Ladegewicht. — Schwarzpulver. 49

vo ⸗Volumen der von 1kg Sprengstoff entwickelten Cxplosions⸗
schwaden bei 00 und 760 mm Druck, ausgedrückt in Litern;
t ⸗Explosionstemperatur;
O die von 1Kg Sprengstoff bei der Explosion im eigenen
Volumen entwickelte Anzahl Kalorien;
A425 0 —Arbeitsfähigkeit in Meterkilogramm;
kGasdruck, erzeugt durch Explosion von 1kKg Sprengstoff,
wenn die Gase bei der Explosionstemperatur to in 11 zusammen—
gedrückt sind, ausgedrückt in Kilogramm auf 1 emꝰ;
⸗Kovolumen der von 1ukg gelieferten Gase;
LCadegewicht, das in der Kaumeinheit untergebrachte Ge—
wicht des Sprengstoffs.

Drittes Kapitel.

Technologie der einzelnen Sprengstoffe.

1. Schwarzpulver.

Das Schwarzpulver, der älteste eigentliche Sprengstoff (s. 8. 7),
ist ein Gemenge von holzkohle, Schwefel und Kalifalpeter. Letz
teres Salz liefert den die Verbrennung bewirkenden Sauerstoff,
Kohle ist der verbrennende Körper, ebenso Schwefel, welcher außer⸗
dem die Wirkung hat, die Zündung zu erleichtern. Auch die Ge—
schwindigkeit und die Gleichmäßigkeit der Verbrennung wird von
ihm wesentlich beeinflußt.
Die Mischungsmaterialien müssen im Zustande möglichster Rein—
heit verwendet werden.
Der Kalisalpeter kam früher hauptsächlich als indischer Salpeter
in den handel. Auch jetzt noch ist die Salpeterausfuhr aus Ost—
indien von Bedeutung. Besonders in der Ganges-Ebene wittern,
wenn auf die Kegenzeit die Periode der Trockenheit folgt, aus
dem humusreichen Erdboden salpetersaure Salze aus, die von den
sogenannten Sorahvallahs gesammelt werden. Durch einfache Auslauge⸗,
 Umsetzungs- und Kristallisationsprozesse wird daraus das
Kaliumnitrat gewonnen.
Die Salze, welche häufig auch in unserem Klima aus den
Mauern von vViehställen und Wohnhäusern auswittern und als
sog. Mauerfraß bekannt sind, bestehen wesentlich aus salpeter⸗
sauren Salzen, besonders Calciumnitrat, und können zur Kali—
Anus 286: Biedermann, Sprenastoffe.