56 Drittes Kapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.
IGRKNO-21C.7S IB3COABCOABSKCOS
2804 4 2283 — 8302

Jedoch ändern die Reaktionsprodukte sich mit der Größe des
Drucks, unter welchem die Verbrennung stattfindet.
Ein Pulver aus 74,84 Teilen Salpeter, 11,84 Teilen Schwefel
und 13,32 Teilen Kohle (reiner Kohlenstoff) würde dem einfachen
stöchiometrischen Verhältnis 2KNO -84 30 entsprechen. HRus
dieser Formel wäre die Zersetzungsgleichung abzuleiten:
2NOS-8S - 30-KS N3002.
Der praktische Versuch zeigt aber, daß die Explosion in anderem
Sinne, unter Erzeugung anderer Produkte erfolgt). Nach Noble
und Abel ist die Zersetzungsgleichung für das Pulver von ge—
nannter Zusammensetzung auszudrücken durch
20xNO-TOSPBOCS GR2COSKSO 3K.S
4002 10 0 4 1082.

Danach bestehen die Cxplosionsprodukte zu 56,4 Proz. aus festen
Stoffen (Kückstand, Rauch), zu 43,6 Proz. aus Gasen.
Schwarzpulver mit 70 bis 65 Proz. Salpeter geben ein größeres
Volumen Gase. Diese haben aber eine niedrigere Flammentempe—
ratur, so daß der Gasdruck geringer ist als der mit Pulver von
75 Proz. Salpeter erreichbare. Ferner entsteht um so mehr Kohlen⸗
oxyd, je geringer die Salpetermenge ist. Pulver mit 65 Proz.
Salpeter gibt neben Stickstoff fast nur noch Kohlenoxyd.
Wenn wir die obige Gleichung als richtig annehmen, so ergibt
sich durch Umrechnung der Atomgewichte in Grammgewichte, daß
das Pulver aus 2024 g Salpeter - 320 g Schwefel 4 360 8
Kohle besteht, also 2704 g dieses Pulpers 1528 g feste, 1176 8
gasförmige Produkte liefern. Das Volumen dieses Gasgewichtes
für bestimmte Temperatur und gegebenen Druck ist leicht zu be—
rechnen. Das in Gramm ausgedrückte Molekulargewicht irgend—
eines Gases nimmt bei 09 und 760 mmn Quekfsilberdruck einen
Raum von 22,32 CLiter ein. Für jeden Temperaturqgrad dehnt sich das
Gaspolumen um 0,003665 oder aus. Bei der mittleren Tem⸗
peratur von 150 würde also der Kaum von 22,32 Liter über—

1) Gody, Traité thé0rique et pratique des matières explosives.
Namur. 1896. p. 155.