Nitroglyzerin, Herstellung.

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kehrt verfahren, weil die Dickflüssigkeit des Glyzerins in diesem
Falle die innige Vermischung verhindern würde.
Seitdem man nach dem Kontaktverfahren auf billige Weise
rauchende Schwefelsäure von beliebigem Gehalt an Schwefelsäure—
anhydrid (809) herzustellen vermag, hat man die englische
Schwefelsäure in der Nitriersäure mehr oder weniger durch an—
hyydridhaltige, durch sog. Oleum zu ersetzen versucht. Gewöhnlich
verwendet man das 20 Proz. 80 enthaltende Oleum. Man kann
dadurch unter Umständen das Volumen der Schweselsäure erheb—
lich verringern, d. h. die Menge Glyzerin und Salpetersäure ver—
mehren. Es ist wesentlich eine Preisfrage, ob es vorteilhaft ist,
Oleum zu verwenden. Jedoch ist dabei auch die Zusammensetzung
der entstehenden Abfallsäure zu berücksichtigen, die so beschäffen
sein muß, daß sie möglichst wenig von dem Nitrierprodukt auf—
löst und wegführt.
Die Bildungsgleichung ist exothermischer Art; es wird bei der
Reaktion eine Wärmemenge von 14,7 Kal. frei. Diese könnte,
wenn große Substanzmengen in Reaktion treten, die Temperatur
so erhöhen, daß Zersetzung, ja Explosion eintritt. Deshalb muß die
Wärme durch Kühlung abgeleitet werden, so daß die Temperatur
von 305, bei der sich rote Dämpfe entwickeln, nicht erreicht wird.
Die Rühlung erfolgt durch kaltes Wasser, welches Röhren im
Nitriergefäße durchfließt und dieses umgibt, oder, wie es jetzt
allgemein geschieht, durch Einführung gepreßter Luft, welche bei
ihrer Ausdehnung Wärme bindet. Diese von Mowbray (1868)
zuerst benutzte Art der Kühlung hat noch den großen Vorteil,
daß sie ein ausgezeichnetes Rührmittel für das Nitriergemisch bildet
und die Verwendung einer besonderen Rührvorrichtung entbehr⸗
lich macht. Auch werden dabei etwa entwickelte salpetrige Dämpfe
von der Luft fortgeführt, allerdings auch Salpetersäure, die da—
durch der Reaktion entzogen wird. R. Evers (D. P. 183 183)
verwendet deshalb keine Preßluft, sondern bewirkt die Mischung
der Komponenten durch eine Düse, welche durch die unter Drud
gesetzte Mischsäure betrieben wird. Bei richtiger Anpassung der
Düsengröße an die Leitungsfähigkeit des Apparates, gleichmäßigem
Zutritt der Komponenten soll sich die Nitrierung in ununterbro—
chenem Betriebe und sehr gleichmäßig vollziehen.
Ein gebräuchlicher Nitrierapparat (Sig. 5) besteht aus einem
Bleigefäß A, das in einem hölzernen Bottich B steht und mit abheb⸗
barem Deckel J, Luftzuführungsrohren C, Kühlschlangen D, Thermo—