rheinisch-westfälischen Kohlenbezirke eine solche Bedeutung
 gewonnen, daß ihr Gesamtwert im Jahre 1903
v/, Milliarde Mark erreichte. Firmen, wie vor allem Krupp,
mit 26 000 allein in Essen beschäftigten Arbeitern, Gutehoffnungshütte,
 Dortmunder Union, Schalker Gruben- und
Hüttenverein, Hörder Verein, Bochumer Verein, und wie
sie alle heißen, genießen Weltruf. Um einen Begriff von
der Ausdehnung des Verkehrs zu geben, erwähne ich,
daß die Eisenbahn-Direktion Essen, der kleinste KEisenbahndirektionsbezirk
 der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft,
 der auch fast nur den Ruhrkohlenbezirk
umfaßt, am 19. Dezember 1903 mit 21 130 Wagen, die für
den Güterverkehr gefordert und gestellt wurden, ihre
höchste Ziffer erreichte. Die Durchschnittsziffer für das
Jahr 1903 betrug 17143 Wagen und entspricht ungefähr
dem fünften Teil der Gesamtgestellungsziffer in Vvorgenanntem
 Verbande. ÖObige 21130 Wagen würden,
aneinander gereiht, einer Länge von etwa 190 Kilometern
entsprechen.
Im Verhältnis zu der riesigen Industrie ist auch die
Bevölkerung und insbesondere die Arbeiterbevölkerung
eine enorme. Das Kohlenrevier setzt sich mit einer Bevölkerungsziffer
 von über 1700 Einwohnern auf den
Quadratkilometer an erste Stelle in Deutschland, während
die Bevölkerungsziffer im Jahre 1880 noch 635 Einwohner
pro Quadratkilometer betrug. Große Städte und Riesendörfer,
 letztere bis zu 60000 Einwohnern groß, reihen sich
dicht aneinander, und die Zeit liegt aller Voraussicht nach
nicht mehr fern, in der die jetzt noch getrennten großen
Städte Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund nebst
den dazwischen liegenden Städten und stadtähnlichen
Dörfern ein geschlossenes Ganze bilden, und die Grenzen
der einzelnen Gemeinwesen nicht mehr erkennen lassen.
Wie schon aus den Daten der Kohlenproduktion und
der Bevölkerungsziffer hervorgeht, ist der Aufschwung
in verhältnismäßig kurzer Zeit eingetreten.
Bis zum Jahre 1853 etwa war der Betrieb in dem
rheinisch-westfälischen Kohlenbezirke noch ein rein land-