Ammonal.

117

von den Köln-Rottweiler Pulperfabriken seit 1902 gemacht wor⸗
den. Ihre Anagon-Sprengpulver haben die Zusammensetzung:

Für Kohle Für Gestein

Ammonsalpeter .....
Kalisalpeter . ...
Herharztes Ceinöl
holzkohle ......
luminium . .....
Barytsalpeter

78,5 Proz.
1755884
28
1,0
3.5

84,5 Proz.
1,685

3.0
5,5
0.5

1.

Durch die Ausnutzung der Wasserkräfte und durch die Vervoll—
kommnung der elektrischen Ofen ist die Gewinnung des Alumi⸗
niums so verbilligt worden, daß der Preis seiner Verwendung zu
Sprengstoffen nicht hindernd im Wege steht. Auch die erforder⸗
liche feine Zerkleinerung zu sog. Aluminiumbrokat von unter
O,5 mm Korngröße — das früher bekannte griesförmige Alu⸗
minium ist nicht brauchbar — wird ohne Schwierigkeit in Stampf⸗
vorrichtungen ausgeführt.
Ein Nachteil ist es, daß das feine Aluminiumpulver sich beim
Lagern allmählich oxydiert, wodurch nicht nur seine Wirkung bei
Verwendung des Sprengstoffes beeinträchtigt wird, sondern auch
so viel Wärme entwickelt werden kann, daß die Gefahr vorzeitiger
explosiver Zersetzung gegeben ist. Eine in Osterreich vorgekommene
Txplosion eines Ammonallagers scheint auf diese Ursache zurück
zuführen zu sein. Die Möglichkeit, eine vorzeitige Oxydation zu
verhindern, ist aber nicht ausgeschlossen. Nach D. P. 198 704 von
Claessen werden Zink.Aluminiumlegierungen an Stelle von Alu—
minium verwendet, wodurch die Haltbarkeit der Sprengstoffge⸗
mische vielleicht erhöht wird.
Auch Ferrosilizium hat man zur Erhöhung der Brisanz
vorgeschlagen; so wird im Ver. St. P. 850268 von Sparre ein
Sprengstoff aus 74 Proz. Ammonnitrat, 6 Proz. Nitrozellulose,
b Proz. CTrinitrotoluol, 2 Proz. Kerosin und 12 Proʒ. Ferrosilizium
angegeben. Das Schwed. Pat. 23947/1906 von i. Wessel be—
schreibt einen Sprengstoff aus 50 — 80 Ammonnitrat, 5 —20 Ferro⸗
silizium, 5 bis 25 Nitrozellulofe, &amp;— 10 Kohle, O—8 Ammoniumchlorid
 oder Ammoniumoxalat.