| u

verlieren. Im Jahre 1856 wurde auch die Zeche Viktoria-Mathias
 bereits verpflichtet, wegen Wasserentziehung an
eine Reihe von Bewohnern der Stadt Essen morgens
eine gewisse Anzahl Eimer Wasser verteilen zu lassen.
Es sei hier bemerkt, daß Essen erst nach Auftreten der
Choleraepidemie vom Jahre 1866, die ein Opfer von
5000 Seelen erforderte, mit dem Bau einer Wasserleitung
vorging. Bei den wenigen öffentlichen und privaten
Brunnen, die Essen zu der damaligen Zeit besaß, und
bei dem spärlichen Fliessen derselben war die Verpflichtung
 der Zeche mit wesentlichen Opfern verknüpft, da
das Wasser etwa eine Stunde weit von der Ruhr herbei
geschafft werden mußte. Die Akten der Landmesser
Heyden, Schwenninger und Dillenburger weisen nun in
längerer Reihe Messungen auf zwecks Konstatierung
der Wasserstände, die bis in die letzten Jahre meinerseits
 noch fortgesetzt wurden. Interessant ist es zu
erfahren, daß der geniale Begründer der Essener Gußstahlfabrik,
 Alfred Krupp, es auch hier war, der dem
derzeitigen Bergamte in Essen als Erster Mitteilung
machte, daß Schäden an seinen Gebäuden in der Fabrik
sich bemerkbar machten, die nur dem Bergbau zuzuschreiben
 seien. Das Bergyamt war zwar anderer Ansicht,
 behielt jedoch die Sache im Auge.
Von eigentlichen Senkungen der Erddecke ist bis
dahin keine Rede. Die erste diesbezügliche Beobachtung
machte man im Jahre 1861. Bei dem Neubau der Eisenbahnstreceke
 Mülheim-— Steele wurde eine Dammschüttung
an der jetzt durch den Umbau des Hauptbahnhofs Essen teilweise
 verschwundenen Hohenburgstraße notwendig und war
soweit vorgeschritten, daß man an das Legen der Gleise
gehen konnte. Eines Morgens klaffte aber der Damm
und ein Teil der Dammschüttung war in die Tiefe gegangen
 und hatte an dem seitwärts gelegenen Geländer
die weichen Bodenmassen in die Höhe gedrückt. Unter
der schweren Anschüttung war die durch den Bergbau
der benachbarten Zeche Vereinigte Hoffnung‘ unterminierte
 schwache Erddecke eingestürzt. Noch in dem