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Das Pollardsystem und seine Einführung in Deutschland. 29

(a. a. O. S. 147), „hat er die gleiche Pflicht, die Kraft seiner Medikamente zu
kennen, über Grund und Wesen ihrer Wirksamkeit sich im reinen zu sein.“
Der Vergleich des Verbrechers mit einem Kranken findet sich nach Lenz
‘die anglo-amerikanische Reformbewegung im Strafrecht, S. 106) zum erstenmal
 1857 bei Matthew Davenport Hill, Suggestions for the Repression of
Crime 182: the prisoner is affected with a moral disease, So vergleicht der
Report des Departmental Committee über den Probation of Offenders Act
die Tätigkeit des probation officer mit dem skilled help to a person suffering
from disease,
Anm, 15. Lenz, a. a. O. $S. 123. Hartmann a. a, O0, S. 291: Die defensorische
Tendenz der Strafrechtspflege entspricht der öffentlichen Meinung.
Anm. 16. Juliusburger (Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und
osychisch-gerichtliche Medizin Bd, 67 S. 469): Die Gesellschaft verdient die
Alkoholisten, die sie hat und beklage sich nicht über ihre Vergehen,
Schmoller (Jahrbuch, Jahrgang 1883 S, 251) spricht davon, dass wir
das Laster der Trunksucht grossziehen.
30 hat auch Weymann in der 10. Jahresversammlung des Verbandes
{er Trinkerheilstätten des deutschen Sprachgebietes die Gesamtschuld des
Volkes für die Trunksucht des einzelnen verantwortlich gemacht,
Anm. 17. Auch unser Vorentwurf $ 63, 64, 65, 306 Z. 3, 309 Z. 6.
Anm. 18. Alkohol und Kriminalität, Grenzfragen des Nerven- und
Seelenlebens 1906.
Anm. 19. A. a. O0. S. 292. Tallack (Penological and Preventive Prinziples,
 p. 307) berichtet den Ausspruch eines Bostoner (visiting) Agent:
[ have learned to believe that none are so good that they may not err;
and none so bad that they cannot reform.
Anm. 20. Bunge, Alkoholvergiftung und Degeneration S, 17: „ Der Trinkzwang
 ist nicht die Hauptquelle der Trunksucht. Tausendmal gefährlicher
als der Zwang ist die Verführung, die systematische, raffinierte Verführung,
wie sie ausgeübt wird von den Alkoholinteressenten, von den Brauereiaktionären.
 Man sehe doch nur die Bierpaläste aus der Erde wachsen wie
die Pilze! Man sehe, wie sie nachts mit elektrischem Licht und den Klängen
des vollen Orchesters die Menge anlocken, mit, Vergnügungen aller Art, mit
Theater und Konzerten, mit Tänzerinnen und Sängerinnen, mit Akrobaten
and Jongleuren, mit Taschenspielern und Rechenkünstlern. Man denke an
alle die Überbrettel, an alle die kleineren Tingeltangel bis in die entlegensten
Vorstädte, welche nachts die Menschen hineinziehen wie die Nachtfalter
in die Laterne, mit der elementaren Gewalt der Chemotaxis und des Heliotropismus.
 Und nicht bloss in den Mussestunden des Abends wird diese
Verführung ausgeübt. Nein! Die systematische, raffinierte Verführung ver-‘olgt
 auch den fleissigsten Arbeiter von morgens früh bis abends spät bei
seiner gewissenhaftesten Pflichterfüllung. Da wird das Flaschenbier in die
Werkstätten getragen, in die Fabriken, auf die Bauplätze. Das Flaschenbier
 wird beständig dem müden, durstigen Arbeiter unter die Nase geschoben.
 Wie soll er denn widerstehen?!‘