38 Drittes KNapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.

Nach Duttenhofers Brit. P.791,1907 ist ein geringer Zu—
satz von Seifen, fettsauren oder harzsauren Salzen von Natron,
Kalk, Magnesia usw., ein gutes Mittel, um das Mündungsfeuer
beim Schuß mit rauchlosen Pulvern zu verhindern.
Auch für Sprengungen im Bergbau ist die Flammenlänge und
Flammendauer von großer Wichtigkeit.)
Dies führt uns zu den Sicherheitssprengstoffen.

8. Sicherheitssprengstoffe.

Im Bergbau, besonders in Kohlengruben, ist die Entwickelung
hrennbarer Gase, die mit Luft zusammen ein explosives Gemisch
geben, überaus gefahrvoll. Die Gase bestehen im wesentlichen
aus Methan CH. Wenn ein Gemisch von Luft und Methan
9 Vol.Proz. an letzterem enthält, so ist seine Explosionsfähigkeit
am stärksten. Die Explosion pflanzt sich nicht mehr von selbst fort,
wenn der Methangehalt unter 5 oder über 14 Proz. beträgt. Ver⸗
läßlich sind diese Grenzzahlen aber nicht, besonders dann nicht,
wenn auch KRohlenstaub vorhanden ist. Ja, Kohlenstaub allein,
ohne Methanbeimengung, bildet mit Luft ein explosibles Gemisch.
solche als Schlagwetter bezeichnete Gasgemische werden von
Schwarzpulver, sowie von Dynamit bei Sprengungen leicht ent⸗
zündet und verursachen dann oft schreckliche Katastrophen. Der
über der Schußladung im Sprengloch angebrachte Besatz vermindert
zwar die Gefahr bis zu einem gewissen Grade, besonders bei
brifanten Sprengstoffen wie Dynamit, da hier die Explosion unter
der hülle des Besatzes so schnell verläuft, daß die Zündung der
Sschlagwetter erschwert wird. Volle Sicherheit gibt aber der Be—
satz keineswegs.
In je größere Tiefen der Kohlenbergbau gelangt, um so mehr
treten Schlagwetter auf, um so dringender wird das Verlangen
nach Sprengmitteln, welche Sicherheit gegen diese Gefahr ge—
währen. Man hat versucht, die Explosivstoffe überhaupt zu ver—⸗
meiden und das Absprengen durch mechanisch oder treibend wirkende
Mittel zu bewirken.
hierher gehören die vielfach versuchten Kalkpatronen. Frisch
gebrannter Kalk, unter hohem Druck zu Patronen gepreßt, kann
durch Aufnahme von Wasser sein Volumen um das 2 bis 51

1) 5. hierüber Bichel in Glückauf 1904, Heft 35; ferner die Schrift:
Methoden und Apparate zur Prüfung von Sprengsioffen, 1907.