[ch komme nun zu den Ursachen der Bodensenkungen.
 Das der Steinkohle aufliegende Gestein,
oder bergmännisch ausgedrückt das „Hangende“, besteht
im Ruhrkohlenrevier aus Schieferton, dann aus Schichten
der Kreideformation, Trias, Tertiär und des Diluviums;
die erstere überlagert besonders nach Norden hin den
produktiven Karhon mit ihren Mergeln. Ist die im
Flötze enthaltene Kohle abgebaut, so wird die Zimmerung
antfernt, und man läßt das ganze zu Bruche gehen, d. h.
das überliegende Deckgebirge besorgt das von selbst.
Da dem abgebauten Flötz seine Stütze genommen ist,
bricht es in den flötzleeren Raum ein, verfüllt diesen,
und die nächsthöheren Gebirgsschichten freten unter
mehr oder minder starker Lockerung ihrer Massen teilweise
 anstelle der unterliegenden Schichten, so daß sich
die Bewegung bis an die Erdoberfläche fortpflanzt und
hier die Bodensenkung verursacht. Dies wird da der
Fall sein, wo das abgebaute Flötz in größerer Tiefe lag,
die überlagernden Gesteinsschichten ganz zu Bruche
gingen und so das aufliegende Diluvium eine einfache
Senkung mitmachte. Ist dagegen das Hangende vollständig
 zerrissen worden, so werden sich an der Oberfläche
 Senkungen, verbunden mit Erdrissen und Spalten,
bilden, oder wenn der Abbau in geringer Teufe umgeht,
wie schon früher kurz bemerkt, Tagesbrüche.
Eine feste Regel aufzustellen, wann das eine oder
das andere eintritt, ist nicht möglich. Es wirken
eine Anzahl Faktoren mit, als da sind: Mächtigkeit
der abgebauten Flötze, Tiefe derselben unter der
Erdoberfläche, Zeitdauer des Abbaues, Art desselben,
Einfall der Flötze, geognostische Beschaffenheit der
überlagernden Gesteinsschichten und Mächtigkeit derselben.

Man behauptete früher, es würden, sobald einmal
der Bergbau in grösserer Tiefe vor sich ginge, oder gar
in Revieren, in denen die Kohle erst bei 500 Meter Teufe
beginnt, keine Bodensenkungen mehr stattfinden; n der
Praxis hat sich diese Annahme als irrig erwiesen.