Prismatisches Pulpver.

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krieges 1863 sehr grobkörniges Pulver, das sog. Mammuth—
pulver, von über 20 mm Durchmesser der Körner für artilleristische
Zwecke eingeführt. Wegen der Ungleichheit der Korngröße wurde
indessen die Treffsicherheit beeinträchtigt. Man ging dazu über,
unmittelbar aus dem Pulversatze Patronen zu erzeugen. Allein
solche Patronen brannten zu langsam ab. Schon früher, im Jahre
1852, hatte Paolo di sS. Roberto empfohlen, gekörntes Pulver
dadurch in größere Stücke zu bringen, daß es einer Temperatur
von 100, bei welcher der Schwefel weich wird und klebend wirkt,
ausgesetzt und dann in zylindrische Formen gepreßt wird. Diese
Art der herstellung war zu umständlich, und die Verlangsamung
der Verbrennung war zu sehr gesteigert. Auch die Verwendung
von Bindemitteln, wie Gummi arabicum oder Vollodiumlösung,
gab keine befriedigenden Resultate. Infolge der Beobachtungen
einer russischen Militärkommission im amerikanischen Bürgerkriege
zeigte dann General Doremus, daß man das Schwarzpulver auch
ohne den Schwefel bis zum Weichwerden zu erhitzen und ohne
Anwendung von Bindemitteln durch genügend starken Druck zu
festen Stücken pressen könne. Dieses komprimierte oder prismatische
Pulver wurde zuerst in Rußland eingeführt. Gekörntes Schwarz⸗
pulver wird in sechseckigen Formen durch hydraulische Pressen
komprimiert. Die Sormen sind so beschaffen, daß die Prismen
sieben in der Länge durchgehende Kanäle erhalten. Diese Durch—
bohrungen ermöglichen die Verbrennung des Pulvers zugleich von
innen und von außen, so daß die Verbrennungsgeschwindigkeit nicht
allzusehr herabgesetzt wird. Man kann sogar Patronen mit Schichten
von verschiedener Dichte herstellen, indem die Pressung in mehrere
Stufen von verschiedener Druckgröße zerlegt wird.
Großen KRuf erlangte das braune prismatische Pulver der Köln—
Rottweiler Pulpverfabriken. Es besteht aus 79 Proz. Salpeter,
3 Proz. Schwefel und 18 Proz. aus holz hergestellter Kohle von
chokoladebrauner Färbung. Es wird zu Prismen von 25 mm höhe
und einem Durchmesser (von Ecke zu Ecke) von 40 mm gepreßt. Die
Prismen haben nur einen mittleren Kanal von 10 mm Weite.
die haben ein Gewicht von 40 bis 45 g, und ihr spezifisches Gewicht
beträgt 1,75 bis 1,88. Die Pulvergase enthalten erhebliche Mengen
Wasserdampf, teils vom Wassergehalt des Pulvers herrührend,
teils aus dem Wasserstoff des schwach verkohlten Holzes entstanden.
Diesem Wasserdampfgehalt der Gase wird es zugeschrieben, daß der
Kauch, von fein zerteilten Kalisalzen gebildet, rasch verschwindet.