schießbaumwolle.

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der säurefesten, ein hohes Vakuum ertragenden Apparatur macht
indessen Schwierigkeiten.
Nachdem die nitrierte Baumwolle in der Säurezentrifuge von
dem größten Teile der Säure befreit worden ist, wird sie in
Waschmaschinen, die nach Art des Papier-Holländers gebaut sind,
mit Wasser ausgewaschen und wiederum ausgeschleudert.
Darauf wird sie noch mit Wasser oder sehr verdünnter Soda⸗
lösung gekocht. Da aber die röhrenförmige Elementarfaser der
Baumwolle immer noch Spuren von Säure enthalten kann, welche
die haltbarkeit des Produkts beeinträchtigt, sogar eine gefährliche
Sselbstzersetzung herbeiführen kann, so wird die Schießbaumwolle
nach Fred. Abel's Angabe im holländer zu Pülpe zerkleinert
und gewaschen, worauf sie in der Wasserzentrifuge ausgeschleudert
wird. Kleine Knötchen, die sich in der Pülpe noch finden können,
werden dadurch entfernt, daß man den Brei Schüttelsiebe passieren
läßt.
Die zerkleinerte Schießbaumwolle wird dann wiederum einer
andauernden Kochung mit Wasser unterzogen. Dies Kochen wirkt
sehr günstig auf die haltbarkeit der Schießbaumwolle. Wie es
scheint, werden gewisse, zersetzbare Anteile der Nitrozellulosen da—
durch in wasserlösliche Derbindungen übergeführt und entfernt,
während die eigentliche Schießwolle nicht verändert wird. Willi)
hat gezeigt, daß die Nitrozellulosen je nach der Zusammensetzung
der verwendeten Nitriersäure einer verschiedenen Kochdauer be—
dürfen, um den höchsten Grad der Stabilisierung zu erreichen.
Mit wachsender Vochdauer nimmt die Geschwindigkeit der Ab—
spaltung von Stickstoff beim Erhitzen auf 1350 ab, ebenso ent⸗
sprechend dem zunehmenden Wassergehalt der Nitriersäure. Die
Abscheidung von Stickstoff wird beschleunigt durch Vermehrung
der Schwefelsäure in der Nitriersäure. Es wird ein Grenzzustand
erreicht, in welchem weiteres Kochen keine Verringerung der Stickstoffabspaltung
 mehr zur Folge hat.
Im D. P. 133954 von O. R. Schulz wird das Kochen unter
Anwendung von einem Überdruck von etwa 3 Atmosphären, ent⸗
sprechend einer Temperatur von 1350, empfohlen.
Die gekochte Schießbaumwolle wird dann in einem Waschhol—⸗
länder ausgewaschen und zentrifugiert, wodurch das Wasser bis
auf etwa 30 Proz. entfernt wird. Von diesem Keft Wasser wird sie

) Ber. 1904, 289; Mitteilungen aus der Zentralstelle für wissen—⸗
schaftlich technische Untersuchungen, Heft 2 und 3.

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