ersten Wacht zu stehen, wir wollen uns die Hand in Einigkeit reichen und
fern von allen Tagesströmungen, nur beseelt von echtem genossenschaft⸗
lichem Geiste, geloben: „Die stille, emsige deutsche Arbeit, die im abgelau—
fenen Dezennium den Erfolg zeitigte, sie sei auch in der Zukunft unsere
Richtschnur!“ (Lebhafter Beifall.)
Hierauf ergriff Reichsratsabgeordneter Franz Peschka
das Wort:
„Hochverehrte Herren! Ich danke zuerst dem Herrn Präsidenten und
dem Vorstand, daß Sie mich eingeladen haben, und ich erachte es auch als
Pflicht, als Vorsitzender des Aufsichtsrates bei der heutigen Festsitzung zu
erscheinen. Ich bin gern hergekommen, um an derselben teilzunehmen, und
erlaube mir, Ihnen bei diesem Anlaß die herzlichsten Glückwünsche auszu⸗
sprechen. Nehmen Sie die Versicherung entgegen, daß der Aufsichtsrat stets
an Ihren großen Aufgaben teilnehmen wird und so eifrig tätig sein wird,
wie es der Vorstand und der Ausschuß ist, weiter aber auch bestrebt sein
wird, überall dort einzugreifen, wo es gilt, auch in schwieriger Lage seine
Pflicht zu erfüllen. Das Genofsenschaftswesen ist eine Lebensbedingung
der Landwirtschaft und nur durch die Erkenntnis dieses Umstandes und in
dem Streben nach Ausgestaltung der Genossenschaften wird auch dieser
wichtige Faktor bei der Durchsetzung unserer übrigen agrarischen Aufgaben
die richtige Hilfe bringen. In dieser Richtung müssen wir es uns alle ange—
legen sein lassen, dasselbe zu fördern.“
Nach einigen präsidiellen Mitteilungen fand die Festsitzung
ihren Abschluß in einer Rede des Abgeordneten Kasper, der
u. a. nachstehendes ausführte:
„Unfere Festsitzung können wir nicht vorübergehen lassen, ohne eines
wichtigen Umstandes dankbar zu gedenken, daß der Verband bei der Wahl
seiner Funktionäre stets vom Glück begleitet war. Wir waren uns der
Schwierigkeiten der Aufgabe bewußt, als wir daran gingen, einen Verband
der Genossenschaften in unserem deutschen Böhmerland ins Leben zu rufen,
und wir waren uns auch der Arbeit bewußt, welche wir mit der Gründung
auf uns nahmen; wir haben aber auch großze Erfolge erzielt durch ernste,
zielbewußte, unverdrossene Arbeit. Das war aber nur zu erzielen durch
trammes, festes Zusammenwirken des Ausschusses und Vorstandes und
seines Oberhauptes, unseres Herrn Präsidenten.
Wir müssen es heute dankbar anerlennen, daß seine uneigennützige
und opferfreudige Betätigung im Dienst unserer Sache mit Ursache an den
erzielten Erfolgen ist. Er leistet nicht nur mit uns die größten Arbeiten,
er ist auch unermüdlich tätig und er scheut keine Mühen, wenn es gilt, die
Aufgaben des Verbandes zu erfüllen.
Wir haben in ihm eine große und tüchtige Kraft und unsere edle,
schöne deutsche Genossenschaftssache ist ihm vielen Dank schuldig. Deshalb
glaube ich, im Namen nicht nur des Ausschusses, sondern des ganzen Ver—⸗
bandes zu sprechen, wenn ich ihm am heutigen Tage Dank sage und Sie
bitte, sich zum Zeichen des Dankes von den Sitzen zu erheben.“ (Geschieht.)