36 Drittes Kapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.

halten, ist aber rauher anzufühlen als diese. Sie ist in Wasser,
Alkohol, Ather unlöslich, in Azeton, Essigäther, Nitrobenzol lös⸗
lich. In Nitroglyzerin ist sie unlöslich, wohl aber können beide
Stoffe zusammen in Azeton gelöst werden.
Das absolute spezifische Gewicht ist 1,5; das Ladegewicht der
losen Schießbaumwolle ist aber nur 0,1 bis 0,3 und das der ge⸗
preßten 1,0 bis 1,3.
Sie ist ein äußerst heftiger Sprengstoff und gegen Stoß und
Schlag sehr empfindlich. Sie verbrennt bei einer Temperatur
von 1720 momentan mit großer rotgelber Flamme, aber ohne
Kauchentwicklung. Von guter Schießbaumwolle verlangt man, daß
ihre Erplosionstemperatur zwischen 180 und 1840 liege. In sehr
dünner Schicht kann komprimierte Schießbaumwolle von einer Ge—
wehrkugel durchschlagen werden, ohne daß sie explodiert; andern⸗
falls, sowie wenn sie sich in einer Widerftand bietenden Umhül⸗
lung befindet, tritt Explosion ein.
Die technischen Schießwollen sind nie reine Hhexanitrozellulose
(mit 14,14 Proz. Stickstoff), sondern enthalten etwas weniger Stick⸗
stoff. Unter hohem Druck verläuft die Explosion etwa nach der
Gleichung:
Ciæꝑnο ONO?) 7COAGACOMLBBROASHVASGN.
Berthelot gibt — unter Annahme der Molekulargröße
ο?“ für Zellulose — auf Grund der Analusen der Erplo—
sionsgase für die 11-fach nitrierte Zellulose (Schießbaumwolle) die
sersetzungsgleichung:
C?(O. NO)COSVOCO?AOMOA-J. BHSAS. S N2,
und für die 8-fach nitrierte Zellulose (Kollodiumwolle):
CM)O.? NO)SS ISCO-GCOBAGHBO- IOHẽA AN.
Aus diesen Gleichungen ist zu berechnen (Godwy)):
für 11-fach nitrierte Zellulose: für 8⸗fach nitrierte Zellulose:
vo 8859,21 974,281
t 26630 22210
O -10393 Kal. 795,1 Kal.
A — 441723 mkg 337930 mkg
9594,4 kg 9249 kg
08591] 0.9741

Heise. Sprenastoffe, S. 51.