112 Drittes Kapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.

Vom Westfalit für Kohle geben 450 g noch keine Sündung in
Kohlenstaub und Schlaqwetter. Seine Sersetzungsgleichung ist:
6GSS7 NH*. NOEG 24 NOS 4 10 C2MSOOSS
I88 COS4 I524 HBO 4- 108 02 69 N24- 12 kacOs.
Dies ergibt:
* 9301 A — 318325 mkg L0,85
t⸗18060 f* 7316 kg
0 -749 Lal. q —0.,9301

Der Neu-Westfalitenthält 70,3 Proz. Ammonnitrat, 1,98 Proz.
Baumwohlsaatmehl, 10,89 Proz. Dinitrotoluol, 16,83 Proʒ. Alkali⸗
chlorid. Der Sprengstoff ist noch sicher in Patronen von 541 g.
hier ist die Empfindlichkeit erhöht worden durch Zusatz eines Nitro—
körpers, des Dinitrotoluols.
Dies Prinzip verwendet auch die Karbonitfabrik zu Schle—
busch, welche zu ihren Ammonnitratsprengstoffen das noch wirk
samere Trinitrotoluol (wohl die symmetrische Form CHꝰ: (NO)sß—
1:2:4: 6) verwendet. Bei anderen wird die Empfindlichkeit durch
Zusatz von Nitroglyzerin gesteigert. Diese Sprengstoffe sind fol⸗
gendermaßen zusammengesetzt:

Ammonnitrat .....
Kaliumnitrat ....
Sprengöl........
Kollodiumwolle ...
Mehl ............
Trinitrotoluol. . ...
Kohlenstaub ....

Ammon⸗
karbonit

82 Proz.
12
3.8
9,2 —2
1,0 *

Ammon⸗
karbonif

80

p J

5,0

Donarit

Thunderite
(für England)

30,0 Prozʒ. 92.0 Proz.

A
4,0 V

Die Fabrikation erfolgt so (D. P. 129381), daß feingepul—
verter Ammonsalpeter, Trinitrotoluol und Mehl auf tellerför—
migen, mit Dampf auf etwa 809 erwärmten Mischpfannen unter
Anfeuchtung zur Verkleisterung des Stärkemehls innig bis zur
Trockenheit verrührt werden. hierbei soll der Ammonsalpeter durch
den entstehenden Kleister umhüllt werden, so daß seine hygro—
skopizität vermindert wird. Dem trockenen Pulver wird in einer
besonderen Mischmaschine das Nitroglyzerin zugesetzt.