Salpeterhaltige Feuersätze.

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Die Chinesen haben wohl zuerst den Salpeter entdeckt und ihn
mit brennbaren Stoffen, besonders auch mit Schwesel und Kohle,
gemischt und zu Feuerwerken benutzt. Sie haben auch die aus der
Verbrennung solcher Gemische entstehende bewegende Kraft erkannt
und zu Kaketen für Kriegszwecke benutzt, aber dieses nicht vor dem
Ende des 10. Jahrhunderts, zu einer Zeit, als diese Erfindung
auch im Abendlande schon gemacht war. Sie haben aber nicht als
erste die Explosivkraft der Gase aus salpeterhaltigen Mischungen
in abgeschlossenen Räumen erkannt, sie haben nicht das eigentliche
Schießpulver gekannt.
Drei Jahrhunderte vorher, um 673, tritt das griechische Feuer
zum ersten Male bei einem geschichtlichen Ereignis auf als eine
Erfindung des Kallinikos aus Hheliopolis. Die Flotte der Rraber,
welche Konstantinopel belagerte, wurde mit dessen hilfe zerstört,
und das griechische Feuer war mehrere Jahrhunderte hindurch
eine furchtbare Waffe in den händen der Byzantiner, besonders
in den Seeschlachten. Kaiser Leo der Philosoph hat in seinen mili—
tärischen Schriften angegeben, daß man es aus Röhren schleudern
solle, aus welchen es mit Donnergeräusch hervorbreche, und daß
seine nicht verlöschende Flamme die feindlichen Schiffe vernichte.
Ob und in welcher Weise hierbei die Treibkraft der Perbrennungs—
gase mitwirkte, ist nicht festzustellen. Daß Salpeter als Bestand—
teil in die Mischungen aufgenommen wurde, ist zweifellos. Ge—
wöhnlich wurde das griechische Feuer in ausgehöhlte Steine oder
eiserne mit Löchern versehene Gefäße eingeschlossen, welche aus
Wursmaschinen geschleudert wurden. Die Byzantiner gebrauchten
auch solche Gefäße und Rohre (Chirosyphon genannt), welche
mit der hand auf den Feind geworfen wurden.
Die Bereitung und Verwendung des griechischen Feuers war
lange Zeit hindurch ausschließlich den Griechen bekannt. Die byzan—
tinischen Kaiser hatten die schrecklichsten Strafen auf den Verrat
des Geheimnisses gesetzt. Dennoch verbreitete es sich nach und
nach und kam endlich auch zur Uenntnis der Gegner. Nicht von
China her, sondern von Konstantinopel lernten die Mohammedaner
das griechische Feuer kennen, von dem sie in den Kreuzzügen einen
so unheilvollen Gebrauch machten. Die Schilderung Joinville's
Histoire du roy Sainect-Loys) läßt erkennen, welchen Schrecken
die feindlichen Feuermaschinen im heere Cudwigs des heiligen
verbreiteten.
Von vielen Schriftstellern wird über den Gebrauch der Feuer—