Schießpulver zum Sprengen.

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führten und noch 1627 bei Belagerung der Insel Ré mit Bogen
und Pfeil kämpften.
Das griechische Feuer verschwand allmählich aus der Kriegs⸗
führung, im Maße als man die Verwendung des Schießpulvers
vielseitiger gestaltete. So benutzte man die Pulverexplosion bald
nicht mehr ausschließlich zum Schleudern von Geschossen, die Ar—
tilleristen lernten auch, Minen zu graben, diese mit Pulverladungen
zu besetzen und durch deren Explosion die Mauern von Festungen
zu zerstören. Cine andere Neuerung war die, an Stelle von steinernen
oder eisernen Vollkugeln Hohlgeschosse abzuschießen. Diese waren
wohl aus den alten Feuertöpfen entstanden, sollten aber nicht
mehr wie diese nur einen Brand erzeugen. Die Wände der Hülsen
wurden dicker gemacht und ihr Inneres wurde mit Pulver ge⸗
füllt, das erst später zur Explosion kam als das zum Abschießen
des Geschosses benutzte. So entstand die Bombe, durch deren in
der Ferne erfolgende Explosion die zerstörende Wirkung der Kugeln
bedeutend verstärkt wurde. Die Bomben traten im 16. Jahrhundert
auf, erlangten im 17. eine große Wichtigkeit und sind heutzutage
so vervollkommnet, daß die Vollkugeln dagegen eine nur unbedeu—
tende Rolle spielen.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts fing man auch an, die Ex—
plosipkraft des Pulvers im Bergbau und Straßenbau zum Sprengen
von Steinen und zur Beseitigung von hindernissen aller rt nutz⸗
bar zu machen. Bis dahin hatte man sich für diese Zwecke nur
der Menschenkraft bedient, die wohl durch Feuer und auch durch
Wasser unterstützt wurde, um das Gestein mürbe zu machen. Jetzt
war man aber im Besitz einer ungeheuer viel größeren Kraftquelle,
und durch ihre rationelle Benutzung, besonders durch Erfindung
neuer mächtiger Sprengmittel, hat man die erstaunlichsten Erfolge
erzielt.
Die erste sichere Nachricht über die Verwendung von Schieß
pulver zur Sprengarbeit findet sich in dem Protokolle des Schem⸗
nitzer Berggerichtsbuches vom 8. Februar 1627, wonach ein Tiroler
Bergmann, Caspar Weindl, die erste Sprengung an diesem
Tage durchgeführt hätte.) Von Schemnitz aus wurde die Spreng⸗
arbeit nach Böhmen und dem harze eingeführt, und zwar 1632 in
Clausthal, sodann 1645 in Freiberg, 1670 in England, 1724 erst
in Schweden. Die elektrische Zündung wurde im Jahre 1823 durch

1) Guttmann in Muspratt's Techn. Chemie, 4. Aufl., Bd. 7, 780.