22

und zwar weil auch die früher mit Bergeversatz gefüllten
Kohlenstrecken nachweislich noch bedeutende Senkungen
hervorriefen, die zu der Menge des eingebrachten
Materials in keinem Verhältnis standen. Ich bezweifle
es auch ferner auf Grund der von Bergsachverständigen
allgemein angenommenen Dauer der Wirkungen. Bei
Gutachten habe ich häufig den Satz aussprechen hören:
Es ist gar nicht möglich, daß der Bergbau die Ursache
der aufgetretenen Schäden ist, geht doch seit über zehn
Jahren kein Bergbau in der Nähe des geschädigten
Grundstückes mehr um. Ich habe das auch zuerst angenommen,
 zumal es Sachverständige waren, die ohne
Voreingenommenheit urteilten. Nach mehrfachen Aufnahmen
 kam ich zu anderen Resultaten. Noch vor kurzem
ging mir seitens einer Zechenverwaltung ein Schreiben
folgenden Inhalts zu:
Die unterzeichnete Verwaltung teilt mit, daß seit dem
Jahre 1878 unter der Burgstraße kein Bergbau mehr
betrieben wird, und die Bahnhofstraße seit dem Jahre
1895 ebenfalls nicht mehr dem Bergbau ausgesetzt ist.
Es sollte damit gesagt sein, daß Bodensenkungen
nicht mehr hätten stattfinden können. Die Höhenaufnahmen
 für diese beiden Straßenstrecken förderten als
Resultat, daß die Burgstraße Senkungen bis zu 30 Zentimeter
 aufzuweisen hatte, und zwar noch in den Jahren
1897 bis 1903, und die Bahnhofstraße ebenfalls in demselben
 Zeitraume bis zu 46 Zentimeter. Also auch näch
25 Jahren ist auf der Burgstraße der Erdboden noch
nicht zur Ruhe gekommen und zwar haben nicht etwa
plötzliche Erscheinungen, wie Tagesbrüche dieses gezeitigt,
sondern . die hier speziell besprochenen allmählichen
Bodensenkungen. Bemerkenswert ist dabei, daß diese
Senkungen innerhalb der engeren Stadt Essen noch
stattfinden bei dem enormen Werte‘ des Grundbesitzes-Habe
 ich einen Blick auf die zuerst beobachteten
Schäden des Bergbaues geworfen und bin dann übergegangen
 im allgemeinen zu den Tagesbrüchen, Bodensenkungen,
 Abbaumethoden, der Dauer der Einwirkung