Sofort nach dem Verbandstag konstituierte sich der Ver—
bandsvorstand und es wurden vom Ausschuß gewählt:
Josef Klinger zum Präsidenten,
P. Alfred Forst zum Vizepräsidenten,
Johann Heyn und Rudolf Ulbrich zu Beisitzern,
Stefan Richter zum Verbandsdirektor,
Hermann Brunner zum Verbansdsrevisor.

1899.

Das Jahr 1899 reiht sich seinen Vorgängern würdig an;
das Genossenschaftswesen gewann eine weitere Ausbreitung
und Entwicklung.
Zur Erweiterung und raschen Entwicklung des gemein—
schaftlichen Bezugsgeschäftes des Verbandes trug wesentlich der
Anschluß des Deutschen landwirtschaftlichen Central-Verbandes
für Böhmen mit seinen 351 landwirtschaftlichen Vereinen und
Kasinos bei. Durch diesen Beitritt wurde jeder ihm angehörige
landwirtschaftliche Verein mittelbar auch Mitglied des Central—
Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften
Böhmens, so daß letzterer sein Ankaufsgeschäft nunmehr auch
mit den landwirtschaftlichen Vereinen und Kasinos in seinem
Verbandsgebiet und sogar mit einzelnen Mitgliedern der letz—
teren oder unmittelbaren Einzelmitgliedern des „Deutschen
landwirtschaftlichen Zentralverbandes für Böhmen“, zu denen
viele Großgrundbesitzer gehörten, entwickeln konnte. Um den
deutschen Großgrundbesitzern und Pächtern behufs Beteiligung
am Warenbezugsgeschäft Gelegenheit zu geben, auch ohne daß
sie dem Deutschen landwirtschaftlichen Zentralverband für Böh—
men angehörten, dem Genossenschaftsverband beitreten zu kön—
nen, nahm der Genossenschaftsverband satzungsgemäß auch
Einzelpersonen direkt als Mitglieder auf. So wurde die berich—
tete Grundlage für das Warenbezugsgeschäft schon im Jahr
1899 gewonnen, in welchem der Verband nicht weniger als
116 Spar- und Darlehenskassenvereine, 6 sonstige landwirt⸗
schaftliche Genossenschaften, 305 landwirtschaftliche Vereine und
Kasinos und 153 Einzellandwirte belieferte.
Der Vorteil, welcher der gesamten Landwirtschaft aus den
genossenschaftlichen Warenbezügen erwuchs, bestand darin, daß
dadurch eine gesunde Konkurrenz geschaffen und dafür gesorgt

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