Glyzerinderivate. Schießbaumwolle. 79

C(O)
20
CHꝰ( OM
polymerisiert. Dieses, eine wasserlösliche Flüssigkeit vom Siede—
punktt 240 bis 2500 bei 8 mm Druck, läßt sich leicht zu Tetra—
nitrodiglyzerin nitrieren, welches in seinem Verhalten die
größte Ahnlichkeit mit Trinitroglyzerin zeigt, aber auch bei sehr
niedriger Temperatur flüssig bleibt. Durch Nitrieren eines Ge—
misches von 75 bis 80 Proz. Glyzerin mit 10 bis 25 Proz. Di—
glyzerin erhält man praktisch ungefrierbare Nitrokörper.
J. E. STehmann Grit. P. 21117, 1907) empfiehlt, Glyzerin,
welches mit Wasser verdünnt ist, mit Chlorwasserstoffgas zu
sättigen, die gleiche Menge reines Glyzerin hinzufügen und die
Masse am Rückflußkühler auf etwa 1100 zu erhitzen. Es bilden
sich dann Die und Tri⸗Glyzerine und die Chlorhydrine des Glyzerins
und dieser kondensierten Glyzerine. Dies Gemisch, in bekannter
Weise nitriert, gibt Sprengöle, welche sich durch schwere Gefrier⸗
barkeit auszeichnen. Nach Brit. P. 21116, 1907 von Lehmann
wird Glyzerindischwefelsaͤure nitrirt. Nach Abstumpfung der Säuren
mit Kalk wird das Reaktionsprodukt mit Ather extrahiert. Das
erhaltene Ol ist gegen Stoß und Schlag unempfindlicher als Nitro⸗
glyzerin, gelatiniert Kollodiumwolle gut und erstarrt erst bei —240.
5. Schießbaumwolle.
Die Sellulose vermag wie andere Kohlenhydrate mit Säuren
Ester zu bilden. Technisch finden besonders die Salpetersäure- und
die Cssigsäureester Perwendunq. Zu den ersteren gehört die Schieß⸗
baumwolle.
Die Molekulargröße der Zellulose (CHoOꝰ) ist nicht bekannt.
Wenn man sie, wie es in der Sprengstoffchemie meistens geschieht,
durch die Formel Ci⸗æoOso qusdrückt, so existieren nach Eder
fünf Salpetersäureester mit 2 bis 6 Säureresten.
Vieille, der die Formel verdoppelt, also Cοο?o schreibt, hat
acht Stufen von Nitrozellulose mit 9 bis 16 Säureresten dargestellt.
Von Bedeutung sind besonders das Tetra- und das hexanitrat
der Sellulose CIHo, also Tetranitroʒellulose CMIOG(ONO)
mit 11,11 Proz. N, hexanitrozellulose CH(ONO)é mit
14,14 Proz. N. Die Tetra- und ebenso die Tri⸗- und Dinitrozellu—
lose ist in einem Gemisch von üther und Alkohol löslich. Diese
Lösung bildet das sog. Kollodium. Auch in HRzeton sowie in Nitro—