dalpeter.

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kalium (aus Staßfurter Salzen gewonnen) vermischt und durch
Erkalten zur Kristallisation bringt, wobei sich dann das Kalium—
nitrat ausscheidet.
Seit kurzem ift eine neue, vielversprechende, weil unerschöpf—
liche Quelle zur Gewinnung von Salpetersäure und damit auch
zur Gewinnung von Kalisalpeter und anderen Nitraten erschlossen
worden. Das ist die atmosphärische Cuft, deren Sauerstoff und
Stickstoff sich unter der Cinwirkung des elektrischen Flammenbogens
zu Stickstofforyden vereinigen lassen, welche dann nach bekannten
KReaktionen mit hilfe von Luftsauerstoff und Wasser in Salpeter⸗
säure übergeführt werden. Da die Chilesalpeterlager bei Tara—
paca ihrer Erschöpfung nahe sind — die Geologen schätzen den
noch vorhandenen Gesamtvorrat auf etwa 30 Millionen Tons —,
so gewinnt die elektrische Salpetersäuregewinnung eine ungeheure
Bedeutung. KAuch auf die Verwendung von Kontaktkörpern oder
Katalysatoren zur Oxydation von Stickstoff oder Ammoniak, sowie
auf die Fähigkeit gewisser Bakterien, den Stickstoff der Luft im
pflanzlichen Organismus der Leguminosen zu binden und in Nitrate
überzuführen, ist zur Zeit die Kufmerksamkeit der Chemiker gerichtet.
Der für die Schwarzpulverfabrikation gebrauchte Salpeter muß
möglichst rein sein. Man prüft auf die Gegenwart von Chlor—
natrium. Ist diese am häufigsten vorkommende Verunreinigung
nicht vorhanden, so nimmt man an, daß auch andere Salze fehlen.
Die durch Silbernitrat in einer chlornatriumhaltigen Löfung her⸗
vorgebrachte Fällung ist eine äußerst empfindliche Reaktion auf
Chloride. Der in der preußischen Pulverfabrik in Spandau ver—
arbeitete Salpeter muß so rein sein, daß in einer wässrigen Lö—
sung von 15 g desselben durch Silbernitrat höchstens eine schwache
Trübung hervorgebracht wird. Die englische Pulverfabrik in Wal⸗
tham Abben verwendet Salpeter. der überhaupt keine Chlorreaktion
zeigen darf.
Der Konversionssalpeter ist oft durch geringe Mengen von
Kaliumperchlorat KClIOs verunreinigt, welche durch Silbernitrat
nicht nachweisbar sind. Das Vorkommen von Perchlorat im Kon—
versionssalpeter wurde zuerst von Major A. Hellich beobachtet
und ist von anderen Chemikern bestätigt worden!). Wegen dieser
Beimengung wird von vielen das deutsche Schwarzpulver als
minderwertig gegenüber dem mit ostindischen Salpeter hergestellten

1) Chem. 3tqꝗ. 1894, 485, sowie 1894. 1567.