58 Drittes Kapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.
CH · OH
CH OH
CH· OH
Glyzerin

Außer diesem GElyzerin-Trisalpetersäureester oder, wie man ge—
mäß der sonst befolgten Nomenklatur der Glyzerinester sagen
muß, Trinitrin, sind auch Dinitrin (Dinitroglyzerin) und Mono⸗
nitrin (mononitroglyzerin) bekannt, beids Stoffe in je zwei iso—
meren Modifikationen.
CH. O. NO0- CH . O . Noꝰ CHꝰ . O · NO⸗
CEH ·. OH CH ONO CH. OH
CH . O. NOo chH · OH Chꝰ · OH CHẽ · OH
o⸗Dinitrin ß8⸗Dinitrin o⸗Mononitrin B.Mononitrin
Auch diese Stoffe sind neuerdings für die Swecke der Spreng⸗
stoffindustrie nutzbar gemacht worden.
Darstellung des Nitroglyzerins. Man erhält das Nitro—
glyzerin leicht, indem man reines Glyzerin in dünnem Strahle in
ein Gemisch von konzentrierter Salpetersäure und konzentrierter
Schwefelsäure einfließen läßt. Die Bildunq erfolgt nach der
Gleichung

CSHS(OB) 433NOS. OH CHO. NO)S 3HMO.
Bei der Reaktion wird, wie man sieht, Wasser gebildet. Dies
Wasser würde die Salpetersäure bald so verdünnen, daß sie nicht
mehr zur Esterbildung befähigt sein würde. Deshalb setzt man
eine hinreichende Menge konzentrierter Schwefelsäure zu, welche
dies Wasser bindet. Die „Nitriersäure“ besteht gewöhnlich aus
3 Teilen Salpetersäure und 6 Teilen Schwefelsäure (für 1 Teil
Glyzerin) oder 37,5 Teilen Salpetersäure von 1,5 spez. Gewicht
(48,10 B.) und 62,5 Teilen Schwefelsäure von 1,84 spez. Ge⸗
wicht (6069 B.). Die angegebene Bildungsgleichung verlangt für
100 Teile Glyzerin 205,7 Teile Salpetersäure; in der Praxis
nimmt man mehr, 270 bis 300 Teile und 450 bis 500 Teile
Schwefelsäure, damit auch nach erfolgter Bildung einer größeren
Menge Nitroglyzzerins sicher und schnell alles noch vorhandene
Glyzerin mit der Säure in Berührung komme. Man muß das
Glyzerin in das Säuregemisch einfließen lassen und nicht umge—