Chloratsprengstoffe. — Petroklastit. 65

Typus des Schwarzpulvers weit entfernen, findet sich in vielen
Patentschriften. Gerühmt wird der von Street zusammengesetzte
Cheddit Grit. P.9970/ 1897), bestehend aus 8ô Teilen Kalium—
chlorat, 13 Mononitronaphtalin, 2 Dinitrotoluol, 5 Rizinusöl.
Nach Street's D. P. 100522 wird Kaliumchlorat (80 Proz.) mit
der Lösung eines Nitro- oder Azokörpers (3. B. 10 Proz. Azobenzol
oder Nitronaphtalin) in einem fetten Ol (10 Proz.) oder Mineralöl
mit oder ohne Zusatz von Kohle oder Kohlenhydraten zusammen—
geknetet. Nach D. P. 117051 wird der Lösung noch etwas Nitro⸗
glyzerin, Nitrozellulose oder Anilinpikrat hinzugefügt. Nach D. P.
118 102, werden als Lösungsmittel für die Nitro- usw. Verbin—
dungen Ole verwendet, welche vorher durch Erhitzen mit Schwefel
auf 140 — 1800 geschwefelt worden sind.
Bonnet (O. P. 124237) benutzt statt des Oles freie Fett⸗
säure. Ein solcher Sprengstoff besteht z. B. aus 80 Proz. Kalium⸗
hlorat, 8 Proz. meDinitrobenzol, 12 Proʒ. Stearinsäure.
Turpin's Pyrodialyt ist im wesentlichen ein Gemenge von
35 Proz. Kaliumchlorat und 15 Proz. harz (auch Teer ist ver⸗
wendbar). Zur Erzielung einer homogenen Mischung werden bei
der Verarbeitung 2 Proz. Alkohol zugesetzt.
Nach einem Bericht der franzsischen Sprengstoffkommission
ist die Sprengkraft dieser Mischungen im geschlossenen Raume,
wenn die des Schwarzpulvers — 100 gesetzt wird, 174 für Py⸗
rodialnt, 190 für die Streetschen Sprengstoffe. Der hohe Preis
des Chlorats steht ihrer Cinführung noch im Wege.
Brauchbare Schießpulver sollen nach D. P. 53 420 und 57732
von v. Brauk erhalten werden, indem man den Chloratkörnern
eine hülle von Karnaubawachs oder dgl. mit Zusatz von Traganth⸗
gummi gibt.
Statt Kaliumchlorat hat man auch das noch sauerstoffreichere
Ammoniumperchlorat NH*. CIO“, erhalten durch Umsetzung von
Nalzium⸗ oder Natriumperchlorat mit Ammonsalzen, als Basis
für Sprengstoffe empfohlen Gtreet, D. P. 94516, Miolati,
D. P. 103993, 112682).
Ein Schwarzpulver, bei welchem die Abänderung des Kohlen—
stoffträgers wesentlich ist, ist der Petroklastit der Westfälisch—
Anhaltischen Sprengstoff-Gesellschaft. Statt der Kohle wird
Steinkohlenpech benutzt. Auch harze und Fette, deren Schmelzpunkt
zwischen 30 und 2000 liegt, sind geeignet, ferner (D. P. 97401)
Cacke, Naphthalin u. dgl. Der Petroklaftit, bestehend aus 69 Proz.
Anus 286: Biedermann, Sprengstoffe.