58 Drittes Kapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.

Es wird dadurch vermieden, daß infolge des plötzlichen herunter⸗
fallens der Läufer von einem größeren Stück Satz auf den Boden—
teller eine Explosion eintreten kann. Die früher gebräuchlichen
Stampfer, die das Gemenge in einem mörserartigen Gefäß zer⸗
stampften, sind außer Gebrauch gekommen.
Durch das Kollern ist eine Verdichtung des Satzes noch nicht
eingetreten, sondern nur eine noch innigere Mischung erzielt worden.
Die eigentliche Verdichtung erfolgt in hydraulischen Pressen. Der
aus der Kollermühle kommende Pulverkuchen wird zunächst wieder
zerkleinert, in Brechapparaten mittels hölzerner hämmer „ge—⸗
quetscht“. Man benutzt dazu auch mehrere Paar geriffelter Bronze⸗
walzen. Damit ist ein Zylindersieb verbunden, welches die zer—
kleinerte Masse in gleichförmigem Zustand liefert. Das noch immer
etwas feuchte Pulver wird nun 9 em hoch auf Rupfer- oder
Bronzeplatten ausgebreitet, die übereinander gestellt und einem
Drucke von 100 bis 110 Atmosphären während 1 bis 1 Stunden
ausgesetzt werden. Das Pulver hat dann ein spezifisches Gewicht
pon 1,7 bis 1,8. Für Sprengpulver ist die Pressung geringer, so
daß die Dichte etwa 1,5 beträgt.
Die Preßkuchen werden nun zerkleinert und durch Siebe ge—⸗
drückt. Bei der Lefebure'schen Körnmaschine bestehen die rotie—
renden Siebelemente aus drei übereinander befindlichen Sieben.
Auf dem obersten, dem Schrotsiebe, liegt die hölzerne, mit Blei
beschwerte Kornscheibe, die bei der Rotation die Pulperstücke zer—
trümmert. Das Schrotsieb hat außer den Sieblöchern zwei größere
gegenüber liegende Offnungen, von welchen aus je eine schräge,
der Bewegungsrichtung entgegengerichtete Messingschaufel bis nahe
zum Boden des zweiten Siebes reicht. Dieses, das Kornsieb, nimmt
die hindurchgefallenen Pulverstücke auf und sondert sie, indem
Pulverstaub und Rörner von gewünschter Größe durch das Sieb
hindurchfallen, die größeren Stücke dagegen durch die Zentrifugal⸗
kraft auf die Schaufeln geschleudert und durch diese wieder auf
das Schrotsieb zurückgeführt werden. Die durch das VKornsieb hin⸗
durchfallenden Teile gelangen auf das dritte oder Staubsieb,
welches die Körner zurückhält und den Staub in einen Lederschlauch
gelangen läßt.
Diel gebraucht ist die Walzenkörnmaschine des Oberst Congreve,
welche im wesentlichen aus 3 oder 4 bronzenen Walzenpaaren
besteht, von welchen die beiden untersten glatt, die oberen längs—
und quergeriffelt sind. Unterhalb der Walzenpaare befinden sich