24 Sweites Rapitel: Theorie der Sprengstoffe.

er ist für die Beurteilung der Wirkung und die herstellung von
Explosivstoffen von großer Bedeutung.
Die Bildungswärmen aller wichtigeren chemischen Verbindungen,
besonders auch die für die Sprengstoffchemie in Betracht kommen—
den, sind mit Genauigkeit bestimmt worden. Man findet sie in
Tabellenwerken zusammengestellt (z. B. im Chemitker-⸗Kalender).
Immerhin seien einige häufig benutzte Zahlen hier mitgeteilt.
Es ist dabei zu bemerken, daß die Wärmetönung sich ändert,
wenn der betr. Körper aus einem Aggregatzustand in einen
andern übergeht. Es ist die latente Schmelz⸗ bzw. Verdampfungs⸗
wärme zu berücksichtigen. So verbraucht 1 kg Eis von 0o
30. Oz Kal., um flüssiges Wasser von 00 zu werden; 1 g also
, O8 Nal., das Grammmolekül H?O also 180,08- 1,440 Kal.
Es ist nun die Bildungswärme H? 0 H?o (flüssig) 469 Kal.,
daher — H?O (fest) (69 - 1,4) 70,4 Kal.
Serner ist die Temperaturänderung zu berücksichtigen. Die
Differenz zwischen den Wärmemengen Or und QOꝛ, welche bei
den verschiedenen Temperaturen 7T undeentwickelt werden, ist
gleich der Differenz zwischen der Wärmemengen, welche von den
Komponenten (1) und den Reaktionsprodukten (y) innerhalb
jener Temperaturen aufgenommen werden, d. h. die Differenz
ihrer mittleren spezifischen Wärmen. Die Renntnis der lehtteren
Hrößen ist also notwendig. Man hat dann Or —QVAV.
Leider sind die spezifischen Wärmen, d. h. diejenigen Wärme—
mengen, welche erforderlich sind, um die Temperatur der Ge—
wichtseinheit (1 kg) eines Körpers um 10 zu erhöhen, für höhere
Temperaturen nicht genau bekannt.
Endlich ist der Druck von Einfluß auf die Wärmetönung bei
Reaktionen zwischen gasförmigen Körpern. Tritt keine Kondensa⸗
tion ein, so ist die entwickelte Wärmemenge die gleiche, sei es,
daß die Reaktion bei konstantem Volumen, sei es, daß sie bei
konstantem Druck erfolgt. Findet aber Rondensation statt, so ist
die bei konstantem Druck p (bei Atmosphärendruck) entwickelte
Wärme, dieselbe Temperatur vorausgesetzt, gleich der bei kon—
stantem Volumen v entwickelten Wärme, vermehrt um das Pro—
dukt aus der absoluten Temperatur 7T und 0.002 der Differenz
der Molekularvolume (n — n)

Or —Or-0 002(1n - n)7
bezieht sich auf die Einheit der Anzahl Liter, welche von den