Abfallsäure. Komprimierte Schießbaumwolle. 85

lage, wo sie sich zu Säure von 1,33 spez. Gew. verdichtet, während
die Schwefelsäure (vom spez. Gew. 1,64) unten aus dem Denitri—
fikator abfließt.
Als Sprengmittel, zur Füllung von Torpedos u. dgl. wird die
schießbaumwolle in komprimiertem Zustande verwendet. Die
durch starken Druck erzeugten regelmäßigen Körper haben höheres
spezifisches Gewicht (größere CLadedichte) und sichern die regelrechte
Explosion. Man erzeugt eine gleichmäßige Pülpe und bewirkt
die Pressung in mehreren Stadien. Durch das Vorpressen wird
eine ziemlich konsistente Masse von etwa 50 Proz. Wassergehalt
erzeugt, indem ein Teil des Wassers mittels Cuftpumpe ab—
gesaugt wird und dann die Masse in handpressen oder durch
hydraulischen Druck gepreßt wird. Die vorgepreßten Körper wer⸗
den alsdann bis auf “/ ihrer höhe in starken hudraulischen Pressen
unter einem Druck von 500 bis 1000 kg pro qem komprimiert.
ewöhnlich erhalten sie Zylinderform von 5 em höhe und 180 qem
Querschnitt, und ihr spezifisches Gewicht beträgt 1 bis 1,2 bei
reinem Wassergehalt von noch 10 bis 12 Proz.
Die Patentliteratur bringt eine ziemliche Anzahl von Vorrich—
tungen zum Pressen der Schießbaumwollkörper. Diese werden auch
mit Durchbohrungen zur Aufnahme der SZündkapsel, sowie zur
schnelleren Detonation versehen. Die nachträgliche mechanische Be⸗
arbeitung der Körper, Kaspeln, Bohren der Ranäle usw. ist aus—
führbar, wenn dabei für genügenden Wasserzutritt gesorgt wird.
Man hat ferner die Körper zum Schutz gegen Wasserzutritt (bei
Seeminen) paraffiniert, wobei der für die Zündkapfel bestimmte
Kanal durch ein Papierblättchen verschlossen wird. Nach dem Ver—
fahren von M. v. Förster (D. P. 23 808) werden die Stücke einige
dekunden der Einwirkung eines Lösungsmittel, besonders Essigäther,
ausgesetzt und getrocknet. Es tritt dadurch eine oberflächliche Ge⸗
latinierung ein, so daß die Stücke eine wasserdichte haut erhalten.
Dieser Gelatinierung wird die Schießbaumwolle auch unter—
zogen, um sie durch die ganze Masse in den kolloidalen Zustand
überzuführen und sie dadurch für Schießzwecke geeignet zu machen.
cdluf diesem von Vieille 1884 eingeführten Verfahren beruht die
herstellung der rauchlosen Schießpulper.
Auf der Schießbaumwolle können sich Schimmelwucherungen
bilden. Man schützt sie dagegen durch Behandlung mit Sublimat—⸗
ösung oder einem andern Desinfektionsmittel.
Die Schießbaumwolle hat die Form der Baumwollfaser beibe—