114 Drittes Kapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.
Faversham Powder (England): 84-86 Ammonsalpeter,
I0-12 Trinitrotoluol. 1-2 Chlorammonium, 2-3 Chlor⸗
natrium.
Von nitroglyzerinhaltigen Sprengstoffen dieser Gruppe seien
noch erwähnt:
Grisoutine B (Frankreich): 88 Ammonsalpeter, 11,75 Nitro⸗
glyzerin, 0,25 Kollodiumwolle.
Grisoutine G: 70 Ammonsalpeter, 29.4 Nitroglyzerin, 0,6
Kollodiumwolle.
Man sieht, daß die verschiedenartigsten organischen Körper als
Rohlenstoffträger herangezogen werden. Man wird natürlich
trachten, solche explosive Zersetzungen herbeizuführen, bei denen
die höchsten, nicht weiter verbrennbaren Oxydationsprodukte
(Kohlensäure) entstehen.
Auf der berggewerkschaftlichen Versuchsstrecke in Gelsenkirchen
und der staatlichen in Neunkirchen werden fast ohne Unterbrechung
Schießversuche mit immer neu komponierten Sicherheitssprengstoffen
ausgeführt. Die Ergebnisse werden veröffentlicht, z. B. im Glück—
auf (1908, Ur. 49; 1909, Nr. 4). An letzterwähnter Stelle macht
der Verfasser, Beyling, darauf aufmerksam, daß in neuerer Zeit
die Sprengstoffe als sichermachenden Bestandteil Alkalichlorid (Kochsalz)
 enthalten, 25 Proz. und mehr (s. 8S. 108). Die Erhöhung der
Sicherheit gegen Kohlenstaubzündung ist unbestreitbar. So zeigten
die beiden Sprengstoffe:

Nitroglyzerin ...
atronsalpeter ..
Mehl
Kaliumbichromate.
Thlornatrium ..

KarbonitlJ

25,0 Proz.
30,556
30 5

X

Zzündung mit 150

Rarbonit la

25,0 Proz.
30,00 4
38.0

708
Reine Zündung mit 6358

Beyling bestreitet aber, daß das Kochsalz auch Sicherheit
gegen Schlagwetter verleihe. Gelatinekarbonit mit 25,5 Proz. Koch—
salz zündete Schlagwetter schon mit 50 g Lademenge. Durch wei—
tere Erhöhung der Kochsalzmenge würde der Sprengstoff so ver—
dünnt werden, daß er den Namen eines solchen nicht mehr ver—
dient.