NS

Durch die rasch sich vermehrende Bevölkerung der
Stadt Essen, veranlaßt durch das enorme Anwachsen
des Kruppschen Etablissements und das dadurch bedingte
 Zuströmen von Arbeitern, Beamten und Geschäftsleuten,
 mußte sich naturgemäß die enge Grenze
der Altstadt Essen, die auf etwa 42 Hektar über 30000
Einwohner aufwies, ausdehnen, und es entstand eine
Reihe Strassen zwischen der Altstadt und der Kruppschen
 Fabrik, die schnell bebaut wurden, Hierzu gehörte
 auch die Bahnhofstraße. Im Jahre 1867 nun
machten sich plötzlich am Hause Bahnhofstraße Nr. 75
Risse bemerkbar, die bald eine solche Zerstörung bewirkten,
 daß auf polizeiliche Anordnung das Haus abgebrochen
 und später an der Stelle, entgegengesetzt den
baupolizeilichen Bestimmungen, ein Neubau in Fachwerk
genehmigt wurde. Nicht nur dieses Haus litt, sondern
auch die in der ganzen Umgegend liegenden Häuser
wurden beschädigt, und man zählte schon Mitte des
Jahres 1868 über 100 mehr oder minder reparaturbedürftige
Gebäude. Dieses führte zu einer Reihe von Prozessen,
und namhafte Bergsachverständige, wie der Geheime
Oberbergrat v. Dechen und.der Belgier Habet, beschäftigten
sich eingehend mit der Frage über die Natur der vorgekommenen
 Schäden. Die Ereignisse in Essen ließen
Rückschlüsse zu auf Schäden, die bereits in den fünfziger
Jahren in Lüttich am Quai de Fragnege an den aufstehenden
Häusern vorgekommen waren und gaben auch Anlaß zu
den früher schon erwähnten Schriften von. Sparre,
Hausse, v. Dechen und v. Brunn. Nachdem nun einmal
die Einwirkung des Bergbaues bekannt wurde und die
Senkungen durch Techniker unzweifelhaft nachgewiesen
waren, führte man in allen‘;Gegenden des Kohlenbergbaues
 bald über die Schäden Klage und verfolgte die
beständige Vermehrung derselben mit Unruhe. Im Jahre
1876 entstand durch die Arbeiten der Zeche Konkordia
bei Oberhausen eine Einsenkung, die sich mit Wasser
füllte, und ähnlich wie später im Jahre 1890 bei Stoppenberg,
 durch die Zeche Zollverein verursacht, einen See