Erplosive Welle.

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Knallquecksilbers. Die explosive Welle erklärt auch die Erfahrung,
welche die Artilleristen und Ingenieure wiederholt gemacht haben,
daß eine Dynamitpatrone, die durch ein Knallquecksilber-Zünd⸗
hütchen zur Detonation gebracht worden ist, bei anderen, außer—
halb des Bereichs der direkten Entzündung liegenden, selbst in
beträchtlicher Entfernung befindlichen Patronen die Detonation
hervorzurufen vermag.
Man hat die Detonation der Sprengstoffe auf Vibrationen zu—
rückführen wollen, wie sie die Schallwellen bilden. Aber die er⸗
plosive Welle ist etwas von der Schallwelle durchaus Verschiedenes.
Ohne auf die diesbezüglichen ausgezeichneten Untersuchungen
Berthelot's näher einzugehen, wollen wir nur kurz deren Er—
gebnisse anführen, die am besten in gasförmigen Medien erkannt
werden. Während in der Schallwelle die lebendige Kraft und der
Druckzuwachs gering ist und die Geschwindigkeit nur von dem
physikalischen Zustand des schwingenden Mediums bedingt wird,
ist es die Veränderung des chemischen Sustandes, welche sich in
—— welche dem Sysstem eine enorme
lebendige Kraft und einen beträchtlichen Druckzuwachs mitteilt.
Diese Welle schreitet gleichmäßig fort, mit einer Geschwindigkeit,
die wesentlich von der Natur des explosiven Gemisches abhängt,
und die unabhängig vom Druck ist. Die kinetische Energie der
fortbewegten Moleküle des gasförmigen Systems, die durch die
Keaktion erzeugt wird und aile durch diese entwickelte Wärme in
sich begreift, ist proportional der lebendigen Kraft desselben gas⸗
förmigen Systems, welches nur die Wärme enthält, die es bei 09
besitzt. Diese Beziehung gestattet, die Geschwindigkeit der explo⸗
siven Welle in den verschiedensten Gemischen zu bestimmen.
Bei der Explosion wird aus der zuerft entzündeten Schicht eine
finzahl Gasmoleküle mit all der Geschwindigkeit fortgeschleudert,
welche der von der chemischen Verbindung entwickelten Maximal⸗
temperatur entspricht. Der Stoß dieser Gasmoleküle, welche also
nahezu die gesamte von der chemischen Keaktion entwickelte Wärme—
menge enthalten, bedingt die Fortpflanzung dieser chemischen und
kalorischen Wirkung in den benachbarten Schichten usw. Es wur—
den 3. B. folgende Sortpflanzungsgeschwindigkeiten gefunden: in
einem Gemisch von Wasserstoff und Sauerstoff 2840 m in der
dekunde, von Sauerstoff und Azetylen 2195 m, von Kohlenoxyd
und Sauerstoff 1088 m, von Methan und Sauerstoff 2287 m.
Bei der gewöhnlichen Verbrennung dient nur ein geringer Teil

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