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Vorwort.

Das vorliegende Buch ist aus einer Keihe von Vorträgen her—
vorgegangen, die vor Studierenden der Chemie gehalten worden
sind. Es setzt die Kenntnis der chemischen Grundbegriffe und der
allgemeinen physikalischen und chemischen Gesetze voraus. (S. W. Coeb,
Einführung in die chem. Wissenschaft, Leipzig 1909.) Auf dieser
Grundlage will es ein Gebiet der menschlichen Uultur zum
allgemeineren Verständnis bringen, welches nicht oft eine zu—
sammenfassende Behandlung erfahren hat, obgleich es in wissen—
schaftlicher wie in technischer Beziehung ein besonderes Interesse
beanspruchen darf.
Die Renntnisse über die Sprengstoffe und ihre Anwendungen
in Krieg und Frieden haben sich anfänglich, bis in das vorige
Jahrhundert hinein, auf rein empirischem Wege entwickelt. Wenn
auch die handhabung der Sprengstoffe und besonders ihr artil—
leristischer Gebrauch manche Vervollkommnung gefunden hat, so
blieben doch die wirklichen Ursachen der Schieß- und Sprengkraft in
chemischer wie in mechanischer Beziehung verborgen. Erst Bunsen
und Schischkoff unternahmenes 1857 (Poggendorff's Annalen 102,
321), mit rein wissenschaftlichen hilfsmitteln die Natur des
Schwarzpulvers und die Vorgänge bei dessen Explosion zu er—
gründen. Sie bestimmten die SZusammensetzung des Pulvers und
maßen das Volumen der bei seiner Explosion entwickelten Gafe
und die dabei entwickelte Wärme. Allein der thermochemische Zu—
sammenhang zwischen dem ursprünglichen System des Spreng—
stoffes und dem System seiner Explosionsprodukte war damals
nur wenig erkannt, und außerdem ist der Sprengkörper, mit dem
die Untersuchungen angestellt wurden, das Schwarzpulver, von
viel zu komplizierter Beschaffenheit und gibt zu verwickelte Ser—
setzungserscheinungen, um die Auffindung einfacher Gesetzmäßig—
keiten leicht zu machen. Die dann eintretende Entwickelung der
Thermochemie, besonders infolge der zahlreichen Bestimmungen
M. Berthelot's, ermöglichte es diesem (1871 —1883) ein helles,

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