66 Drittes Kapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.

Natronsalpeter, 5 Proz. Kalisalpeter, 10 Proz. Schwefel, 15 Proz.
Steinkohlenpech, J Proz. Kaliumbichromat, ist gut widerstandsfähig
gegen Feuchtigkeit, entzündet sich erst bei 3500 (Sprengpulver bei
2400), gibt bessere Explosionsgase, ist unempfindlicher gegen Stoß
und Schlag und hat höhere Explosionskraft als Schwarzpulver. Er
wird durch eine Zündschnur zur Detonation gebracht, während
andere (nitroglyzerinhaltige) Sprengstoffe von ähnlicher Brisanz
einer Knallquecksilber-Sprengkapsel bedürfen.
Statt eines mechanischen Gemisches hat man auch chemische
schwefelhaltige Kohlenstoffverbindungen zur Sprengstoffverwen⸗
dung vorgeschlagen. Ein solcher Körper ist das ranthogensaure
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Kalium, o/ b welches leicht durch Wechselwirkung zwi—
schen Schwefelkohlenstoff, Kalilauge und uthylalkohol zu erhalten
ist. Das Xanthatpulver von Schwarz besteht aus 68,49 Proʒ.
Naliumnitrat, 27,4 Proz. xanthogensaurem Kalium und 4,11Proz.
Kohle.

z. Sprengels Sprengstoffe.

An die Chloratsprengstoffe reiht sich eine Klasse der sog.
s5prengelschen Sprengstoffe, die deshalb hier erwähnt sein mö⸗
gen. Hermann Sprengel in London hat im Jahre 1873 eine
große Anzahl von Sprengstoffen angegeben, die zum Teil ganz
dedeutende Kraftwirkung zeigen, wenn sie mit Unallquecsilber ge⸗
—— die Sprengstoffe erst am
GHebrauchsorte herzustellen, so daß die an sich gefahrlosen Kom⸗
ponenten unbedenklich transportiert werden können. Es hat sich
indessen gezeigt, daß die Handhabung sehr unsicher ist, und daß
die kaum zu kontrollierende Mischung der Bestandteile durch Ar⸗
heiter in oder vor der Grube größere Gefahren in sich birgt, als
mnan vermeiden wollte. Diese Sprengstoffe sind daher zurzeit kaum
noch in Gebrauch.
sprengel hat zwei Arten seiner Sprengstoffe angegeben:
flüssige und feste. Bei den letzteren ist der Sauerstoffträger ein
fester Körper, im besonderen Kaliumchlorat. Dies wird, mit Wasser
angefeuchtet, zu einem Kuchen gepreßt, der an Ort und Stelle mit
einem flüssigen Kohlenwasserstoff oder nitrokohlenwasserstoff ge⸗
tränkt oder übergossen wird. Benutzt wurden Petroleum, Benzol,
Nitrobenzol und auch Schwefelkohlenstoff.