Sicherheitssprengstoffe.

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Der Gelatinekarbonit der Karbonitfabrik Schlebusch besteht
aus 25,3 Proʒ. Sprengöl, 0,7 Kollodiumwolle, 6,9 Gelatine (aus 1 TI.
Ceim und 3,5 bis 7 UTln. wasserfreiem Glyzerin hergestellt), 25,6
Chlornatrium, 41,5 Ammonsalpeter. Die Wettersicherheit ist 300 g.
Die Gegenwart des Kochsalzes trägt zur Erhöhung der Wetter—
sicherheit bei. Ebenso sicher machend wirkt ein Zusatz von Chlor⸗
ammonium; 3. B. ein Sprengstoff aus 25 Proz. Nitroglyzerin, 0,6
ollodiumwolle, 6,8 Leimglyzeringelatine, 24 Natronsalpeter,
28,6 Ammonsalpeter, 15 Chlorammonium hat die Wettersicher⸗
heit 400 g; wenn statt des Salmiaks noch 15 Proz. Ammonnitrat,
also im ganzen 43,6 Proz. Ammonnitrat vorhanden sind, ist Wetter⸗
sicherheit nur bis 300 g Cadung (D. P. 175391). Nach Brit.
P. 28 245/02 von Bichel werden Sicherheitssprengstoffe hergestellt,
welche Chlorammonium und Kalium⸗(Natrium⸗nitrat in äquiva⸗
lenten Mengen enthalten. Es soll dann bei der Explosion Alkali—
hloriddampf entstehen, wodurch wegen Verringerung der Flammen⸗
zeit, der Flammenlänge und der Wärmeentwicklung die Sicherheit
erhöht wird. Zugleich wird die Entstehung von Chlorwasserstoff⸗
zas in den Nachschwaden vermieden.
Die hier benutzte Leimglyzeringelatine gibt dem Sprengstoff
eine bessere Plastizität, als sie durch die geringen in den Karbo—
niten enthaltenen Mengen Kollodiumwolle zu erreichen ist. Eine
erhöhte Plastizität, welche die vollkommene Ausfüllung des Bohr⸗
loches durch den Sprengstoff bewirkt, wird auch von der Dynamit⸗
gesellschaft RNobel nach D. P. 182030 erreicht. Dies geschieht,
indem an Stelle der bisherigen wasserunlöslichen Kohlenstoffträger
in Wasser lösliche oder quellbare Kohlenhydrate, wie Stärkemehl,
Gummi, Dextrin, der Nitroglyzerin⸗Rollodiumwolle-Gelatine beim
Gelatinierprozesse zugesetzt werden. So besteht der Nobelit aus
28Proz. Sprengöl, 0,7 Rollodiumwolle, 11 Dertrin, 0,5 holzöl,
39,7 Ammonsalpeter, 2,5 holzmehl, 17,6 Chlornatrium. Nobelit
ist sicher bis zu 600 g. Der Sprengstoff gibt O — 768 Kal.,
20688, v * 635 1.
Sprengstoffe dieser Klasse werden jetzt in sehr großer Zahl her—
gestellt. Zum Teil sind sie sehr sprengkräftig und dabei doch
mehr oder weniger wettersicher. Es würde zu weit führen, sie
alle hier aufzuführen.
Dagegen sei bemerkt, daß die Anforderungen, welche für Sicher—
heitssprengstoffe gestellt werden, in verschiedenen Ländern ver⸗
schieden sind. Auf den deutschen Versuchsstrecken (Gelsenkirchen 3. B.)