V Zweites Kapitel: Theorie der Sprengstoffe.

Man versteht unter Ladedichte (J das Verhältnis des in
Gramm ausgedrückten Gewichtes des Sprengstoffs (v) zu dem in
Rubikzentimeter ausgedrückten Raum (V),. in welchem die Explo—
sion erfolgt; also 48 .Wenn die Explosionsprodukte bei der
Explosionstemperatur gasförmig sind, so würde der entwickelte
Druck proportional der Ladedichte sein.
Dies trifft zu für sehr schwache Ladedichten, etwa bis 0,1, für
welche Größe die Gasgesetze anwendbar sind. Die Beziehung ist
nicht mehr genau für größere Dichten (O,1 bis 0,2), da ja die
Gasgesetze für größere Drucke ungenau sind. Bei noch stärkeren
Dichten hat indessen das Verhältnis eigentümlicher Weise wieder
seine Geltung, was vielleicht darin seinen Grund hat, daß die
spezifischen Wärmen mit dem Druck und der Temperatur zunehmen.
Es ist dies von Berthelot, Sarrau und Vieille und andern
für eine Anzahl von Sprengstoffen nachgewiesen.
Es sei die Ladedichte 48 wo w die Gewichtseinheiten des
Sprengstoffs, V den Explosionsraum ausdrückt. Oben (S. 41)
wurde entwickelt, daß der Druck der von der Gewichtseinheit des
Sprengstoffs gelieferten Gase bei der Cxplosionstemperatur t durch
die Formel ausgedrückt wird
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Die Größenkist für jeden Sprengstoff eine Konstante, sie wird
als spezifischer Druck bezeichnet. Wenn nun w Gewichtsein—
heiten im Explosionsraume V erplodieren, so ist der Druck
.4.

Wenn 3. B. 20 kg Nitroglyzerin in einem Raum von 2 cbm
( 2000 )) exrplodieren, so ist - 9281 und 4 *0,01;
also p—92,81 kg auf 1 qem.
Das Maximum der Druckwirkung wird erzeugt, wenn der Ex—⸗
plosivstoff den ihm zugewiesenen Kaum vollständig ausfüllt, wenn
dieser also gleich dem eigenen Volumen des Sprengstoffes ist. Dies
Maximum entspricht nur dann dem spezifischen Druck, wenn die
Dichte des Sprengstoffs gleich der Einheit ist. Der Druck ist ge—
ringer bei Körpern, deren Dichtigkeit kleiner als J ist, also bei
explosiven Gasen und Gasgemischen und gewissen Slüssigkeiten;