich die Kinder
unters Bett und dann folgt Misshandlung auf Misshandlung. Das
bisschen Hauseinrichtung ist verpfändet. Die Frau beantragt, das
Gericht solle ihren Mann ins Arbeitshaus schicken, damit er gebessert
 würde. Lange habe sie’s erduldet, aber jetzt halte sie’s nicht
mehr. aus. Sie wolle sich mit Waschen durchschlagen und kein
Opfer scheuen, wenn er nur vom Trunke geheilt würde.
Der Beschuldigte ist geständig.
Richter Pollard redet ihm mit guten Worten ins Gewissen. Er
zeigt sich reumütig. Der Richter verhängt die dem Falle angemessene
 Geldstrafe von.fünfzig Dollars nebst Kosten.
„Es steht bei Ihnen,“ sagt er zum Verurteilten, „diese Strafe zu
bezahlen. Sind Sie dazu nicht imstande, so können Sie sie abverdienen
 mit vier Monaten schwerer Arbeit im städtischen Arbeitshaus.
 Sie können auch Berufung einlegen. Ganz wie Sie wollen.
Aber ich weiss noch einen Weg. Ich will Ihnen eine Gelegenheit
geben, an Ihrer eigenen Rettung zu arbeiten. Sie brauchen keinen
Cent zu bezahlen und keine Minute zu sitzen, wenn Sie dies Gelübde
unterzeichnen, sich auf ein Jahr der geistigen Getränke völlig zu enthalten,
 und dem Gelübde treu bleiben.“ Er füllt ein Formular aus
und legt es .dem Verurteilten vor. ;
Was mag dieser sich wohl denken?
Ein Jahr ohne geistige Getränke ist schmerzlich. Was hilft es
aber? Fünfzig Dollars sind für ihn unerschwinglich. Er verdient in
der ganzen Woche nur neun Dollars und hat eine Frau und drei Kinder.
 Berufung? Dazu hat er kein Geld. Bliebe sonach das Arbeitshaus.
 Aber um fünfzig Cents im Tage Steine brechen, um die Strafe
abzuarbeiten. ist auch kein Vergnügen. Und das Arbeitshaus ist

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