Präsident Klinger hielt nach Begrüßung der Teilneh—
mer die Festrede, welche den historischen Entwicklungsgang des
Central-Verbandes kennzeichnete, und fuhr dann fort:
„Zehn Jahre angestrengtester unablässiger Arbeit auf genossenschaft⸗
lichem Gebiete! Doch das Pflänzchen, welches am 20. Dezember 1896 von
sorgender Hand mit Mühe und Not in einen bisher wenig bebauten
Boden gesetzt wurde, wuchs in Wind und Wetter, in Sturm und Drang,
in Kampf und in Enttäuschung zu einem starken und kräftigen Baum
heran. Von Dorfgemeinde zu Dorfgemeinde zieht sich ein dichtes Geäder
von blühenden landw. Genossenschaften, das beste und glänzendste Zeugnis
ablegend für die zehnjährige uneigennützige, zielbewußte Tätigkeit des Ver⸗
bandes, der kraftschlagenden Pulsader für alle genossenschaftlichen Be—
strebungen.
Aller Männer ohne Ausnahme, aller Faktoren, die hier mithelfend,
mitratend und mittätig auf die Entwicklung des Verbandes und der darin
verkörperten großen genossenschaftlichen Idee in irgend einer Weise einge—
wirkt, sei heute bei diesem festlichen Anlaß ehrend und dankbar gedacht.
Ich begrüße jene geehrten Herren Ausschußmitglieder, welche von der
Gründung an im Ausschuß tätig waren, die Herren Ilg, Kasper,
Matzner, Soukup (Zwischenrufe: „und Klinger“). Ich danke den
Herren Abgeordneten für ihre warme Vertretung in genossenschaftlichen
Angelegenheiten, des weiteren dem Verbandsanwalt Herrn Dr. Weden
für seine hervorragenden Leistungen.
Ich danke ferner unseren wackeren Beamten für ihren bewährten
Fleiß und ihre Mitarbeit Geifall).
Eines Mannes, welcher sich hier in unserer Mitte befindet, lassen Sie
mich heute ganz besonders gedenken, des Abg. Peschka, des Vorsitzenden
des Aufsichtsrates, welcher bereitwilligst trotz der vielen Verpflichtungen in
unserem wichtigsten Organ, dem Aufsichtsrat, unseren genossenschaftlichen
Bestrebungen seine Kräfte weihte, bereitwilligst eintrat, wenn es galt, bei
Vertretungen, bei den maßgebenden Körperschaften und Behörden wichtige
und tief einschneidende Verbandsangelegenheiten zum Erfolg zu führen.
Dafür sei ihm heute bei dieser Gelegenheit der beste Dank zum Ausdruck
gebracht. Er möge noch recht lange in unseren genossenschaftlichen Reiben
stehen!

Und nun mein Wunsch für die Zukunft: Das Ideal, das uns Vater
Raiffeisen vorgezeichnet, leuchte auch weiterhin allzeit voran! Neue Ziele,
neue Bahnen! An dem Marksteine des zehnjährigen Bestandesfestes mögen
alle diese neuen Bestrebungen unter der Devise „Mit vereinten Kräften“
zum weiteren und festeren und noch innigeren Zusammenschluß, zur Ver⸗
einigung aller wirtschaftlichen Kräfte auf genossenschaftlichem Gebiet zum
Wohl der Landwirtschaft und eines gesunden kräftigen Mittelstandes in
unserem lieben Deutschböhmen führen.
Wir selbst aber, die wir heute hier versammelt und die wir berufen
sind, für alle genossenschaftlichen Bestrebungen in der Zukunft auf der