Kollodiumwolle.

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Bei starken Ladedichten ist indessen nach Sarrau und Vieille
die Zersetzung so, daß entstehen:
1200 412002 6670 8 5—245 . 5N.

Hervorzuheben ist noch, daß der vorhandene Sauerstoff zur
dollständigen Verbrennung nicht ausreicht.
Die niedrigeren Salpetersäureester der Sellulose, welche als
Di- bis Pentanitrozellulose, Cl His Os (O· NO bis Cia HO“
(O · NO9“, aufgefaßt werden können und die in Alkohol-Ather
löslich sind, werden als Kollodiumwolle bezeichnet. Zu ihrer
herstellung sind viele Vorschriften gegeben. Je nach der Konzen—
tration der Nitriersäure, der Cemperatur und der Dauer der Cin⸗
wirkung erhält man mehr oder weniger stickstoffhaltige Produkte.
Man benutzt z. B. ein Gemisch aus gleichen Teilen Salpetersäure
von 75 Proz. (1,440 spez. Gew.) und Schwefelsäure von 96 Proz.
(1,840 spez. Gew.) und hält die Reaktionstemperatur bei 400
ibis 19 Stunden lang. Im allgemeinen wird die Operation
in derselben Weise ausgeführt wie die herstellung der Schießbaum—
wolle, desgleichen das Auswaschen und Zexkleinern des Produkts.
Die Lösung dieser Nitrate in Alkohol-Ather heißt Kollodium.
Sie hinterläßt beim Eintrocknen ein durchsichtiges Häutchen und
findet deshalb schon seit langem Verwendung in der Chirurgie
und in der Photographie. War das Rohmaterial nicht sorgfällig
gereinigte Baumwolle, sondern unreine, fetthaltige oder Papier⸗
masse oder Holzzellulose, so ist die Kollodiumlösung oft gelblich
gefärbt. In solchen Fällen empfiehlt es sich, die Kollodiumwolle
mit Oxydationsmitteln zu behandeln, um die Verunreinigungen
zu zerstören.
Kollodiumwolle wird jetzt in großem Maße hergestellt, weil
sie außer zu den genannten Verwendungen noch zur Fabrikation
biel gebrauchter Erzeugnisse dient. Mit Kampfer (und manchen
Surrogatstoffen) gemischt und erhitzt, bildet sie eine in der Wärme
sehr plastische, nach dem Erkalten starre, elastische und durchscheinende
Masse, das Zelluloid, welches leicht schöne Färbungen annimmt
und zur Formung zahlreicher Gebrauchsgegenstände dient.
Die Rollodiumlösung hat ferner den Anlaß zu der wichtigen
Industrie der künstlichen Seide gegeben. Eine aus Glasröhren mit
sehr feinen Offnungen ausgepreßte konzentrierte warme Kollodium⸗
löfung erstarrt in kaltem Wasser sofort zu einem feinen Faden.
Da das Material. wenn nicht explosiv, so doch sehr leicht entflamm—