Rauchlose Pulver.

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Als Susammensetzung wird angegeben: 58 Teile Nitroglyzerin,
37 Teile Schießbaumwolle (von Waltham Abbeny, mit 10 Proz.
Nollodiumwolle), 5 Teile Vaseline. Diese Mengen werden in 19,2
Teilen Azeton gelöst. Die Mischung erfolgt in einer Knetmaschine,
aus welcher die teigige Masse in Sorm von Schnüren oder in
Nudelform austritt. Die Schnüre werden bei 40 getrocknet, bis
der größte Teil des Azetons verdunstet ist. Das Vaselin übt einen
stabilisierenden Cinfluß aus. Statt dessen verwendet man auch
Anilin oder Diphenylamin.
Ein von löslicher Nitrozellulose freies rauchloses Pulver ist der
Indurit von Munroe (Grit. P. 580/ 1893). Dieser Spreng⸗
stoff wird aus Schießbaumwolle, die durch Behandlung mit Methyl⸗
alkohol von löslicher Nitrozellulose befreit worden ist, durch Lösen
in Nitrobenzol, Auswalzen und Körnen der Masse und Härten
der Körner mit Wasserdampf hergestellt.
Die Pulver der Smokeleß Powder Comp. bestehen aus lös—
licher holznitrozellulose, Salpeter und Nitrobenzol, das Plastomenit
 von Güttler (D. P. 56946) aus holznitrozellulose, gelöst
in Dinitrotoluol.
In ähnlicher Weise sind auch die Nitrate anderer Kohlenhydrate,
z. B. Nitrostärkemehl, verwendet worden.
Nach D. P. 194 87 4 erhalten rauchschwache Nitrozellulose- oder
Nitrozellulose⸗ Nitroglyzerinpulver einen Zusatz von völlig sub⸗
stituierten Harnstoffen. Dadurch soll die Perbrennungstemperatur
herabgesetzt, das Verhältnis zwischen Gasdruck und Detonationsgeschwindigkeit
 geregelt und die Stabilität erhöht werden.
Den rauchlosen Pulvern hat man die verschiedensten Formen
gegeben, Blättchen, Körner, Stränge, Röhren, Spiralen, Streifen
mit kammartigen Einschnitten Poudre peigne), welche Formen
mmer für besondere Schußwaffen bestimmt sind.
Die meisten rauchlosen Pulver erzeugen beim Gebrauch das
sog. Mündungsfeuer, eine Flammenerscheinung, die darin ihren
Grund hat, daß brennende Teilchen aus der Mündung des Ge⸗
schütze herausgeschleudert werden. Um diese bei kriegsmäßigem
Gebrauch unerwünschte Erscheinung zu verhindern, hat Dutten—
hofer (D. P. 53296) dem Pulver Natriumbikarbonat zugesetzt.
Durch die aus diesem Salze entwickelte Kohlensäure und den
Dampf des Kristallwassers wird die Flamme stark gekühlt. Es
sind noch manche andere Stoffe, z. B. Ammonsalpeter, zu gleichem
Zwecke vorgeschlagen worden.
AnucG 286: Biedermann, Sprenastoffe.