Dynamit.

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mitpatronen gelten als sehr empfindlich. Es ist indessen wieder⸗
holt das Gegenteil nachgewiesen. So fand Will bei Sallhammer⸗
versuchen, daß plafstisches Dynamit durch ein 2 kg-Fallgewicht
bei 7 em Sallhöhe, gefrorenes Dynamit bei 20 em Fallhöhe zur
Detonation gebracht wird. Nach General Ph. Heß ist indessen
Dynamit im halbgefrorenen Zustande empfindlicher. Das Ver—⸗
halten des gefrorenen Dynamits ist nicht ganz aufgeklärt. Jeden—
falls haben zahlreiche praktische grfahrungen erwiesen, daß sowohl
sein Transport als auch seine Benutzung sehr gefährlich ist. Solche
gefrorene Patronen werden vor der Verwendung durch Einbringen
in besonders konstruierte Wasserbäder, welche Wasser von höchstens
700 enthalten, aufgetaut. Auch die sog. Thermophore werden
dazu benutzt. Bei diesen doppelwandigen Gefäßen befindet sich in
der Umhüllung essigsaures Natron, welches zum Schmelzen gebracht
ist. Beim Wiedererstarren des geschmolzenen Salzes dient die frei—
werdende Schmelzwärme dazu, den die Patronen enthaltenden Innen⸗
raum zu erwärmen.
Ein Mittel, um die Gefrierbarkeit des Dynamits herabzusetzen,
ist der Zusatz von Nitrobenzol u. dgl. zu der Mischung (ogl. auch
5. 78).
2. Dynamite mit wirksamer Beimischung. ImJahre 1867
wurde von Trauzl ein Schießwolldynamit aus 73 Teilen Nitro⸗
glyzerin, 25 Teilen gepülpter Schießbaumwolle und 2 Teilen
holzkohle hergestellt. Das etwa zu gleicher Zeit von Abel an—
gegebene Glyoxylin bestand aus einem mit Nitroglyzerin getränkten
Gemisch von Schießbaumwolle und Kalisalpeter. Auch das Schultze—
sche Dualin, holznitrozellulose mit Nitroglyzerin getränkt, gehört
hierher.
Diese und ähnliche Sprengmischungen wurden übertroffen durch
die von Alfred Nobel im Jahre 1875 erfundene Sprengge—
latine GBrit. P. 4179/1875). Für diese ist die BPerwendung der
in Nitroglyzerin löslichen Kollodiumwolle charakteristisch. Die Be—
standteile werden sorgfältig durch Waschen gereinigt und getrocknet.
Die Kollodiumwolle soll möglichst viel Stickstoff enthalten, aber
oollständig löslich in Nitroglyzerin sein, alfo etwa aus Tetra—
nitrozellulose bestehen. Man führt die Mischung im Verhältnis von
90 bis 93 Proz. Nitroglyzerin zu 10 bis 7 Proz. Kollodiumwolle
in einem doppelwandigen Gefäß aus, dessen Hohlmantel von 500
warmem Wasser durchflossen wird. Es bildet sich dann eine pla—
stische, gelatinsse Masse, die wie Brotteig aussieht. Anfänglich