Sicherheitssprengstoffe.

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fache vermehren. Durch die Bildung von Kalkhydrat wird sehr
viel Wärme frei, so daß ein Teil des Wassers verdampft und
überhitzter Wasserdampf entsteht. Bei sorgfältiger Anordnung
kann dadurch im Bohrloch ein Druck von etwa 500 kg pro Qua—
dratzentimeter erreicht werden. — HAuch Patronen aus Sinkstaub,
auf welchen Schwefelsäure zur Einwirkung kommt, so daß sich
Wasserstoffgas entwickelt, sind vorgeschlagen worden. Diese und
manche andere Mittel haben indessen die Explosiostoffe nicht ver⸗
drängen können, da ihre Wirkung zu unsicher ist, besonders nicht
plötzlich genug eintritt.
Man hat ferner die Sicherheit gegen Schlagwetter und Kohlen—
staub dadurch zu erhöhen gesucht, daß man als Besatz über der
Cadung des Bohrlochs eine Wasserpatrone oder mit Wasser ge—
tränkte Stoffe (Moos, Sand, Kieselgur) oder kristallwasserreiche
Salze, wie Soda, angebracht oder die Patrone mit Feuchtigkeit
umgeben hat. Besonders gegen Kohlenstaub erzeugt man in den
Kohlengruben mit hilfe von brausenartigen Vorrichtungen Wasser—
regen und Wasserschleier.
Mehr bewährt haben sich Verfahren, nach welchen die Spreng⸗
stoffe selber so zusammengesetzt werden, daß bei ihrer Explosion
Gase entwickelt werden, welche die Temperatur der Flamme stark
herabsetzen oder die Flamme nicht zur Entwickelung kommen lassen.
Am meisten hat sich in dieser Beziehung der Zusatz von Ammon—
nitrat bewährt.
Die Entzündungstemperatur von Schlagwettern liegt nach Ver⸗
suchen von Mallard und Le Chatelier“)) bei etwa 6500. Eine
französische Kommission hat die Explosionstemperaturen vieler
Sprengstoffe auf rechnerischem Wege festgestellt. Bei Persuchen
mit Patronen von 508 Gewicht, die in einem Schlagwettergemisch
zur Explosion gebracht wurden, zeigte sich dann, daß brisante
Sprengstoffe mit einer rechnungsmäßigen Explosionstemperatur
unter 22000 die Schlagwetter nicht mehr zündeten, also erst bei
einer weit über 6500 liegenden Temperatur gefahrvoll sind. Diese
Catsache findet ihre Erklärung darin, daß die plötzlich und unter
hohem Druck entstehenden Explosionsgase sich durch ihre Ausdeh⸗
nung und Urbeitsleistung sofort sehr stark abkühlen.
Indessen ist die Temperatur von 22000 nicht ohne weiteres
als Entzündungsgrenze anzusehen. Zahlreiche, in den noch zu be—

1) Annales des mines VIII. sér. vol. 14.